Kosten der IKB-Rettung 111,65 Euro - für jeden

Das ist ein teures Vergnügen: Die vom Staat verhinderte Pleite der Zockerbank IKB kostet dem Bund etliche Milliarden. Jeder Steuerzahler hat 111,65 Euro gegeben - ob er wollte oder nicht.

Von Guido Bohsem

Die Rettung der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB ist ein teures Vergnügen. Sie schlägt für jeden der 82,4 Millionen Einwohner - vom Säugling bis zur Rentnerin - mit rund 111,65 Euro zu Buche. Das ist so, weil der Bund sich aus Steuern finanziert und die KfW Eigentum der Deutschen ist. Das Geld wird ihnen natürlich nicht vom Konto abgebucht. Die Summe setzt sich vielmehr aus den Mitteln zusammen, die der Bund und die KfW bislang in die IKB gesteckt haben.

Insgesamt waren bislang rund 10,7 Milliarden Euro notwendig, um das Institut vor der Pleite zu bewahren. 1,5 Milliarden Euro davon kamen von den großen Bankenverbänden des Landes und stammen somit aus den Kassen der Wirtschaft. Die verbleibenden 9,2 Milliarden Euro teilen sich KfW und der Bund. Am 16. Juli überwies Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) seine 1,2 Milliarden Euro an die KfW. Die Bank erhält das Geld offiziell als unverzinsliches Darlehen. Eine Rückzahlung des Kredits ist aber nahezu ausgeschlossen. Denn sie ist an Bedingungen geknüpft, die aller Voraussicht nach niemals eintreten werden. Die KfW braucht das Geld, um die Risiken abzudecken, die sich durch ihre Hilfen für die IKB ergeben haben.

In den USA verspekuliert

Insgesamt hat die Staatsbank bislang rund acht Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Das Geld dient zum einen dazu, die Verluste abzusichern, die die IKB durch ihre Spekulationen am amerikanischen Immobilienmarkt eingegangen war. Dazu brauchte es insgesamt 6,7 Milliarden Euro. Davon ist bislang nur ein kleiner Teil in Anspruch genommen worden, um tatsächliche Verluste abzudecken. Aber auch der Rest gilt als verloren. 600 Millionen Euro Miese entstanden der KfW, weil der Kurs der börsennotierten IKB im Verlauf der Krise dramatisch eingebrochen war und sie einen großen Anteil der Aktien des Instituts hielt. Schließlich musste die staatliche Förderbank noch einmal 700 Millionen Euro an die IKB überweisen, um die Mittelstandsbank mit frischem Geld zu versorgen und ihre Anteile an dem Unternehmen zu erhöhen.

Mit dem Verkauf wird die Belastung für die KfW, und unter Umständen für den Bund, noch einmal steigen. Zwar übernahm Lone Star etwa zwei Drittel der Spekulationspapiere in der IKB-Bilanz. Ein Drittel bleibt bei der KfW. Das Risiko, dass diese Anlagen sich vollständig in Verluste verwandeln, teilt sich die Staatsbank mit dem Bund, der dafür 600 Millionen Euro bereitstellt. Die Regierung geht davon aus, dass diese Garantie aber nicht beansprucht wird. Die KfW muss schließlich noch die etwa 650 Millionen Euro ausgleichen, die der Kaufpreis unter den Erwartungen lag. Es könnte also noch teurer werden für die Einwohner.

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