Entsetzen in der größten Studentengemeinde im deutschen Web: Der Firmengründer hat "Mist" gebaut, manche Mitglieder fühlen sich hintergangen.
"Fragen zu studiVZ? Klarheit im Blog" lockt ein Link auf der Webseite "Das Studiverzeichnis", einem virtuellen Studentennetzwerk. Zurzeit ist das Interesse an diesem Angebot enorm. Denn studiVZ musste in den vergangenen Tagen derart heftige Kritik einstecken, dass selbst seine sonst so sorglosen Nutzer hellhörig werden.
(© Foto: screenshot studiVZ/sueddeutsche.de)
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Dabei könnte alles so schön sein. Aus der Idee dreier Jungspunde, in Deutschland eine Kontakt-Plattform für Studierende nach dem Vorbild von facebook.com zu gründen, schien eine Erfolgsstory zu werden. Das Millionste Mitglied hat studiVZ kürzlich angeblich begrüßt. Im deutschen Web ist es momentan das größte Netzwerk für Studenten.
Doch statt Feierlaune herrscht Krisenstimmung: Ehssan Dariani, einer der Firmengründer, wird von Bloggern, vor allem der Community-Größe DonAlphonso, heftig gebasht. Denn er hat, seinen eigenen Worten zufolge, "Mist" gebaut. Und negative Meldungen verbreiten sich im Internet rasanter als Grippeviren in der Sauna.
Aufgefallen ist Dariani unter anderem mit einer gewagten Party-Idee. Bereits vor Monaten sicherte er sich die Domain www.voelkischerbeobachter.de. Auf dieser Seite fand sich eine Einladung zu einer Party im Stile der Nazizeitung:
"Kampfblatt der Vernetzungsbewegung Europas" hieß es im Untertitel, man solle "feiern bis zum letzten Mann". Eine Parodie, wurde schnell versichert. Dariani stilisierte sich jedoch in seinem Blog zum Helden und erklärte, dass er im Dritten Reich für diese Satire im KZ gelandet wäre.
Viele Internet-User sahen das freilich anders. "Geschmacklos" war noch eine milde Kritik. Vielmehr vermuten die Nutzer, Dariani könnte tatsächlich mit Nazi-Gut infiltriert sein. Denn anstatt sich einfach für die Parodie zu entschuldigen, schrieb Dariani in seinem Weblog einen Kommentar zur deutschen Identität und Geschichte.
Angesichts der Kritikflut sah sich das Unternehmen nun offenbar zu einem gewagten Schritt nach vorne gezwungen. Im studiVZ-Blog schrieb Dariani einen offenen Brief. Titel: "Fehler und Verantwortung". Hier entschuldigt sich der Netzwerker für all das, was öffentlich schlecht angekommen ist - von der Party-Einladung bis hin zur verfehlten Informationspolitik.
Die Aufregung ist groß. Mitglieder, die auf studiVZ bislang klag- und fraglos sämtliche persönlichen Daten von sich preisgaben - von den amourösen bis zu den politischen Vorlieben, fragen sich plötzlich, wem sie sich da anvertraut haben. "Was wird aus unseren Daten, wenn Ihr verkauft?", kommentiert ein Nutzer das Bekenntnis. Ein anderer schreibt: "Ich habe mich abgemeldet". Manche zweifeln an der Aufrichtigkeit des Unternehmens: "Das glaubt dir kein Mensch", "Das hast du doch nicht selbst geschrieben."
Fans loben Dariani dagegegen: "Hut ab, vor so viel Mut" oder auch: "Jetzt hast Du eine Menge gelernt für die Zukunft - schmerzhaft zwar, aber so ist's wohl im Leben."
Das Unternehmen will offenbar beweisen, dass es die Entschuldigung ernst meint. Inzwischen wurden auch die Namen der Investoren veröffentlicht. Darunter ist die Holtzbrinck-Gruppe und die Webgoldgräber Samwer, die schon mit Online-Auktionen und dem Klingelton-Anbieter Jamba gezeigt haben, wie sich im Internet Geld verdienen lässt.
Die neue Offenheit kommt nicht bei allen Mitgliedern an. "Ich war schockiert als ich erfahren habe, dass die Samwer-Brüder involviert sind", heißt es dann oder: "Wie kann man hier denn wieder kündigen?".
Doch wie immer man Darianis Verhalten und seine späte Reue einschätzen mag, eines muss man ihm lassen. Unfreiwillig hat Ehssan Dariani mit dem Skandal seiner Community eine neue Perspektive eröffnet: Ganz plötzlich ist in den fröhlich freien Studentenspaß eine Spur Nachdenklichkeit eingezogen.
Dass das so bleibt, dafür sorgen die Verkaufsgerüchte von studiVZ. Angeblich steht Facebook Schlange. Die Investoren aber freuen sich sicherlich nicht über den Skandal. Ihre Lust am Studien-Objekt dürfte schwinden. Denn: Der Kaufpreis für diese Unternehmung dürfte sich nach diesem Lapsus im Sinkflug befinden. Was wiederum den mutmaßlichen Interessenten Facebook erfreuen dürfte.
