Die Dax-Bosse steigerten ihre Bezüge erneut. Die normalen Vorstandsmitglieder mussten indes eine Einbuße hinnehmen - freilich auf hohem Niveau.
Man könnte glauben, die deutschen Top-Manager seien im vergangenen Jahr bescheidener geworden: Die Gehälter der Vorstände der größten deutschen Aktiengesellschaften sind 2007 nicht gestiegen - sie sind sogar leicht gesunken. Das ergab eine Berechnung der Süddeutschen Zeitung auf der Grundlage von Informationen der Dax-Konzerne.
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Große Unterschiede zwischen oben und unten: Ackermann verdient 300-mal so viel wie ein Bankberater. Und der Adidas-Chef 5500-mal so viel wie eine Näherin bei einem Zulieferer in Vietnam. (© Bild: SZ)
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Demnach bezogen alle Vorstandsmitglieder der 30 in dem Index vertretenen Konzerne im vergangenen Jahr 559 Millionen Euro - das sind etwa 16 Millionen Euro weniger als im Jahr davor. Und das, obwohl die versteuerten Gewinne der Dax-Unternehmen von Adidas bis Volkswagen im letzten Jahr um 18 Prozent auf 73 Milliarden Euro gestiegen sind. Das hat die Unternehmensberatung Towers Perrin ermittelt.
Gleichzeitig aber ist das Salär der Vorstandschefs im Durchschnitt gestiegen. Towers Perrin fand heraus, dass sich die Einkommen von 22 Dax-Vorstandschefs erhöhten - im Schnitt um 8,7 Prozent. Das bedeutet, dass es innerhalb der Vorstände eine Umverteilung zu Gunsten der Chefs gibt. Towers Perrin errechnete, dass die normalen Vorstandsmitglieder im Jahr 2007 im Durchschnitt ein Prozent weniger verdienten als ein Jahr zuvor.
Öffentliches Dauerärgernis
Der zunehmende Anteil der Chefeinkommen in den Vorständen wird im Dax beim Gasehersteller Linde am deutlichsten. Der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Reitzle verdiente im vergangenen Jahr acht Millionen Euro. Der frühere BMW-Vorstand und Ford-Top-Manager ist damit nicht nur ein Spitzenverdiener. Er hat auch fast genauso viel verdient wie seine drei Vorstandskollegen zusammen.
Die Gehaltsentwicklung der deutschen Top-Manager hat sich im Laufe der Jahre zum öffentlichen Dauerärgernis entwickelt. Politiker und Medien stürzen sich dankbar auf die drastisch gestiegenen Manager-Bezüge, weil die Einkommen vieler Normalbürger eher zurückgehen als steigen. Nicht zuletzt deshalb führte die Bundesregierung letztes Jahr die Veröffentlichungspflicht für die Vorstandsgehälter in deutschen Aktiengesellschaften ein.
Dadurch ist manches klarer geworden. Aber noch immer bleibt im Dunkeln, wie die Gehälter der Unternehmenschefs zustande kommen. Dass die Einkommen von Bank- und Versicherungschefs im vergangenen Jahr zurückgingen, hat eine einfache Erklärung.
Die Immobilienkrise in den USA, die Mitte des vergangenen Jahres viele Banken in Not brachte, sorgte für sinkende Einkommen bei Allianz-Chef Michael Diekmann, Commerzbank-Vorstandschef Klaus-Peter Müller oder bei Georg Funke, dem Vorstandschef des deutschen Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate.
Dagegen schaffte der Rekordverdiener Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, eine Einkommenssteigerung um knapp sechs Prozent. Peinlich für ihn, dass sein Institut vor wenigen Tagen neue Abschreibungen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro einräumen musste, obwohl Ackermann früher erklärt hatte, die Deutsche Bank hätte alle Risiken der sogenannten Subprime-Krise bewältigt.
Die Industriechefs haben großteils ihre Einkommen erhöht. Das lässt sich damit erklären, dass die Geschäfte der Auto- oder Chemiekonzerne 2007 gut liefen. Der Aktienindex Dax, der vor allem aus Industriewerten besteht, honorierte die Entwicklung mit einem Anstieg von 22 Prozent.
Fragwürdig bleibt, warum der Chef des Touristik- und Schifffahrtskonzerns TUI, Michael Frenzel, sein Einkommen um 124 Prozent steigern konnte, obwohl sein Aktienkurs in den vergangenen sieben Jahren fast stetig fiel und er vor wenigen Wochen auf Druck wichtiger Aktionäre hin seine Strategie völlig ändern musste. Aber Frenzel hatte im vorigen Jahr Glück. Der Aktienkurs des Unternehmens legte zwischendrin einmal um 24 Prozent zu. Knapp 4,5 Millionen Euro konnte der umstrittene Manager im vergangenen Jahr verbuchen.
(SZ vom 4.4.2008/hgn)
Moderne Verwaltung
42% zahlt bereits jeder normalverdienende Akademiker, zuzüglich Rentenversicherung und zuzüglich Arbeitslosenversicherung. International sind unsere Steuersätze weder hoch noch niedrig, lediglich die Gesamtbelastung ist zu hoch weil die Steuer zu früh zu hoch einsetzt. Dadurch werden bei uns Leute geschröpft, die im internationalen Vergleich noch nicht in dieser Höhe belastet werden würden.
janitos:
"sonst kann man das eben nicht zu Preisen produzieren, die sich die Masse leisten kann."
Klar, wenn man der Masse sogar einen Mindestlohn verweigert, dass - und hier sitzt einer der kapitalen Denkfehler der feudalistischen Geldscheffler - sich die Einwohner die Güter, die im eigenen Land produziert werden, nicht mehr leisten können.
Willkommen in chinesischen Verhältnissen. Offenbar kapieren die Kapitalisten erst dann, wenn sie die ganze Welt in ein Armenhaus verwandelt haben, dass die 0,1 % Reichen täglich keine 100.000 Waschmaschinen, 500.000 Telefone, 1 Million Computer etc. kaufen werden, sie auf ihrem ganzen Luxusschrott sitzen bleiben und auch kein Dax-Unternehmen mehr Anlegerrenditen auszahlt, geschweige denn die Vergabe von Hypothekenkredite zur Mehrung ihres Reichtums taugen.
In ihrer geistigen Armut durch materiellen Reichtum komplett vernebelt, von der Gier nach Geld verblendet, kapieren sie offenbar die einfachsten Dinge erst als Letzte.
Bringen Sie mich jetzt bitte nicht zum Lachen ...
Ich habe mit Anlagen+Abschreibung "zufällig zu tun" ... ;-)
sie vergessen die Reichen-Steuer für Einkommen über 250T Single bzw. 500T verheiratet.
und soviel können sie auch nicht abschreiben, es handelt sich meistens um Steuerverschiebung auf spätere Zeiträume um die Spitzen zu kappen.
Guten Morgen,
es sind 42% - abzüglich Steuerberater und Schlupflöcher ...
Spitzensportlern sogar 25% - trotzdem bin ich Schum(m)i-Fan ... ;-)
Paging