Fachlich brillant, menschlich eine Katastrophe: Viele Führungskräfte scheitern an mangelnder sozialer Kompetenz. Mitarbeiter leiden besonders unter dem rauen Umgangston.
Vielversprechende Nachwuchsführungskräfte sind nicht automatisch erfolgreich. Fachlich ist der neue Chef der Abteilung möglicherweise brillant. Aber kaum ist er einen Monat im Unternehmen, hagelt es Beschwerden aus der Führungsebene, und in seiner Abteilung schnellt die Fluktuation nach oben.
Wütender Chef: Im Umgangston kann es große Unterschiede zwischen Betrieben geben. (© Foto: iStock)
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Das Beispiel ist kein Einzelfall. Führungskräfte scheitern zu 90 Prozent nicht an fachlichen Defiziten, sondern an mangelnder sozialer Kompetenz. Ein Manko kann fehlende Führungserfahrung sein. Zwar fühlt sich jeder geschmeichelt, wenn ihm eine wesentlich attraktivere und besser bezahlte Stelle angeboten wird und traut sie sich vielleicht auch zu. Aber wenn es die erste Position mit Personalverantwortung ist, kann der Betreffende selbst noch nicht wissen, ob er führen kann oder nicht.
Ein weiterer Grund, als Führungskraft zu scheitern, sind Schwierigkeiten mit der jeweiligen Unternehmenskultur. Schon im Umgangston kann es dabei große Unterschiede zwischen den Betrieben geben.
Verzetteln statt delegieren
Hinweise darauf zeigen sich möglicherweise bereits beim Vorstellungsgespräch: Schon dabei sehen Bewerber und Unternehmen oft, ob sie zusammenpassen. Das gilt zum Beispiel für das Auftreten und den Dresscode.
Andere Führungskräfte konzentrieren sich zu stark auf ihre Arbeit, ohne ihre Kollegen wahrzunehmen. Das verhindert, zwischenmenschliche Informationen wahrnehmen zu können. Chefs, die auf ihre Arbeit fixiert sind, vernachlässigen außerdem das Delegieren. Wenn sie lieber alles allein machen, belasten sie sich zu sehr mit Detailaufgaben und verzetteln sich. Erfolgreiche Führungskräfte sollten deshalb Aufgaben abgeben.
Keine konstruktive Kritik
Ein häufiger Fehler von Führungskräften ist auch mangelnde Kommunikation. Unerfahrene Chefs informieren häufig nur einen Teil des Teams, der Rest geht leer aus. Oder sie kritisieren einzelne Mitarbeiter, ohne Hinweise darauf zu geben, was diese besser machen könnten.
Welche sozialen Kompetenzen Bewerber mitbringen, lässt sich in einem Bewerbungsgespräch in der Regel kaum klären. Einen umfassenderen Eindruck von den Führungsfähigkeiten bieten Assessmentcenter, in denen die Kandidaten auch in Situationen beobachtet werden, die ihren Aufgaben als Führungskraft ähneln.
(dpa/bön)
Venizelos kritisiert IWF-Chefin
Das Problem sind ganz häufig nicht die Soft Skills sondern die fehlende Fachkompetenz. Das letzte Jahrzehnt war vor allem durch Quartalsdenken und ein zuviel an Controlling geprägt. Entsprechend wurde vielerorts Führungspersonal rekrutiert, das diese Vorgaben zwar wunderbar umsetzen konnte, aber den Kontakt zu den Produkten und deren Entwicklung verlor. Wie soll man als reiner Zahlenakrobat auch seriös einschätzen welche Produkte ambitioniert aber machbar und welche mit den gegebenen Mitteln nicht umsetzbar sind?
Glücklicherweise setzt jetzt wieder langsam ein Umdenken ein, und viele Firmen erkennen das eine reine BWLer Führungskultur ein Unternehmen langfristig zerstört.
Ich verstehe die ganze Diskussion um die angebliche Armut nicht.
Es gibt in Deutschland keine Armut. Denn jeder hat Anspruch auf Hartz IV.
Und so schlecht lebt es sich davon nicht. Das weiß ich aus eigener Erfahrung.
Ich würde eher sagen es lebt sich umständlich. Das Auto muss man über Verwandte anmelden und während den Urlaubsreisen muss man sich krank melden, damit man nicht unverhofft im Amt oder bei einer Firma vorsprechen muss. Das wars.
geben auch Soft Skills....
In Skandinavien wird einem als Vater/Mutter grundsätzlich mehr soziale Kompetenz zugesprochen.
Nur ein funktionierendes privates Soziales Umfeld schafft auch einen ausgeglichen Chef mit EQ....
Überstunden,hoher Druck,und nur "Firma" bringt uns nicht weiter.....Sozialer Kreislauf!
Leider gilt hier Famillie in vielen Unternehmen als Karriere Killer.....
Assessment Center, obwohl so gepriesen und zahlreich angwendet, werden häufig in ihrer Vorhersagequalität für späteren Berufserfolg überbewertet, und sind somit als Prädiktoren nur mittelmäßig. Die gute Nachricht: Soziale Kompetenzen lassen sich lernen, aber halt nicht in einem 2-Tages-Crash-Kurs, sondern in in einem längerfristigen Prozess (s. Change Management: Wandel von Unternehmenskulturen).
Ich arbeite in einer Großbank und muss sagen, dass es noch Schlimmeres gibt: Die Führungskräfte ohne soziale Kompetenz, die auch noch fachliche Nieten sind. Gibt es hier und woanders leider genug.
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