Die Lehrergewerkschaft GEW hat die Kultusminister nach Bekanntwerden der neuen Iglu- und Pisa-Studien vor "zu viel Euphorie" gewarnt. Der Präsident der Kultusministerkonferenz Zöllner freut sich dennoch.
Nach den positiven Signalen zweier Schülerstudien mahnt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zu Besonnenheit. Die großen Probleme des deutschen Schulsystems seien bei weitem nicht gelöst, sagte die stellvertretende GEW-Vorsitzende Marianne Demmer.
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Gute Lesefähigkeiten bei den Kleinsten bescheinigt die Iglu-Studie. (© Foto: ddp)
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Nach wie vor sei in keinem anderen vergleichbaren Industriestaat die Abhängigkeit zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg so groß wie in Deutschland. Dies habe erneut die jüngste Iglu-Grundschulstudie bestätigt, sagte Demmer.
Und auch bei der Pisa-Untersuchung könne man nicht ohne weiteres von Leistungsverbesserungen ausgehen. Die Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Tests von 2006 und 2003 seien in keiner Weise vergleichbar, weil sich inzwischen das gesamte Aufgabenspektrum verändert habe. Demmer dazu: "Man muss sich hüten, hier Äpfel mit Birnen zu vergleichen."
Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD), bewertete die Ergebnisse der jüngsten Bildungsstudien dagegen als Erfolg der Zusammenarbeit zwischen Eltern, Schulen und Politik. Die Bedeutung, die Eltern derzeit der Bildung zumessen, habe sicher auch zu den Erfolgen beigetragen, sagte Zöllner am Donnerstag im RBB-Inforadio.
Nach der am Vortag in Berlin veröffentlichten weltweiten Iglu-Lesestudie für die Grundschulen belegt Deutschland Rang 11 unter 35 Nationen und 10 Regionen. Am Mittwochabend waren auch Teilergebnisse der neuen Pisa-Studie bekanntgeworden, die die Leistung der 15-jährigen Schüler misst. Eigentlich sollte die Pisa-Studie 2006 am 4. Dezember veröffentlicht werden.
Danach belegen Deutschlands Zehntklässler bei Umweltwissen und Naturwissenschaften Rang 13 von 57 Staaten. Bei der Pisa-Studie 2003 lag Deutschland noch auf Platz 18. Laut Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die die internationale Pisa-Schuluntersuchung durchführt, sind beide Tests wegen ihrer geänderten Aufgabenstruktur bei den Naturwissenschaften nicht vergleichbar. Finnland konnte seinen ersten Rang erneut behaupten.
Seit der ersten Pisa-Studie herrscht die Vorstellung, dass deutsche Schüler besonders schlecht seien. Tatsächlich aber lag bei Pisa 2003 der Durchschnitt der Schüler bei den Kompetenzen in Lesen, Naturwissenschaften, Mathematik und Problemlösen alles zusammen genommen im internationalen Durchschnittsbereich. Als zentrale Erkenntnis der Pisa-Studie gilt allerdings, dass in kaum einem Land der schulische Erfolg so stark von der sozialen Herkunft abhängt wie in Deutschland.
(sueddeutsche.de/dpa/AP/grc/gba)
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Die GEW vertritt bei weitem nicht alle Lehrer - die überschrift ist deshalb irreführend (besser: "Gewerkschaftsvertreter warnen...").
Im übrigen: Typisch deutsch, dass man ein ansehnliches Ergebnis sofort wieder schlechtreden muss!
Also: ein schlechtes Testergebnis 2003 war der Grund, über das deutsche Schulsystem zu schimpfen. Ein gutes ist es aber auch??? Versteht einer die Logik?
Die GEW ist an unserer heutigen Schulmisere stark beteiligt. Die GEW propagiert einen Bildungssozialismus, der genauso wenig funktioniert wie der Wirtschaftssozialismus.
In sozialistischen Gesellschaften (Russland, Nord-Korea, Burma, ...) sind alle Bürger gleich arm (bis auf die Funktionäre und einige Priviligierte). Im sozialistischen Bildungssystem bleiben alle Schüler gleich dumm (bis auf die Kinder der Funktionäre und der Priviligierten). Das Bundesland Bremen hat dank der bildungssozialistischen Ausprägung die schlechtesten Ergebnisse beim PISA-Test. Die Schüler des Mitglieder des Bremer Senats gehen deshalb überwiegend auf Privatschulen.
Natürlich wie gut die Kinder, einen PISA-Test schreiben können. Deswegen üben die Schulen, PISA-Tests schreiben, mit dem zu erwartenden Erfolg, dass die Kinder jetzt ein bisschen besser PISA-Tests schreiben können. Alles andere können sie so gut oder schlecht wie zuvor - eher schlechter, weil ja viel Zeit für das Lernen für PISA-Tests verloren geht. (Und längerfristiges Projekt-Lernen wegen der ständigen "Kontrollen" kaum noch geht.)
Denn nicht für die Schule, sondern für das Benchmarking lernen wir.
Grüße
AE
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