Beamen oder begeistern? Wer bei Präsentationen vermeiden will, dass seine Zuhörer einschlafen, sollte etwas zu sagen und zu zeigen haben.
Sie ist vorbei: die Euphorie, mit der vor etwa einem Jahrzehnt Power-Point und Beamer in Besprechungen und Seminaren, auf Kongressen und Tagungen begrüßt wurden. Sie ist dem Unbehagen darüber gewichen, dass statt strukturierter und pointierter Aussagen unzählige Folien präsentiert werden, dass viel Folie um nichts gemacht wird.
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Weniger ist mehr: Eine Präsentation sollte nicht mit technischen Raffinessen überfrachtet sein. (© Foto: dpa)
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Deshalb für die Rückkehr zum medienfreien Vortrag zu plädieren, wäre freilich unangemessen.
Was aber sollte man wissen, um Projektergebnisse, Analysen und Planungen überzeugend präsentieren zu können? Dreierlei: Man muss etwas zu sagen und zu zeigen haben. Und man sollte im Umgang mit Power-Point die Tugend der Zurückhaltung pflegen.
Inhalte zuerst
Vorträge und Referate sind kein Nachweis technischer Kompetenz. Bei der Vorstellung etwa eines Projekts steht die Arbeit im Vordergrund. An zweiter Stelle steht die Person, die sie vorstellt. Analysen, Schlussfolgerungen oder Beispiele können beeindrucken, Menschen können überzeugen - technische Hilfsmittel nicht. Die Grundregel des Medieneinsatzes lautet daher: Inhalte zuerst.
Power-Point ist ein tolles Programm: Man kann problemlos Bilder, Sound und Videos integrieren, Darstellungen dynamisieren und Hand-outs sowie Manuskripte erstellen. Damit die Power-Point-Vorzüge zum Tragen kommen, sollte man allen Schnickschnack ignorieren, den das Programm anbietet: Die meisten Vorlagen für die Foliengestaltung sind Spielerei und unangemessen für seriöse Themen. Deshalb sollte man seine eigenen - schlichten - Vorlagen gestalten.
Zunächst ist zu klären: Was will ich sagen? Wie strukturiere ich das, was ich sagen will? Was stelle ich in den Mittelpunkt? Welche Beispiele und Belege ziehe ich heran? Sind diese Fragen beantwortet, lässt sich sinnvoll über den Einsatz von Medien entscheiden und überlegen, wie man was visualisiert. Nicht vorher! Wer den zweiten Schritt vor dem ersten macht, kommt ins Stolpern.
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@Eiermeier:
Interessanter Aspekt (nicht zuletzt weil tatsächlich im Artikel einfach PowerPoint vorausgesetzt wird).
Klappt bei Ihnen der Austausch mit PowerPoint-Nutzern dann softwaremäßig reibungslos?
Zunächst finde ich es gut, dass zu diesem Thema einmal ein Artikel erschienen ist. Aber ich denke, er sollte eine Fortsetzung finden.
Die Angaben gehen zuweilen zu sehr ins absolut festgeschriebene Detail. Manche Situationen erfordern aber vielleicht andere Darstellungen.
Wenn schon auf Farben eingegangen wird, sollten Farbseh-Störungen wie z. B. die Rot-Grün-Schwäche berücksichtigt werden, die weiter verbreitet sind als viele glauben.
Und persönlich fühle ich mich geehrt, wenn der Referent zum Schluss zum mündlichen Dank eine Folie "Vielen Dank..." zeigt, denn immerhin hat er sich für uns Zuhörer noch die Extra-Zeit genommen und tut dies nicht arrogant als lästige Floskel ab.
Das sollte natürlich nicht zu Lasten des Inhaltes gehen!!! Aber wer im Land hat das Recht, so etwas als unprofessionell abzutun?
Es gibt nicht Grauslicheres als Präsentationen mit mehr oder weniger heller Schrift auf dunklem Hintergrund. Bevorzugt: Tintenblau auf Schwarz, weil das so gut zur 'Farbe' der Dienstwagen passt oder so.
Der Sinn der Präsentation sollte nicht das Verschleiern der Informationen sein. als besser w wie white.
... sondern mache meine Präsentationen mit OpenOffice.org Impress.
Netter Artikel, den man sich zu Gemüte führen kann/sollte - seltsam fand ich nur, dass auf 'w' wie 'white' hingewiesen wird, nicht aber auf 'b' wie 'black'...
Mit 'b' erhalte ich nämlichen einen schwarzen Monitor - was meist professioneller wirkt als ein blenden weißer Hintergrund... ;))