Rohöl erklimmt Rekordmarken - doch an den Zapfsäulen bleibt der Preisschock aus. Dem Euro sei Dank.
Der Preisanstieg bei Rohöl hält die Weltwirtschaft in Atem. Am Mittwoch kostete ein Fass der Sorte West Texas Intermediate (159 Liter) 80 Dollar - im Januar waren es noch weniger als 55 Dollar.
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Der starke Euro macht die Tankrechnung erträglich. (© Foto: AP)
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Die US-Kreditkrise ließ zwar die Preise für die meisten Wertpapiere schmelzen - doch Erdöl zeigte sich robust. So sehr, dass Notenbanker und Politiker sich jetzt ernste Sorgen machen um die Konjunktur.
Traditionell lässt ein Ölpreis auf Rekordhoch auch bei deutschen Autofahrern die Alarmglocken schrillen. Doch diesmal bleibt es erstaunlich ruhig. "Es gibt keinen klaren Trend in Richtung weiter steigender Benzinpreise", sagte ADAC-Verkehrsexperte Jürgen Albrecht der Nachrichtenagentur AFP.
Die Gelassenheit hat einen Grund: "Der starke Euro verhindert eine Preisexplosion an den Tankstellen", sagt Barbara Meyer-Bukow zu sueddeutsche.de. Meyer-Bukow ist Sprecherin beim Mineralölwirtschaftsverband in Hamburg (MWV).
Am Mittwoch war die europäische Einheitswährung, gerechnet in US-Dollar, so teuer wie nie: Ein Euro kostete mehr als 1,39 Dollar.
Im historischen Schnitt koste der Euro nur etwas mehr als 1,25 Dollar, sagt Meyer-Bukow. Doch der Euro steigt bereits seit Monaten - und im August sanken die Preise für Benzin im Schnitt sogar um vier Cent verglichen mit Juli.
Läge der Eurokurs auf dem Niveau des historischen Durchschnittspreises, müssten Autofahrer vier bis fünf Cent mehr pro Liter zahlen.
Eine Tonne Diesel so teuer wie nie
Für Diesel wären dann nicht 1,18 Euro fällig wie am Mittwoch - sondern knapp 1,23 Euro. Normalbenzin würde mehr als 1,40 Euro kosten. Die vom MWV berechneten Spritpreise sind Durchschnittsnotierungen an deutschen Markentankstellen.
Deutschen Autofahrern kommt zupass, dass Diesel und Benzin am Weltmarkt in Dollar gehandelt werden - und die Immobilienkrise sowie die erwarteten Zinssenkungen die US-Währung schwächen.
Am Weltmarkt für Benzin und Diesel indes geht es wegen des hohen Ölpreises und der hohen Nachfrage turbulent zu. Eine Tonne Diesel kostete am Donnerstag in Rotterdam 726 Dollar - ein historischer Rekord.
Ausgeschlossen ist ein böses Erwachen für deutsche Autofahrer nicht - wenn der Ölpreis weiter steigt und der Euro schwächelt. Expertin Meyer-Bukow vom MWV warnt: "Der Euro-Anstieg wird nicht ewig währen."
(sueddeutsche.de)
Christopher Lee zum 90.
Angeblich wird öl immer knapper aber die Biotreibstoffhersteller können ihre Erzeugnisse nicht mehr verkaufen. Verbio (Vereinigte Bioenergie Hersteller) fahren die Bioethanolanlage in Schwedt herunter und melden Kurzarbeit an. Wie soll man das verstehen?
Was läuft hier verkehrt? Ich dachte wir haben ein CO2 und Enrgieproblem. Oder gibt es hier irgenwelche "politischen Gründe" die uns vorenthalten werden. Warum vernachlässigt unsere Regierung die Bioenergieerzeuger? Soll diese Branche aus irgendwelchen Gründen zerstört werden?
Vor kurzem habe ich im Focus gelesen, dass die ölmultis davor gewarnt (bzw. gedroht) haben zuviel Bioöl herzustellen. Sind wir etwa von allen guten Geistern verlassen?
Fragt sich wer hier was verpennt hat. Die Orkane dieses Jahr haben die Ölproduktion weniger betroffen als im Vorjahr. Es gab keine gute Gelegenheit.
Dem Verbraucher dazu zu gratulieren, dass in Europa die Preise für den Sprit *im Moment* nicht deutlich steigen ist der wahre Hohn. Wieso sind denn die Preise nicht *gefallen* als der Dollar im Kurs gegenüber dem Euro absackte? Gab es da auch eine Gratulation? Nämlich, dass die Europäer ja so nett den Öl-Multis die Taschen füllen?
Im übrigen habe ich mich sehr darüber gewundert, dass die letzten Orkane in den Uh Es Ay nicht dazu herhalten mussten, in Europa schnell mal den Preis um 20 Cent hoch zu drücken, so wie im letzten Jahr geschehen. Hat da etwa jemand die gute die Gelegenheit verpennt?
Lieber Herr Ansgar Siemens, das was Sie schreiben passt nun wirklich überhaupt nicht zusammen, ich zitiere "Ein bis zwei Cent Unterschied beim Wechselkurs machen schnell ein bis zwei Cent beim Spritpreis aus."
Weiter oben steht: Läge der Eurokurs auf dem Niveau des historischen Durchschnittspreises, müssten Autofahrer vier bis fünf Cent mehr pro Liter zahlen.
Also wenn der Kurs bei 1,25 statt 1,39 läge, müssten das dann doch so um die 14 Cent ausmachen oder?
Es ist schon richtig, dass öL in USD abgerechnet wird, aber im Januar lagen wir bei 55 Dollar und jetzt bei 80 pro Barrel. Die Preise haben sich nicht so riesig bewegt seitdem aber das haben wir nicht nur dem steigenden Euro zu verdanken, da sind noch ganz andere Mächte im Spiel.
Nicht dem Euro sei Dank, der Preis auf dem Ölmarkt steigt auch deshalb, weil der Dollar eigentlich nichts wert ist. Eine Schrottwährung zu der alle Analysten, Börsenmanager anbetungsvoll hinschielen, obwohl nichts wert. Wer will schon Dollar. Gegenüber dem Euro bleibt der Preis seit 3 Jahren stabil, fast unverändert, auch wenn die Tankstellen jede Nachricht nutzen, um die Preise zu erhöhen. Das ist nur Abzocke.
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