Kommunen hoffen, mit neuen Siedlungsflächen Gewinne zu machen. Eine aktuelle Studie bezweifelt das.
Etwa 113 Hektar Freiflächen werden deutschlandweit durchschnittlich in Siedlungs- und Verkehrsflächen umgewandelt - täglich. Dieser kaum wahrgenommene, aber zügige Flächenfraß gilt als ökologisch bedenklich.
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Könnten bald Häusern weichen müssen: Kühe bei der friedvollen Nahrungszufuhr. (© Foto: ddp)
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Verursacher sind vor allem die Kommunen: Sie geben unbebautes Land für Wohnsiedlungen, Gewerbegebiete und Verkehrsanlagen frei. In der "Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie" der Bundesregierung wurde zwar das Ziel formuliert, die Umwandlung von Flächen bis zum Jahr 2020 auf maximal 30 Hektar pro Tag zu begrenzen.
Doch ökologische Einwände allein reichen nicht aus, damit konsequent umgelenkt wird - denn die Kommunen begründen die Ausschreibung neuer Baugebiete oft mit dem Argument, dass diese für die Gemeinde zusätzliche Einnahmen aus Steuern und dem kommunalen Finanzausgleich bringe. Dies wird durch eine Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) in Frage gestellt.
"Neue Baugebiete: Gewinn oder Verlust für die Gemeindekasse?", fragten die Wissenschaftler. Das Ergebnis: "Die Beispielrechnungen für Gemeinden in Wachstumsregionen am Rande größerer Städte zeigen, dass beim Wohnungsbau die gesamten Folgekosten oft höher sind als die zusätzlichen Einnahmen." Und: "Eine negative Bilanz ergibt sich oft auch für die Ausweisung neuer Gewerbegebiete", erklärt Projektleiter Michael Reidenbach. "Kommunen sollten sich deshalb vor allem auf die Innenentwicklung konzentrieren. Das kann Kosten sparen."
Gelder für Kindergärten
Im Rahmen ihrer Untersuchung haben die Wissenschaftler Modellrechnungen für eine Nettobaulandfläche von 10.000 Quadratmetern - also einem Hektar - erstellt, auf der 15 Eigenheime für insgesamt 60 Personen gebaut werden. Die Modellrechnung für das Gewerbegebiet sieht ähnlich aus: Es wird auf der gleichen Bruttofläche errichtet und hat Platz für ein Verwaltungsgebäude für 50 Beschäftigte sowie für einen Produktionsbetrieb mit 25 Beschäftigten.
"Wir haben für die Wohn- und Gewerbegebiete durchschnittliche einmalige Erschließungskosten abgeschätzt und in kalkulatorische Abschreibungen über die voraussichtliche Lebensdauer umgerechnet", erläutert Thomas Preuß, Mitverfasser der Studie, die Vorgehensweise. "Diese Abschreibungen haben wir zu den jährlichen Betriebskosten der Einrichtungen addiert, um die Bruttobelastung der Gemeinde durch die neuen Gebiete zu erfassen." Auf der anderen Seite wurden auch Zuweisungen berücksichtigt. Gelder gibt es zum Beispiel für den Betrieb von Kindergärten.
Auf der Einnahmenseite wurden auch spezifische Bedingungen der alten und neuen Bundesländer berücksichtigt: bei der Berechnung der Grundsteuern und die Gemeindeanteile an der Einkommen- und Umsatzsteuer. "Exemplarisch haben wir zwei Gemeinden aus Nordrhein-Westfalen und Brandenburg einbezogen", sagt Preuß. "Besonders betrachtet wurde der mögliche Ertrag der Gewerbesteuer."
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Moderne Verwaltung
wer Neubauten behindert, schafft Spekulation und utopische Vorstellungen bei Ansässigen.
Es gibt Dörfer, die haben keine alten Häuser übrig die irgendwie frei wären. Man stelle sich vor, im Raum Regensburg oder Ingolstadt (Wachstumsregionen) dürften keine neuen Baugrundstücke entstehen...Demnach gäbe es in Schwabing nur ein paar Häuser... oder wo wohnen Sie?
Das Ökokonto regelt längst den Ausgleich mit der Natur. Wenn eine Gemeinde bei Straßenbauten und Bauland Natur zerstört, muß sie im Gegenzug Biotope anlegen - also z.B. Felder kaufen und in Feuchtwiesen verwandeln. Im Artikel hätte man also nicht nur die Umwandlung von Ackerland in Bauland, sondern auch die Ausgleichsmaßnahmen (Acker in Biotop) zahlenmäßig nennen sollen. Als Träger öffentlicher Belange sind regelmäßig die Umweltorganisationen z.B. BUND einbezogen, welche die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben beobachten können.
Hier leider ein einseitiger Artikel ohne jede Fachkenntnis zu einer einseitigen Studie (wer hat die nun eigentlich bezahlt?). Bitte genauer recherchieren und zur Sicherheit bei Städteplanern oder Architekten anrufen, die kennen sich mit Bauen aus...
Es ist halt bei vielen auch ein Umdenken erforderlich, denn viele wollen ihr Einfamilienhaus unbedingt selbst "bauen", statt in ein längst gebautes einzuziehen. Dadurch müssen dauernd neue Baugebiete ausgeschrieben werden, obwohl die Bevölkerungszahl stagniert.
Und solange der der Wohnraum/Bürger steigt ist das Flächenfraß - es gibt den schlimmeren, der besonders ökologisch hochwertige Flächen zerstört und den weniger schlimmen, der weniger wichtige Flächen zerstört, aber auch da ist eine Brache immer ökologisch besser anzusehen als eine versiegelte Fläche.
führt zuerst zu Unwohlsein und langfristig zur "Abstimmung mit den Füßen". Irgendwann haben die Menschen Zersiedelung und Asfaltierung so satt, dass sie abwandern. Wer etwas für den Erhalt "der Deutschen" tun möchte, sorgt für angenehmere Lebensbedingungen.
dieser Begriff ist in Fachkreisen längst überholt. Flächen werden nicht gefressen.
Wenn Flächen sinnvoll höherwertig genutzt werden, ist das ein Gewinn.
Das System Ökokonto in Bayern legt ein gutes Bewertungssystem vor, wie Flächen nach ihrem ökologischen Wert berechnet werden können. Ökologisch wertvolles Land kann nicht mehr besiedelt werden - oder nur mit einer riesigen Ausgleichsmaßnahme.
Leer stehende Baugebiete sind immer Mist, künstliche Verknappung aber auch: das fördert die Spekulation im Innenbereich. Mit sowas geht dann eine gesunde Altersstruktur verloren, weil sich Familien kein Haus mehr leisten können und wegziehen müssen.