Von Julia Bönisch

Pünktlich zum Semesterstart irren die Neulinge über den Campus. sueddeutsche.de erklärt, wie man die ersten Tage an der Uni überlebt.

Wie erfährt man, welche Vorlesung wann stattfindet, wie bezahlt man in der Mensa, und wo steht noch mal der Kopierer? Die ersten Tage an der Uni sind verwirrend - bis man den Durchblick hat, dauert es ein paar Wochen.

Erstsemester

Schule war anders: Uni-Neulinge in ihrer ersten Vorlesung. (© Foto: ddp)

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Fast alle Universitäten und Fachhochschulen bieten Informationsveranstaltungen für Erstsemester an. Selbst wenn man dafür als Streber verlacht wird: An Führungen über den Campus oder durch die Bibliothek sollte man auf jeden Fall teilnehmen. Das spart später Zeit und Nerven. Und nicht zuletzt bieten solche Termine Gelegenheit, andere Erstsemester und Leidensgenossen kennenzulernen - geteiltes Leid ist halbes Leid.

Studierendenvertretung im Internet

Von solchen Angeboten erfahrt ihr an schwarzen Brettern vor der Mensa oder auf den Internetseiten eurer Hochschule. Dort findet ihr auch die Seiten der Studierendenvertretung oder eurer Fachschaft. Studenten, die schon länger dabei sind, bieten hier ihre Hilfe an oder laden euch ein zu einem Abend in der Kneipe, wo man sich schon mal über die ersten Tage austauschen kann.

Das eigentliche Studieren und Lernen ist dem Schulalltag etwa so ähnlich wie eine Semester-Anfangsparty dem Kaffeetrinken zur Goldhochzeit der Großeltern. Anders als in der Oberstufe müsst ihr euch um viel mehr Dinge selber kümmern, etwa wann ihr welche Scheine machen wollt oder welche Studienschwerpunkte ihr setzt.

Niemand sagt euch, was ihr tun müsst. Solltet ihr gar nichts tun, wird euch niemand auffordern, endlich im Seminar aufzutauchen, das ist euer eigenes Problem. Eigeninitiative ist gefragt. Solltet ihr nicht weiterwissen, sind ältere Kommilitonen gute Ansprechpartner. Die mussten sich auch mal durch all das kämpfen, was ihr jetzt durchmacht.

Studienfinanzierung

Studieren - vor allem, wenn man plötzlich nicht mehr zu Hause wohnt - kann teuer sein. Deshalb bietet der Staat all jenen Unterstützung, die ihren Unterhalt nicht ohne Hilfe von außen bestreiten können. Im Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) ist geregelt, unter welchen Bedingungen ihr Geld vom Staat erhaltet. Der Betrag, den ihr nach dem Studium in Raten zurückzahlen müsst, kann allerdings sehr unterschiedlich ausfallen: Je mehr eure Eltern verdienen, desto weniger Bafög bekommt ihr. Mehr Informationen dazu unter: www.bafoeg.bmbf.de.

Darüber hinaus gibt es mittlerweile auch Studienbeitragsdarlehen und Bildungskredite, mit deren Hilfe man die Studiengebühren finanzieren kann.

Seid ihr nicht Bafög-berechtigt, bleibt immer noch die Möglichkeit eines Stipendiums. Anbieter sind Stiftungen, soziale oder parteinahe Organisationen. Für jeden Studienschwerpunkt oder jede Gruppe von Studenten gibt es vollkommen unterschiedliche Angebote, deshalb lohnt es sich immer, bei seiner Fachschaft und im Internet nachzuforschen.

Nebenjob als letzter Ausweg

Wenn alle Stricke reißen, ist ein Nebenjob der letzte Ausweg. Oft hängen an den schwarzen Brettern der Unis Gesuche nach Nachhilfelehrern, Babysittern oder Kellnern. Wenn man schon nebenher arbeiten gehen muss, empfiehlt es sich jedoch, sich eine Arbeit zu suchen, die wenigstens entfernt mit dem zu tun hat, was man einmal machen möchte. Das kann bei späteren Bewerbungen ein Pluspunkt sein. Über verschiedene Jobbörsen im Internet kann man entsprechende Angebote finden.

Oft suchen auch Professoren sogenannte Hiwis, die Hilfswissenschaftler. Sie erledigen für einen akzeptablen Stundenlohn am Lehrstuhl vom Kopieren bis zur Literatursuche alles, was an einfachen Arbeiten anfällt - eine gute Möglichkeit, einen Einblick in den Dozentenalltag zu bekommen und Kontakt zum Prof zu knüpfen.

Lest auf der nächsten Seite, wo Studenten Rabatte bekommen und wie sie eine Wohnung finden.

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