1929 fing es mit Bankenkrise und Börsencrash an, dann brach der Weltmarkt zusammen. Der Wirtschaftshistoriker Abelshauser sieht Parallelen.
Der Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser, Professor an der Universität Bielefeld, warnt vor den Gefahren des Protektionismus und einer Wirtschaftskatastrophe, die nur mit der Großen Depression der 30er Jahre vergleichbar ist. Noch ließe sich das Schlimmste verhindern - wenn nur die Politiker mehr Mut hätten.
Panik an der New Yorker Börse 1929: Mit dem Schwarzen Freitag im Oktober begann die Weltwirtschaftskrise. (© Foto: AP)
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SZ: Kreditklemme, Börsenkrach, Verstaatlichung sind allgegenwärtig in Nachrichten und Talkshows. Sind wir Deutschen zu pessimistisch, Herr Professor Abelshauser?
Abelshauser: Ganz im Gegenteil. Wenn ich die Zeitung aufschlage, sehe ich überall gequälte Bemühungen, die Finanzkrise runterzuspielen. Wir sollten aber die Gefahr kennen, um richtig zu reagieren.
SZ: Gleichen die Schwierigkeiten von heute der Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1933?
Abelshauser: Sie könnten dem klassischen Muster der Großen Depression folgen: 1929 kam erst der Börsenkrach, 1931 die Bankenkrise, dann die Flucht aus der Weltwirtschaft und schließlich die Depression. Auch der Rückgang der Aktienkurse ist vergleichbar: Halbierung binnen eines Jahres, das war 1929 auch der Fall, dann blieben die Kurse viele Jahre auf dem niedrigen Niveau.
SZ: Was wurde aus den Banken?
Abelshauser: Das Misstrauen unter den Banken verhinderte eine private Rettungsaktion am Markt. Um die Großbanken vor dem Abgrund zu retten, musste die Regierung die Mehrheit der Aktien übernehmen. Erst 1937 kam es zur Reprivatisierung. Auch heute misstrauen sich die Banker, weil sie von sich auf andere schließen. Sie haben alle Leichen im Keller. Die Probleme des Kreditsektors legen sich wie Mehltau auf die Wirtschaft.
SZ: Welche böse Überraschung droht als nächstes?
Abelshauser: Nach Börsen- und Bankenkrise folgte im Herbst 1931 das Ende der Globalisierung. Großbritannien und die Vereinigten Staaten ließen dem Protektionismus freien Lauf. Ausgerechnet Großbritannien, bis dahin Hüterin des freien Welthandels, kündigte den Goldstandard auf, wertete das Pfund drastisch ab und schottete sich vom Weltmarkt ab. Die Folgen waren furchtbar: Die Weltwirtschaft kollabierte, die Produktion brach zusammen, Millionen Menschen verloren ihre Arbeit. Viele Länder steckten in der Liquiditätsfalle: Die Unternehmen investierten nicht mehr, sondern hielten Kasse in der Hoffnung auf bessere Zeiten.
SZ: Die wirtschaftliche Entwicklung war dramatisch: Von August 1929 bis März 1933 schrumpfte die US-Wirtschaftsleistung um 30 Prozent, die Arbeitslosenquote stieg auf 25 Prozent. Es herrschte vier Jahre lang Deflation, in denen das Preisniveau um 30 Prozent sank...
Abelshauser: ... in Deutschland kam es noch dicker.
SZ: Wird es wieder so schlimm?
Abelshauser: Noch können wir es verhindern. Aber die Aussichten sind düster. Der Welthandel ist so stark eingebrochen wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg. In Osteuropa und Asien fällt die Nachfrage weg. In England herrscht Düsternis. Die Vereinigten Staaten stecken in den größten Schwierigkeiten seit Generationen. Die Folgen wird auch Deutschland spüren. Wir stecken schon mitten in einem dramatischen Abschwung der Konjunktur. Es könnte aber auch der Auftakt zu einer Depression sein, zu einer Katastrophe.
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Das Prolem ist ja dass die nicht wissen WARUM wir auf die größte Wirtschaftskrise der Geschichte zu bewegen. Und wenn man die Ursachen nicht kennt kann man nur hilflos reagieren bis alles zusammen fällt. Ein System das auf Zunsen und Zinseszinsen beruht bricht regelmäßig zusammen. Denn jedem Zinsertrag muss eine Schuld gegenüber stehen. Das Hauptproblem: Schulden, Schulden, Schulden! Als "Lösung" erhöht man nun den Schuldenstand damit irgendjemend hoffentlich investiert. Das geht nicht mehr lange gut und der neue Retter der Nation erscheint.
Gruß
Welch amüsanter Beitrag: Die Zahl der Rechtschreibfehler entspricht dem Inhalt.
Das Problem des Kapitalfaschismusses und des bekannten Faschismusses ist es, dass ihre Mitglieder nicht einsehen wollen, dass sie auf ihre Art Faschisten sind. Wie Alkoholiker.
... und die gucken dann auch ganz böld, wenn sie vor dem Galgen oder vor dem Schafott stehen. *g*
Bitte informieren sie sich über den Faschismus, bevor sie solch völlig falschen Theorien und Vergleiche aufstellen.
schon wieder einer dieser Untergangskassandras samt den bekannten Endzeitforisten.
Paging