Das Statistische Bundesamt hat ermittelt, wie hoch die Gehälter in mehr als 100 Berufen sind. Die Gehaltsunterschiede können bis zu 75.000 Euro betragen.
Große Unternehmen gelten vielen Menschen als behäbig - unflexibel, träge und mit einer als beamtenhaft verspotteten Versorgungsmentalität behaftet. Aus rein monetärer Arbeitnehmer-Sicht sind große Firmen jedoch die attraktivsten Arbeitgeber. Denn: Je größer ein Unternehmen ist, umso mehr verdienen seine Mitarbeiter.
Lohntüte: Geschäftsführer und Juristen verdienen am meisten. (© Foto: dpa)
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Das ist das Ergebnis einer VerdienstStudie des Statistischen Bundesamtes, die am Mittwoch erschienen ist. Den Angaben zufolge verdienten Beschäftigte in Firmen mit bis zu 19 Arbeitnehmern 2006 durchschnittlich 2534 Euro brutto im Monat. In Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern waren es 3618 Euro, also gut 40 Prozent mehr.
1986 Euro netto im Jahr
Das durchschnittliche Einkommen im produzierenden Gewerbe, im Handel, bei Versicherungen und Banken betrug zum Zeitpunkt der Untersuchung 3093 Euro. Davon blieben Arbeitnehmern netto 1986 Euro, so das Ergebnis der Befragung von 34.000 Betrieben und mehr als drei Millionen Beschäftigten.
Von 100 Euro Bruttolohn landeten nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben laut den Statistikern mithin im Schnitt etwa 64,41 Euro bei den Menschen. Das Verhältnis von Brutto und Netto wich damit im Oktober 2006 leicht von den Ergebnissen früherer Verdienst-Studien ab. 1995 blieben nach Abzug von Lohnsteuern und Sozialbeiträgen noch 65,23 Euro übrig, 2001 waren es 64,77 Euro.
Prämien für besondere Leistungen
Die Verdienstspanne der von den Statistikern untersuchten Berufsgruppen - Selbständige sind darin nicht enthalten - beginnt am unteren Ende bei einem Jahreslohn von 15.787 Euro für Frisöre und endet am oberen Ende bei 92.556 Euro für Geschäftsführer und Leiter von Geschäftsbereichen (Tabelle). Den zweithöchsten Verdienst haben Rechtsvertreter mit 82.135 Euro, gefolgt von Piloten (Luftverkehrsberufen) mit 77.796 Euro und Unternehmensberatern mit 76.172 Euro. Ebenfalls sehr hohe Bruttojahresverdienste erhielten angestellte Ärzte mit 75.895 Euro sowie Chemiker mit 75.533 Euro.
Den neben Friseuren niedrigsten Verdienst haben Wäscher und Plätter mit 20.629 Euro, Glasreiniger und Gebäudereiniger mit 21.414 Euro, Raumpfleger mit 21.779 Euro, sogenannte hauswirtschaftliche Betreuer mit 21.951 Euro sowie Fleisch- und Wursthersteller mit 23.333 Euro.
Die Statistiker haben auch Daten über Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld oder Prämien für besondere Leistungen erhoben. Ein hohes Gehalt geht danach meistens auch mit relativ üppigen Extra-Vergütungen einher. Bei Unternehmensberatern beispielsweise sind in dem Bruttojahresverdienst von 76.172 Euro fast 13.000 Euro Sonderzahlungen enthalten, das sind 17 Prozent. Bei Frisören dagegen beträgt die Extra-Vergütung gerade einmal 2,1 Prozent oder 337 Euro im Jahr.
(SZ vom 24.7.2008/bön)
DFB-Torhüter ter Stegen
Immer noch unter 4000 in Monat
Der Mittelwert von 76.000 Euro ist natürlich von einigen Spitzenverdienern mitgeprägt. Dass Assistenzärzte aber ach so arme Hungerleider sind, ist (nach der Abschaffung des AiP nicht so ganz richtig). Das Minimum (ohne Dienste, ohne Pool), was man als Arzt 2008 nach TVÖD verdienen kann, sind 40.408 Euro (E14, Stufe1, mal 12,6).
Ein Assistenzarztgehalt fängt also NICHT mit einer 3 dran. Liebe Kollegen, Klappern gehört zum Geschäft und manch einer verdient hier im internationalen Vergleich sicher deutlich zu wenig, dennoch sollte man in der Argumentation redlich bleiben. Mal ganz abgesehen von den zahllosen Karrieremöglichkeiten für Dokters, deren Priorität das Geldverdienen ist. Da träumen andere Akademiker von (ein paar Naturwissenschaftler mal ausgenommen).
Das ein Arzt knapp 76.000 Euro im Jahr verdient, macht ihn zum Angestellten in einer Privatklinik, einem Inhaber einer richtig gut gehenden Praxis oder zumindest zu einem, der die Karriereleiter schon sehr weit hoch geklettert ist. Ein Assistenzarztgehalt faengt mit einer 3 an und es dauert lange bis man da tariflich eine 7 erreicht. Das erweckt einen voellig falschen Eindruck und laesst die Streikdebatten der Aerzte fuer Nicht-Aerzte und vor allem Patienten unverstaendlich erscheinen.
Allein die Tatsache das Datenverarbeitungsfachleute ein riesiges Sammelbecken ist, das vom IT-Kaufmann bis zum Professor der Informatik reicht, macht die Aussage dieser Tabelle eigentlich wertlos, jedenfalls für mich.