Vitamin B schadet nur dem, der es nicht hat: Ein gutes Netzwerk kann in der Krise die Jobsuche erleichtern. Schwer haben es Einsteiger - doch auch für sie gibt es Strategien.
In Zeiten wirtschaftlichen Abschwungs ist die Jobsuche kein Kinderspiel - auch für Bewerber mit guten Referenzen. Doch es gibt einen Weg, der die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert: das Netzwerken, in Deutschland oft etwas herablassend "Vitamin B" genannt.
Bewerbungsmappe: Die Empfehlung von Freunden und Bekannten hilft, Personaler auf sich aufmerksam zu machen. (© Foto: iStock)
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Denn besonders in Krisenzeiten bewahrheitet sich eine alte Weisheit: Beziehungen schaden nur dem, der sie nicht hat. "Gerade in schwierigen Zeiten, wenn Unternehmen sich mit Neueinstellungen zurückhalten, sind Beziehungen besonders wichtig", sagt Doris Brenner, Personalberaterin im hessischen Rödermark.
Karriereorientiert und engagiert
"Unternehmen wollen kein Risiko eingehen und greifen daher am liebsten auf Bewerber zurück, die sie selbst kennen oder die ihnen empfohlen werden", sagt Brenner. Das bestätigt auch Katharina Krebs, Human Ressources Managerin bei der Accor-Hotelgruppe in München: "Kontakte helfen, von Vakanzen zu erfahren, bevor sie bekannt werden." Einige Unternehmen rekrutierten nur noch über Netzwerke. "Zudem kann man sich über Netzwerke erkundigen, wie gut oder schlecht es in einer Firma aussieht, bevor man sich entschließt, dort zu unterschreiben."
Auch Mentoring-Netzwerke sind ein gutes Instrument, Kontakte zu knüpfen und sich ins Gespräch zu bringen: "Die Menschen, die sich im Rahmen eines Mentoring-Programms kennenlernen, schätzen sich wechselseitig als karriereorientiert und engagiert ein", sagt Christine Kurmeyer. Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Berliner Charité ist Vorsitzende des Vereins Forum Mentoring. Daher sei die Bereitschaft, sich gegenseitig aktiv zu fördern, sehr hoch.
Empfehlung als Vertrauensvorschuss
Mentees, aber auch Mentorinnen und Mentoren werden dann, wenn sie jobsuchend sind, auf Stellenangebote aufmerksam gemacht. "Oder ihr Name wird anderweitig ins Spiel gebracht." Beim Netzwerken gehe es immer ums Thema Vertrauen, betont Brenner: "Eine Empfehlung ist ein Vertrauensvorschuss, den der Empfehlende für eine Person gibt." Diese informellen Wege seien ein großer Vorteil im Vergleich zu einer reinen Arbeitsvermittlung über die Arbeitsagenturen oder die Medien, erläutert Kurmeyer.
"Qualifikationen der Beteiligten sind dann schon in einem weiteren Kreis von potenziellen Arbeitgebern bekannt - diese Form von Empfehlung hilft sehr direkt schon über die erste Hürde zur Einladung zu einem Vorstellungsgespräch." Die Netzwerke können dabei gar nicht groß genug sein: "Je mehr Leute man kennt, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand aus dem Netzwerk von einer offenen Position weiß und man davon profitieren kann", sagt Brenner.
Das bestätigt auch Katharina Krebs: "Man landet eher bei Headhuntern in der Kartei, wird für Vakanzen schneller angesprochen." Davon abgesehen helfe das Netzwerk aber nicht immer, "zumal es in manchen Netzwerken nicht erwünscht ist, dass Stellengesuche veröffentlicht werden".
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dann möchte ich doch gern das Netzwerk, das uns den so hervorragenden Herrn von Guttenberg beschert hat nach den unten beschriebenen Regeln abklopfen. Wie kann man nur so einen Schwachsinn veröffentlichen. Werden wir wirklich auf blöd getrimmt.
manchmal habe ich das Gefühl das Stellen ohnehin nur ausgeschrieben werden, damit die SPD Ruhe gibt. I
n der Regel ist es nämlich tatsächlich der Papa und seine Freunde die Jobs beschaffen.
Dieser Artikel beschreibt die Theorie. In der Praxis schaut es dann ganz anders aus. Es sind nicht immer nur die Besten, die dann rechtmäßigerweise durch Netzwerke zu Stellen kommen. Und es sind auch nicht immer (mühsam oder engagiert) aufgebaute Netzwerke, sondern manchmal nur der Papa, der halt einen hohen Posten in der Firma oder in einer entsprechenden Partei hat. Was, wenn einer felxibel genug war, seine Karriere oder Ausbildung an verschiedenen Orten durchzuführen, dann aber dort beginnen möchte, wo er aufgrund berufs-oder ausbildungsbedingter anderweitiger Beschäftigung, noch nie gewesen ist, sich keine Kontakte aufbauen konnte und plötzlich einer Realität gegenübersteht, in der Jobs ausschließlich nach Beziehungen vergeben werden?
Die Frage ist, ob sich Unternehmen damit nicht langfristig gesehen selbst ins eigene Fleisch schneiden, wenn sie sozusagen immer in ihrem eigenen Saft schmoren, und nicht riskieren auch mal "unbekannte" Leute einzustellen. Manchmal drängt sich einem das Gefühl auf, hier (in Deutschland?) würden neue Ideen, Kritik und andere Arbeitsweisen als negativ betrachtet.
Das spricht grundsätzlich nicht gegen Networking oder Empfehlungen, sollte dann die Entscheidung über die zu besetzende Stelle wirklich fair nach den beruflichen und menschlichen Qualitäten der Bewerbern ausfallen!