Weihnachtsgeschenke Die Deutschen schenken einfallslos - aber großzügig

Wenn es um Geschenke geht, regiert in Deutschland die Sachlichkeit. Besonders gerne werden Geld und Gutscheine zu Weihnachten verschenkt. Und das trotz Krise reichlich: Im Schnitt wollen die Deutschen 230 Euro für Geschenke ausgeben - deutlich mehr als im Vorjahr. Besonders spendabel sind die Hessen.

In Europa herrscht Krise - nicht aber im Portemonnaie der Deutschen: Die Konsumenten hierzulande wollen in diesem Jahr im Schnitt 230 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Das sind 17 Euro mehr als im Vorjahr, wie aus einer jetzt veröffentlichten Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young hervorgeht (PDF). Männer sind dabei mit durchschnittlich 224 Euro ein wenig sparsamer als Frauen (237 Euro).

So ausgabefreudig wie 2007 - damals wollten die Bürger im Schnitt 246 Euro für Geschenke zahlen - sind die Deutschen allerdings nach wie vor nicht und für das kommende Jahr zeichnet sich bereits eine deutliche Zurückhaltung ab.

Noch aber sind die Verbraucher in Kauflaune. "Die Beschäftigung liegt auf einem Rekordniveau, und die Krise in Südeuropa ist für die meisten Menschen weit weg", sagte Thomas Harms, Partner bei Ernst & Young. Es spreche viel dafür, dass der Handel aus dem diesjährigen Weihnachtsgeschäft auch real mit einem deutlichen Plus hervorgeht.

Doch wenn die schlechten Nachrichten aus der Wirtschaft zunähmen und die Unternehmensgewinne sänken, würden die Menschen das "früher oder später auch im Portemonnaie spüren".

Spendable Hessen

In diesem Jahr plant knapp ein Drittel der Befragten ein Budget von 100 bis 200 Euro für Geschenke ein. Etwa ein Viertel will bis zu 100 Euro ausgeben. Nur acht Prozent lassen sich die Weihnachtsgeschenke 500 Euro oder mehr kosten.

Am spendabelsten zeigen sich die Hessen, die durchschnittlich 254 Euro für Geschenke einplanen. Die angeblich sparsamen Schwaben halten sich auch in der Weihnachtszeit eher zurück: Baden-Württemberg steht mit 211 Euro für Weihnachtsgeschenke ganz hinten in der Tabelle. Im Mittelfeld finden sich Nordrhein-Westfalen (229 Euro) und Bayern (224 Euro).

Erstmals führen Geschenkgutscheine oder Geld die Hitliste der beliebtesten Geschenke an. 60 Prozent der Befragten und damit sieben Prozentpunkte mehr als im vergangenen Jahr wollen darauf zurückgreifen. Bücher sind die zweitbeliebtesten Geschenke vor Kleidung und Spielwaren.

Der Onlinehandel holt die Kaufhäuser als Ort für den Einkauf dabei in diesem Jahr ein. Ein Fünftel der Verbraucher wollen jeweils auf diesem Weg ihre Geschenke kaufen. Am beliebtesten ist allerdings nach wie vor der Fachhandel. Hier wollen die Konsumenten im Schnitt jeden zweiten Euro ihres Weihnachtsbudgets lassen.

Im Dezember dürften die Ausgaben für Geschenke noch einmal anziehen. Mehr als die Hälfte der Verbraucher gab an, die Weihnachtsgeschenke erst dann zu kaufen - jeder Fünfte plant dies sogar erst in den beiden Wochen vor Weihnachten.