Abholzungen im Amazonas-Gebiet
unglaubliches Gedöns wegen eines dummen Heiners der sich einen Spass erlaubt hat und noch nicht mal deutsch ist...zumindest dem Namen nach
wenn Gerhard Polt von "abgefackelten Negern" oder Volker Pispers "toten Negern" redet versteht das doch auch niemand falsch...
Liebe Sassa79,
da kannst du an Dir selbst erkennen, dass es sich absolut um eine SCHMUTZIGE KAMPAGNE handelt, an der sich andere Hexenjäger (nämlich mindestens DU) gerne beteiligen.
Ich habe Kritik an dem - völlig unseriösen und einseitigen Artikel oben - geäußert, und dafür werde ich jetzt von dir zum Nazi gestempelt. So schnell geht das also!
Dass Leute wie Du sich hier hinstellen und sich als Paladine der Freiheit aufspielen, indem sie alle, die nicht sofort aufschrecken und gnadenlos verurteilen, wenn der erste paranoide Spinner es verlangt, ist absolut unerträglich.
Ich bin kein Nazi, weder im Großen noch im Kleinen, und schon mal gar nicht, nur weil du es sagst!!
Zu Stil und Inhalt deines Kommentars ("Habt Ihr den Artikel eigentlich gelesen? Oder seid Ihr ganz in Nazimanier (Anm: !!!) davon ausgegangen, dass alles was Kritik an Euch (Anm: HÄ???) ist ja nur Schmutz sein kann. Diese Reaktionen machen mir wirklich Angst, weil sie nur wieder beweisen, dass im Kleinen immer noch vorhanden ist, was damals im Großen möglich war.") erübrigt sich jeder weitere Kommentar.
Doch statt Feierlaune herrscht Krisenstimmung: Ehssan Dariani, einer der Firmengründer, wird von Bloggern, vor allem der Community-Größe DonAlphonso, heftig gebasht
Was bedeuten die Worte "Bloggern" und "gebasht"
Armes Deutschland, wenn Journalisten einer renommierten deutschen Tageszeitung sich nicht mehr in verständlichem DEUTSCH ausdrücken können. Oder ist die Süddeutsche Zeitung nur für junges Publikum gedacht? Dann werde ich ab sofort diese Zeitung meiden.
Deutsche Sprache, schwere Sprache,
Journalistensprache unverständlich.
Mit freundlichen Grüßen
Herbert Grethen
Eigentlich finde ich den Inhalt des Artikels schon schlimm genug. Es gibt einfach Themen, mit denen kein Spaß getrieben werden sollte. Wenn eine Feieranzeige ganz offensichtlich die Struktur von Naziparolen zum Vorbild nimmt, reißerische Schlagzeilen verwendet, die sofort an die berühmte Stalingradverherrlichung denken lassen, dann weckt das die Erinnerung daran, dass an solchen Orten 100 tausende Menschen ihr Leben lassen mussten. Wo bitte, ist denn da noch Spaß, Sartire? Noch viel schlimmer finde ich allerdings die Reaktion in den Kommentaren - SCHMUTZKAMPAGNE???Habt Ihr den Artikel eigentlich gelesen? Oder seid Ihr ganz in Nazimanier davon ausgegangen, dass alles was Kritik an Euch ist ja nur Schmutz sein kann. Diese Reaktionen machen mir wirklich Angst, weil sie nur wieder beweisen, dass im Kleinen immer noch vorhanden ist, was damals im Großen möglich war. 61 Jahre hin oder her.
Naja. So leicht wie die letzten Poster, kann man das wohl nicht auf die Schulter nehmen, wenn man zumindest etwas sensibel und verantwortlich an die Sache rangehen will. In einer Gesellschaft wie dieser, ist es nun mal schon wieder fast Normalität geworden, dass man sich , auch über solche, vielleicht ja nicht ganz ernst gemeinten Parodien Gedanken macht. Das liegt aber genau an Leuten die so was verharmlosen, und der deutschen, neuen "braunen Brühe" ihren Freiraum lassen. Da wundert es nicht, dass auch so was schnell ins AUge fällt. Der Sieb der Diefferenzierung zwischen "seriös extrem" oder "extrem spassig" ist hier schwer anzuwenden, weil die Nähe zum Objekt, in dem Fall der Betreiber, fehlt.Auch wenn es weit hergeholt ist, würden rechts-gesonnene Gruppen wie NPD Anhänger nicht so sehr ins Rampenlicht fallen und unsere multikulturelle Gesellschaft gefährden und man mit Erstaunen feststellt, dass gerade das Land, welches ein Chaos durch genau solche Leute in der ganzen Welt verursacht hat, es zulässt, dass nun anscheinend wieder die Mutter aller Vorurteile sich ausbreiten kann, dann wäre das ganze vielleicht auch nicht für voll genommen worden. Doch angesichts der Sache, was zur Zeit heranwächst, was viele ja nicht mal mitkriegen und es passiv dulden, wundert es mich ganz und gar nicht, dass so etwas gleich beurteilt und kritisiert wird. ICh finde, genau aus den oben genannten Gründen und aus der Verantwortung , die man seit Jahren versucht abzuschieben, weil man ja nicht zu der Generation gehört oder gehören möchte, die das verursacht hat, dass so einem Verhalten, auch aus Respektlosigkeit, gleich ein Riegel vorgeschoben werden muss.
Paging