Obermann, Diekmann, Ackermann: Unter den Vorstandsvorsitzenden deutscher Konzerne finden sich erstaunlich viele "manns". Was der Name für die Karriere bedeuten kann.
Wie mag es sich wohl anfühlen, "E" zu heißen? Der amerikanische Soziologe Dalton Conley überlegt öffentlich im Magazin Psychology Today, ob er seiner Tochter Gutes tat, als er ihr den Vornamen E gab.
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Nicht nur die Visitenkarte ist wichtig - auch, welcher Name darauf zu lesen ist. (© Foto: iStock)
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Seine Idee war, dass sie sich ihren Namen dann später selbst aussuchen könnte. Spätestens in der Pubertät würde sie sich dann - um ihre Eltern zu ärgern - bestimmt für so etwas Altmodisches wie Elisabeth entscheiden, glaubte Conley. Mit zwölf Jahren allerdings nennt sie sich immer noch nur E. Immerhin passt sie so in die heutige Zeit, die die Wirtschaftswoche kürzlich zur "E-Poche" ausrief.
Dass einem der eigene Name in beruflicher Hinsicht ebenso viel nützen wie schaden kann, zeigen Studien immer wieder. Es fängt in der Schule an. Gute Karten bei den Lehrern haben Forschungen der Universität Oldenburg zufolge Kinder, die Charlotte und Sophie, Alexander oder Maximilian heißen. Einen schweren Stand haben die Mandys und Kevins, Angelinas und Justins. Kevin, so einer der befragten Lehrer, sei kein Name, sondern eine Diagnose.
Nach Namen aussortiert
Auch bei Bewerbungen wird nach Namen aussortiert. Wie eine Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit zeigt, kommen türkische Namen schlecht an. Ein Tobias Hartmann wird trotz gleicher Qualifikation eher zum Vorstellungsgespräch eingeladen als ein Serkan Sezer, dessen Chancen je nach Unternehmensgröße um bis zu 24 Prozent schlechter sind.
Um solche Benachteiligungen zu vermeiden, fordert die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, anonymisierte Lebensläufe für Bewerber.
Wer schon einen Job hat, mag das ungerecht finden, schließlich plagt er sich tagaus, tagein mit der Wirkung seines Namens ab. Manche versuchen, ihn mit der Nennung eines angedeuteten zweiten Vornamens interessanter zu machen, als Peter C. Müller zum Beispiel.
Vor der Schlussfolgerung, es nun am besten Dalton Conley nachzumachen und gleich ganz auf Buchstaben zu setzen, sei jedoch gewarnt. Auch ein vermeintlich neutrales Herr A kann unschöne Assoziationen auslösen. Wer Herrn A dagegen wohlgesinnt ist, interpretiert hinein, dass A immer vorne dran ist.
"mann" ist auffällig häufig
Noch schwieriger wäre es, würden Vorname und Name abgekürzt. Josef Ackermann von der Deutschen Bank käme dann prima als "JA" weg, aber was würde Herbert Hainer von Adidas zu "HH" sagen? Ein Blick auf die Namen der Dax-Vorstände zeigt, dass hier eine gute Mischung herrscht: Zeitlose (Michael und Thomas) sind ebenso vertreten wie altmodische (Peter).
Auffallend häufig sind jedoch bei den Nachnamen Endungen mit "mann": Michael Diekmann von Allianz, Josef Ackermann von der Deutschen Bank, René Obermann von der Telekom, Jürgen Großmann von RWE.
Es wäre eine herausfordernde Forschungsaufgabe zu entschlüsseln, ob hier ein Wettbewerbsvorteil vorliegt. Dass man es auch mit einem äußerst ungewöhnlichen Namen zu Berühmtheit bringen kann, hat kürzlich der Vulkan Eyjafjallajökull bewiesen.
Dalton Conley übrigens hat dazugelernt. Seinem zweiten Kind wollte er - man weiß ja nie, wer künftig den Ton angibt - einen Namen geben, der nicht auf seine ethnische Zugehörigkeit schließen lässt. Nachdem seine Frau nichts von "XY" hielt, heißt sein Sohn nun Yo Xing Heyno Augustus Eisner Alexander Weiser Knuckles. Lesen Sie hierzu Berichte in der Süddeutschen Zeitung.
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(SZ vom 03.05.2010/joku)
Umweltstiftung WWF in der Kritik
Nutzloser Artikel. Lauter Altbekanntes, mit ein oder zwei neuen, völlig uninteressanten Anekdoten vermischt, einmal durcheinander geschüttelt und in einen Artikel ge-... gossen.
Wovon handelt der eigentlich? Davon, ob/daß Namen einen Einfluß auf die Karriere haben? Dazu könnte man sogar einiges sagen. Und bei der Recherche schnell herausfinden, daß es keine "herausfordernde Forschungsaufgabe" ist, den Einfluß von Namen herauszufinden, sondern längst gemacht wurde. Andererseits... wenn man Inhalt zu schreiben hätte, könnte man dann natürlich nicht so genüßlich und strukturlos herumlabern.
Liebe SZ, verliert Ihr wirklich so viel Geld, wenn Ihr mal einen Artikel weniger produziert? Lieber kein Artikel als ein schlechter Artikel! ... oder hofft Ihr, daß ich jetzt aus lauter Verzweiflung auf ein Werbebanner klicke?!
Oh, Mann - diese Häufigkeit gilt jedoch auch für den großen großen Rest der Bevölkerung - und wenn's dann mal ein paar von den vielen "männern" an die Unternehmensspitzen schaffen - na, und?
Absolut sinnfrei das Ganze!
"Da wundert es dann natürlich auch nicht, wenn diese Namen seltener in Jobs auftauchen, die höhere Bildung und bessere Manieren erfordern, da diese meistens (nicht immer!) in der Unterschicht vernachlässigt werden."
Bildung wird in der Unterschicht nicht nur vernachlässigt, die Unterschicht wird durch unser Bildungssystem relativ effektiv von der Bildung ausgeschlossen.
Empfohlen seien hier OECD und PISA-Studien, die dringend eine Veränderung im deutschen Schuilsystem empfehlen ( bzw. dem dt.Schulsystem eien großen Teil der Verantwortung für die enorme Chancenungleichheit in D geben).
Allerdings wäre es tatsächlich schön, wenn sich manche Unterschichteneltern ihren Kindern zuliebe verändern würden. Nur: Die Kinder zahlen halt ihr Leben lang für ihre Herkunft.
@HoChiMinh: Sie wissen doch gar nicht, was wirkliche Repression ist!
Es gab schon einmal einen Artikel über Namen für Führungspositionen bzw. Vorurteile über (Vor)namen.
Dass Kevin, Mandy, Leonie/Leon und "Schakke-line" vor allem in der Unterschicht vergeben werden und man auch ob der dadurch erzeugten Vorurteile zuerst daran denkt, wenn man die Namen hört, dürfte ja inzwischen klar sein.
Da wundert es dann natürlich auch nicht, wenn diese Namen seltener in Jobs auftauchen, die höhere Bildung und bessere Manieren erfordern, da diese meistens (nicht immer!) in der Unterschicht vernachlässigt werden.
Der perfekte deutsche Filzbürokrat heißt Biedermann. Der funktioniert zuverlässig und kann alles organisieren. Insbesondere auch Repression und Vernichtung.
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