Mobil telefonieren für weniger als zehn Cent die Minute: vorausbezahlte Gespräche mit dem Handy werden noch billiger - dafür berechnen die Anbieter oft jede angefangene Minute voll
Wer bei den großen Mobilfunkunternehmen Vodafone, T-Mobile, E-Plus oder O2 einen Handy-Vertrag hat, telefoniert unnötig teuer. Je nach Tarif und Tageszeit liegen die Preise zum Teil sogar noch bei 39 bis 69 Cent pro Minute. Immer mehr Kunden wechseln daher zu einem Prepaid-Discounter.
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Anstatt monatliche Grundgebühr oder Mindestumsatz zu zahlen, laden sie sich ein Guthaben auf ihre Handy-Karte und telefonieren fortan deutlich billiger und transparenter, denn die Preise für die Gesprächsminute gelten rund um die Uhr und in alle deutsche Fest- und Mobilfunknetze.
Mit 9,9 Cent pro Gesprächsminute ist nun auch die Zehn-Cent-Hürde bei den Prepaid-Discountern gefallen. Vorreiter sind blau.de, die O2- Billigmarke Fonic, Simyo sowie BILDmobil - bei letzterem kostet die Minute allerdings glatte zehn Cent.
Die Tarifsenkung ist allerdings nicht ohne Tücken. Wer billigst mobil telefonieren will, bezahlt das durch eine ungünstigere Taktung, wegfallende Vergünstigungen für Anbieter-interne Gespräche und die fehlende Möglichkeit, eine Flatrate hinzuzubuchen.
Eine Offerte für die Familie
Deutlich wird der Unterschied bei blau.de. Der Anbieter führt ab 04.12.2007 zwei Tarife. Den neuen Einheitstarif mit 9,9 Cent pro Gesprächsminute und den Klassiktarif auf dem bisherigen Niedrigpreisniveau von 15 Cent pro Minute. Doch während der Einheitstarif grundsätzlich jede angefangene Minute komplett abrechnet (60/60), zählt beim Klassiktarif nur die erste Minute voll, danach wird sekundengenau (60/1) gerechnet.
Auch die anderen Discounter mit den neuen Billigtarifen Fonic, Simyo und BILDmobil rechnen grundsätzlich im Minutentakt ab. Ein nur wenige Sekunden länger als eine Minute geführtes Gespräch kostet dann bei den günstigsten Anbietern knapp 20 Cent, im blau.de-Klassiktarif und anderen 60/1- Taktern hingegen nur rund 16 Cent.
Vor allem bei Personen, die häufig selbst anrufen, macht sich dieser Taktunterschied bemerkbar. Wer nur erreichbar sein will oder nur selten selbst anruft, merkt den Unterschied nicht. Für einen breiteren Kundenkreis dürfte die so genannte Community-Komponente relevant sein. Die etwas teureren Discounter mit einem Minutenpreis ab 14 Cent pro Minute bieten alle vergünstigte Gesprächsgebühren, wenn Anbieter-intern angerufen wird.
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und wie auch immer, die Mobil-Tarife sind so gestaltet, dass nur durchblickt, wer höhere Mathematik beherrscht, für den Normalverbraucher heißt das: legaler Betrug. Soll so sein, ist so beabsichtigt, die Menschen wollen halt betrogen werden und das werden sie dann auch. Wer Verstand im Kopf hat und rechnen kann, telefoniert einfach gar nicht mobil, so einfach ist das.
Kleine Korrektur:
Simyo passt ebenso wie blau.de und Aldi Talk in das günstigste Gesamtpaket. Der Minutenpreis ist auch hier 15ct sowie 5ct netzintern bei 60/1-Taktung und 24ct/MB im Internet. 15 kosten 30 Tage pauschal und man kann neuerdings auch seine Rufnummer mitnehmen.
Viele Grüße
Christian