Hochzeit im Hörsaal "Wir sorgen für Blumen und schildern die Klos aus"
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Wer sich an der Uni Hannover verliebt, kann sich in seinem alten Hörsaal trauen lassen. Die Alumni-Beauftragte Monika Wegener hofft auf romantische Feste.
sueddeutsche.de: Frau Wegener, in einem Hörsaal der Universität Hannover sollen demnächst Paare heiraten können. Wie läuft so eine Trauung ab?
Hörsaal B 305: Normalerweise wird hier Mathematik gelehrt, in den Semesterferien soll aber bald geheiratet werden.
(Foto: Foto: Universität Hannover)Monika Wegener: Im Prinzip genau so wie auf einem Standesamt. Vorne steht der Standesbeamte mit dem Brautpaar und führt die Trauung durch. Hat ein Paar Trauzeugen, stehen sie auch vorne an der Tafel, und die Hochzeitsgäste nehmen in den aufsteigenden Stuhlreihen Platz, wo sonst die Studenten sitzen.
sueddeutsche.de: Wie groß ist denn dieser Hörsaal?
Wegener: Im Hörsaal B 305 finden sonst die Vorlesungen der Mathematiker und Bauingenieure statt. Dort passen 165 Leute rein.
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sueddeutsche.de: Das ist ja ziemlich groß. Kommt sich das Brautpaar da nicht verloren vor?
Wegener: Nicht, wenn es sein ganzes Semester mitbringt, dort ist Platz genug für alle. So sind wir ja auf die Idee gekommen: In erster Linie richtet sich das Angebot an ehemalige Studenten, die sich an der Uni kennengelernt haben und die sich mit ihrer Hochzeit an diese schöne Zeit erinnern wollen. Da gehören natürlich auch die früheren Kommilitonen dazu. So wollen wir unsere Alumni an die Universität Hannover binden. Aber Professoren, Mitarbeiter oder die jetzigen Studenten können natürlich auch bei uns heiraten.
sueddeutsche.de: Harte Bänke in engen Reihen, vier Tafeln, ein Overheadprojektor und keine Bilder an den Wänden - schaut man sich den Hörsaal an, klingt das alles nicht gerade romantisch.
Wegener: Ach, das würde ich so nicht unbedingt sagen. Wir kümmern uns natürlich um Blumenschmuck, aber davon abgesehen wollen wir ja einen Raum anbieten, den es so tatsächlich nur an der Uni gibt - und in dem man sich an die schöne Studentenzeit erinnert. Deshalb werden wir sonst nichts verändern. Das Standesamt hat uns nur den Tipp gegeben, die Toiletten sehr gut auszuschildern. Die Brautleute und die Verwandten sind offenbar immer sehr nervös und deshalb oft auf der Suche nach den Klos. Und wir wollen ja nicht, dass sich jemand verläuft.
sueddeutsche.de: Wenn ich mir vorstelle, ich stünde in meinem früheren Statistik-Hörsaal, wäre mir nicht gerade nach Heiraten zu Mute.
Wegener: Es gibt bestimmt Menschen, die sich gerne daran erinnern. Leider weiß ich noch nicht, wie groß die Resonanz ist, da uns das Standesamt noch keine Rückmeldung gegeben hat. Aber ich rechne fest damit, dass wir im Februar die erste Trauung haben.
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