Kaffee allein reicht offensichtlich nicht mehr aus: Immer mehr Studenten greifen in Stresssituationen zur Pille. Einige Studiengänge sind besonders gefährdet.
Früher putschten sich Studenten mit Kaffee und Alkohol auf, heute greifen sie gleich zur chemischen Keule.
"Viele nehmen die Tabletten wie Drops": Immer mehr Studenten greifen in Stresssituationen zur Pille. (© Foto: ddp)
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Wegen des zunehmenden Leistungsdrucks an den Universitäten greifen nach Ansicht von Isabella Heuser, Psychotherapeutin an der Beliner Charité, mehr Studenten als früher vor Prüfungen zur Pille. "Dem erhöhten Wettbewerbsdruck in der Gesellschaft wird begegnet, indem man zu solchen Substanzen greift", sagte Heuser der dpa. "Durch sie wird man nicht klüger, aber man kann länger und konzentrierter arbeiten."
Statt Kaffee würden neuerdings immer mehr Substanzen eingenommen, die man zum Teil nur mit Rezept bekommt, wie etwa Ritalin, Modafinil oder Methylphenidat. Diese Aufputschmittel seien besser verträglich als ihre Vorgänger und ein Segen etwa für Patienten mit Schlafkrankheit. "Sie sind aber nicht für Studenten gedacht", betonte Heuser, "wir brauchen dringend eine gesellschaftliche Diskussion über unsere Wettbewerbskultur."
Vor allem Jura- und Medizinstudenten seien anfällig für Medikamentenmissbrauch, weil man in diesen Fächern sehr viel in sehr kurzer Zeit lernen müsse und die Note immer wichtiger werde, um einen Arbeitsplatz zu ergattern.
Der traditionelle Kaffee sei bei den Studenten weiterhin sehr beliebt. Und wenn dessen Wirkung nicht mehr ausreiche, folge der Griff zu Koffeintabletten. "Viele nehmen die Tabletten wie Drops", sagte Heuser, weil es sie freiverkäuflich in der Apotheke gebe. Um einschlafen zu können werde dann abends viel Alkohol getrunken.
Mit dieser "Schaukelmedikation" - morgens Aufputsch- und abends Beruhigungsmittel - werde der natürliche Schlafrhythmus empfindlich gestört. Einige der Studenten landeten so nach einigen Wochen mit einem kompletten körperlichen Zusammenbruch in der Ambulanz ihrer Klinik.
- Universitäten Doping-Kontrolle für Studenten 10.03.2008
- Burn-out und Depressionen Studenten im Stress 19.06.2008
(dpa/cag)
Moderne Verwaltung
Hier wird es von der Autorin als "Aufputschmittel" bezeichnet, anderswo wird dieselbe Substanz im Zusammenhang mit der Erkrankung AD(H)S als "ruhigstellende Droge" diffamiert. Beides ist natürlich wirklich falsch!
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naja, das ist nicht so wirklich falsch.
ritalin, was eigentlich nichts anderes ist als "cristal speed", wirkt bei ads (erkrankten) konzentrationsfördern und beruhigend. bei "gesunden" wirkt ritalin aber sehr wohl aufputschend.
Dann ist es wohl angebracht, vor Prüfungen in der Jura- und Medizinfakultät eine Dopingprobe durchzuführen. Um den Betrug an den Kommilitonen zu verhindern, oder was man sich immer als Argument in anderen Bereichen einfallen ließ.
Mir gefällt die allzu unseriöse Wortwahl in dem Artikel nicht: "chemische Keule" statt "Medikament", "Pille" statt "Tablette", "Aufputschmittel" statt "Stimulanz".
Abgesehen davon erwähnt die Autorin unter der Rubrik "Aufputschmittel" das Ritalin und das methylphenidat. Nun, Methylphenidat ist der Wirkstoff von Ritalin. Ritalin ist der Handelsname (bzw. ein Handelsname von etlichen anderen) für die Substanz Methylphenidat. Hier wird es von der Autorin als "Aufputschmittel" bezeichnet, anderswo wird dieselbe Substanz im Zusammenhang mit der Erkrankung AD(H)S als "ruhigstellende Droge" diffamiert. Beides ist natürlich wirklich falsch!
Letztlich zeigt das nur, wie ideologisch verfälscht der Blick sogenannter Expert(inn)en sein kann und wie wenig es ihnen, auch der Autorin dieses Artikels, daran liegt, sich objektiv und differenziert einem Sachverhalt anzunehmen. Statt dessen wird "Stimmung gemacht", in diesem Falle von einer Psychotherapeutin (!) gegen Medizin. Klar: Therapeuten(innen) waren schon immer gegen Medikamente, heißt es jedenfalls. Betrachten wir diesen Artikel als Bestätigung.
Mit einem hat sie allerdings vollkommen recht: "wir brauchen dringend eine gesellschaftliche Diskussion über unsere Wettbewerbskultur. Das stimmt! Aber bitte mit weniger Ideologie!
Auch hier habe ich nichts gegen ihre Bemerkungen nichts einzuwenden. Nach heutigen Maßstäben dürfte ich wohl nicht mal mehr ans Gymnasium, gehöre wohl zu den Spätzündern. Von daher, ganz klar: Überrent die Unis und meldet euch an...
Aber, bitte eben auch die Zeichend er Zeit erkennen, wenns nicht klappt, dann halt mit etwas anderem.
Was das Thema selbständiges Denken angeht, ich glaube, daß ist eine Filmromantik à la Club der toten Dichter. Dafür ist jeder selbst verantwortlich.
obi weiss eben alles.
nein, spass beiseite, das ist eigentlich alles wenig witzig. das problem: diejenigen, die zu anfang des studiums vielversprechend wirken, sind u. u. rohrkrepierer. die, die man dafür gehalten hat, starten nach dem grundstudium durch. deshalb scheint es nicht ganz abwegig, viele leute ein studium beginnen zu lassen. das prblem ist eben ressourcenknappheit und wettkampf. und zu wenig zeit für musse. wer wird denn heute noch sagern können, dass das studium die schönste zeit des lebens ist? dazu ist das viel zu verschult, und die leute verlernen das potential kreativen denkens. tragisch, eigentlich. und unter koffeindruck produzierte werke sind vielleicht im ersten moment ok, lnagfristig jedoch nicht zu empfehlen. gebt den leuten zeit. wir werden bald arbeiten bis wir 80 sind - da kommt's doch auf zwei jahre in den roaring twenties nicht an, oder? aber ich beharre. die hochschulleitungen sind zu sehr an ihren statistiken interessiert, als dass sie bemerken würden, was sie sich da heranzüchten...klonkrieger eben.
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