Länderfinanzen Bayern steigt zum größten Schuldenmacher ab

Im Zangengriff der Krise: Den Bundesländern fehlen fast 26 Milliarden Euro in den Kassen. Am maßlosesten prasste dabei das einstige Musterland Bayern.

Die 16 Bundesländer haben im vergangenen Jahr nach einem Bericht des Handelsblatts 25,5 Milliarden Euro mehr ausgegeben als eingenommen. Das Blatt beruft sich auf eine Aufstellung des Bundesfinanzministeriums. 2008 hatten die Länder noch einen Überschuss von 700 Millionen Euro erzielt.

Größter Schuldenmacher war 2009 demnach Bayern, das fast acht Milliarden Euro Minus machte. Wesentlicher Grund war die Rettung der BayernLB mit sieben Milliarden Euro, die das Land über den Haushalt finanzierte.

Überschuss in Sachsen

Andere Bundesländer finanzierten ihre Finanzspritzen an Landesbanken über Nebenhaushalte außerhalb der regulären Statistik. Dieses Jahr will Bayern wieder ohne neue Kredite auskommen.

Auf Rang zwei und drei beim Defizit landeten demnach Nordrhein-Westfalen und Hessen. Im Düsseldorfer Etat klaffte 2009 ein Loch von 4,7 Milliarden Euro, im Wiesbadener von 2,6 Milliarden Euro. Lediglich Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen kamen mit ihren Einnahmen aus.

Beide konnten sogar kleine Überschüsse erwirtschaften. Ein Jahr zuvor hatte noch die Hälfte der 16 Länder schwarze Zahlen geschrieben. Die hohen Defizite trieben auch die Schuldenstände in die Höhe. Erstmals summierten sich Ende 2009 die Gesamtschulden der Länder auf mehr als 500 Milliarden Euro.