Ex-Kanzler Schröder ist unermüdlich für Russland im Einsatz. Dort dankt man ihm sein Engagement mit einem neuen Titel.
Die russische Akademie der Wissenschaften hat Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder für seine Verdienste um die europäisch-russischen Beziehungen in ihre Reihen aufgenommen. Der SPD-Politiker sprach von einer "großen Ehre", wie sein Büro in Berlin mitteilte. Die Akademiemitglieder stimmten bei der Wahl mehrheitlich für den derzeitigen Aufsichtsratschef beim Ostseepipeline-Betreiber Nord Stream, wie die Agentur Interfax meldete.
Die russische Akademie der Wissenschaft hat Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder für seine Verdienste um die europäisch-russischen Beziehungen in ihre Reihen aufgenommen. (© Foto: dpa)
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Schröder habe sich "immer durch einen ausgewogenen Zugang zur Lösung schwieriger wirtschaftlicher und sozialer Fragen ausgezeichnet", hieß es zur Begründung. Neben Schröder kamen etwa ein Dutzend Ausländer, unter ihnen auch vier US-Amerikaner, in Moskau zu akademischen Ehren.
Tiefgründige Gedanken
"Es freut mich, zumal diese Ehrung aus einem Land kommt, das mir sehr am Herzen liegt. Ich verstehe die Auszeichnung auch als einen Auftrag, mich für eine Verbesserung der strategischen Partnerschaft zwischen Europa und Russland einzusetzen", ließ Schröder mitteilen. Ausdrücklich lobten die Akademiemitglieder die Arbeiten Schröders zur Sozialdemokratie, unter anderem in dem gemeinsam mit dem früheren britischen Premierminister Tony Blair verfassten Papier "Der Weg nach vorne für Europas Sozialdemokraten". Darin habe sich der SPD- Politiker mit wichtigen Fragen wie der Überalterung der Gesellschaft und der Migration auseinandergesetzt. Zudem habe Schröder noch als Regierungschef durch "unpopuläre Maßnahmen" einen wichtigen Beitrag für die Gesundung der deutschen Wirtschaft geleistet.
In seiner auch auf Russisch erschienenen Biografie mit dem Titel "Entscheidungen. Mein Leben in der Politik" habe der frühere Bundeskanzler tiefgründige Gedanken geäußert über die weltweite Wirtschaftsentwicklung. Dabei habe Schröder Russland eine Rolle als "Global Player" eingeräumt und darauf hingewiesen, dass Europa und die Welt ein starkes Russland bräuchten.
Der russische Regierungschef Wladimir Putin, der mit Schröder befreundet ist, sagte auf der Sitzung, dass die Akademie enger mit den Medien zusammenarbeiten müsse, um Forschungsergebnisse zu veröffentlichen und über Pseudowissenschaft aufzuklären. Russische Medien berichteten im Vorfeld der Jahressitzung unter Berufung auf Akademie-Vertreter, dass die Aufnahme von Politikern und Geschäftsleuten in die Organisation heftig umstritten sei, weil dies dem Renommee der Wissenschaft schade.
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(dpa/sam)
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Ich sehe Schröder viel weniger als Marionette der russischen Gaswirtschaft und mehr als "unseren Mann" in Russland. Das was das Engagement Schröders für die Energiesicherheit in Deutschland beiträgt ist großartig - wir brauchen Gas also freuen wir uns doch lieber, dass wir es billig aus Russland bekommen als dass wir uns das Maul darüber zerreissen das Schröder daran verdient!
So hemdsärmelig sein Regierungsstil war, so pragmatisch ist er in der Vermarktung seiner Person.
In meiner Brust schlagen zwei Herzen : Auf der einen Seite bewundere ich seinen "schmerzfreien" Pragmatismus und seine Unverfrorenheit, sich über Konventionen mit einem "Basta" hinwegzusetzen. Andrerseit ist sein Opportunismus, sein "Fähnchen nach dem Wind hängen", mit einer gewissen "Verachtung" zu strafen.
Er hat es als Bundeskanzler oft an Etikette fehlen lassen und ein "Staatsmann" war er trotz Brioni und Zigarre schon gar nicht. Dennoch war er wegen seines Pragmatismus für die deutsche Wirtschaft wertvoll und wichtig.
Dass er nun seine Fähigkeiten für das "Unternehmen Schröder" einsetzt ist ihm nicht zu Vorwurf zu machen. In Bayern würde man sagen : "A Hund is a schoa"
...hat sein Schäfchen im trockenen. Das freut mich für Ihn. Weniger freut mich die Abhängigkeit vom "gossen Bruder" nebenan. Der kann uns jederzeit den Hahn abdrehen (Ukraine, Polen) und wenn es dumm läuft fällt das zufällig in die strenge Frostperiode im Januar. Da werden viele Menschen einen kalten Boppes bekommen. Man hüte sich davor, erpressbar und abhängig zu werden....
@trobare: Er durfte sich einst Bundeskanzler schimpfen lassen. Ist aber bereits waehrenddessen Richtung russische Mafia abgedriftet.
Schröder? War da mal was?