Schulische Bildung, Lernen am Arbeitsplatz, soziales Engagement oder politische Teilhabe: Lebenslanges Lernen beinhaltet weit mehr als Schul- und Ausbildung. Einer Studie zufolge bietet Bayern dafür die besten Bedingungen - sehr viel schlechter sieht es hingegen im Norden der Republik aus.
Bayern bietet einer neuen Studie zufolge die besten Bedingungen für lebenslanges Lernen: Die Kreise und kreisfreien Städte des Freistaats liegen im bundesweiten Vergleich mit deutlichem Abstand an der Spitze, wie aus dem am Montag vorgestellten "Deutschen Lernatlas 2011" der Bertelsmann-Stiftung hervorgeht. Die Lernumfelder auf dem Land sind dabei häufig besser als in den Städten.
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Lernen hört nie auf - doch in Deutschland bieten einzelne Regionen und Städte dafür unterschiedliche gute Bedingungen. (© ddp)
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Den bundesweit besten Wert erzielte der unterfränkische Landkreis Main-Spessart. Gesamtsieger unter den Großstädten ist München vor Dresden, Stuttgart und Nürnberg. Bei den kleineren Großstädten mit weniger als 500.000 Einwohnern liegt Erlangen vorn, gefolgt von Heidelberg und Würzburg. Unter den Klein- und Mittelstädten belegte Bamberg den ersten Rang, im Vergleich der Landkreise im ländlichen Raum schnitt Miesbach am Besten ab.
In allen Regionstypen liegt der Studie zufolge der schlechteste bayerische Vertreter immer noch über dem bundesweiten Durchschnittswert. Kein anderes Bundesland habe zudem so viele "Überraschungssieger" zu bieten, die trotz ungünstigerer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zu den besten Lernregionen gehören. Beispiele seien Städte wie Kaufbeuren und Rosenheim sowie die Landkreise Eichstätt und Regensburg.
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer betonte, der "Lernatlas" zeige ein unmissverständliches Bild: "Top-Bildung im Süden und zum Teil dramatischer Nachholbedarf im Rest der Republik." Er könne nur dazu auffordern, der Bildungspolitik erste Priorität einzuräumen und "rot-grüne Schulexperimente zu beerdigen". Das gegliederte Schulsystem im Freistaat fördere die unterschiedlichen Talente der Kinder am besten und sei damit die Basis für den Bildungserfolg Bayerns, sagte er.
Im "Deutschen Lernatlas" wird untersucht, wie gut es sich in den etwa 400 Kreisen und kreisfreien Städten sowie Bundesländern der Republik lernen lässt. Dabei wird nicht nur das Lernen in Schulen, Hochschulen oder Betrieben betrachtet, sondern auch das persönliche und soziale Engagement der Bürger. Untersucht wurden etwa die Möglichkeiten zur beruflichen Weiterbildung, zum Lernen am Arbeitsplatz, zu sozialem Engagement und zu politischer Teilhabe. Bewertet wurde auch, ob es Kurse zur persönlichen Weiterbildung gibt.
Im Bundesvergleich schnitten die Nordländer deutlich schlechter ab als der Süden. Hinter Bayern belegt Baden-Württemberg den zweiten Platz. Dahinter folgen etwa gleichauf Regionen in Sachsen, Rheinland-Pfalz und Hessen. Schlusslicht ist Bremen. Auch in Berlin sind die Bedingungen für lebenslanges Lernen im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten unterdurchschnittlich. Unter insgesamt 13 Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern belegte die Hauptstadt Platz zehn.
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(dapd/dpa/gal/cag)
Christopher Lee zum 90.
Mir ist nicht klar, warum diese Sammlung von Zahlen, deren Genauigkeit sogar mit 2 Stellen nach dem Komma angegeben wurde und damit den Eindruck besonders sorgfältiger Arbeit vermitteln soll, „Lernatlas“ genannt wird. Von Anfang an wirkt somit diese Zahlensammlung, die nichts anderes ist, als eine unvollständige und mit vielen Fehlern und Ungenauigkeiten behaftete statistische Erhebung unglaubwürdig, auch wenn sie im Ergebnis einem allgemeinen, aber längst bekannten Deutschlandtrend folgt. Trotzdem ist sie leider ein gefundenes Fressen für Politiker, die Erfolge in ihrer Region stolz herauszustellen.
Jeder, der über dieses Zahlenwerk spricht sollte sich vorher genauer informieren und sich einarbeiten. Leider ist es nicht möglich, die Entstehung des Papiers nachzuvollziehen. Ausführliche Informationen hierzu sind nicht aufzufinden, obwohl in der Kurzfassung ein Hinweis auf den „detaillierten Methodikbericht des Deutschen Lernatlas“ gegeben wird, den man trotz mühsamen Suchens im Internet nicht entdecken kann.
Man erfährt lediglich, daß hier ein kanadisches Verfahren zugrundeliegt, das „angepasst“ wurde. Wie dies erfolgte bleibt offen. Dem Leser würde es brennend interessieren, warum gerade diese wenigen 38 Indikatoren herangezogen wurden und auf welche Weise die Gewichtung der Kennzahlen erfolgt ist. Und es fehlen die absoluten und noch nicht manipulierten Basiszahlen. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum z.B. die Wahlbeteiligung mehr als doppelt so hoch und die Parteimitgliedschaft weit höher bewertet werden als die Bereitschaft zur Knochenmarkspende. Und es kann doch wirklich nicht davon ausgegangen werden, daß in einem Landkreis mit sehr hoher Wahlbeteiligung die Lernbedingungen besser sind als im Nachbarlandkreis mit geringer Wahlbeteiligung!
Daß viele Daten nicht erfasst, aber dafür die Werte ganzer Regierungsbezirke eingesetzt wurden hat die Erfinder dieses Papiers nicht davon abgehalten, trotzdem hierfür Werte mit zwei Kommastellen anzusetzen.
Daß an einigen Stellen Nachholbedarf im Lernen besteht zeigt sich schon an den 4 Grafiken am Anfang der Kurzfassung, in denen die einzelnen Bundesländer mit ihren Regierungshauptstädten aufgeführt sind. Der Leser stellt sofort fest, daß allein 3 davon falsch sind und eine vierte ganz fehlt.
Der Begriff „Lernatlas“ ist hier am falschen Platz. Besser wäre die Bezeichnung: „Unverbindliche und unvollständige Statistische Zahlensammlung“.
"Den bundesweit besten Wert erzielte der unterfränkische Landkreis Main-Spessart. "
kwT
Verquere Eugenik. Willkommen im Nordosten, Herr Sarrazin.
Mit der "Studie" des Medienkonzerns Bertelsmann verhält es sich ganz ähnlich wie mit den Ratings der allzu bekannten Agenturen: Wer bezahlt bestellt und erhält direkt das gewünschte Ergebnis.
Mazel tov
...
glaubt eigentlich irgendwer etwas von dem, was die Bertelsmann Stiftung so publiziert?
Paging