Die Minister Steinbrück und Guttenberg verständigen sich auf eine härtere Gangart im Umgang mit Steuersündern - und zerschlagen so eine Befürchtung von Kanzlerin Merkel.
Nach wochenlangem Streit hat sich die große Koalition auf einen Gesetzentwurf zur schärferen Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Steuerflucht verständigt. Ein Regierungssprecher sagte am Montagabend, das Finanz- und das Wirtschaftsministerium hätten letzte Unstimmigkeiten ausgeräumt. Damit kann der Gesetzesantrag am Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedet werden, nachdem er zuvor bereits mehrere Male von der Tagesordnung der Ministerrunde hatte gestrichen werden müssen.
Endlich einig: Finanzminister Steinbrück (links) und Wirtschaftsminister Guttenberg. (© Foto: dpa)
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Mit der Reform will Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) es Unternehmen und Bürgern erschweren, Geld am Fiskus vorbei in Drittstaaten zu schleusen und Kapitaleinkünfte auf Konten im Ausland vor dem Finanzamt zu verstecken. Wer in Zukunft Geschäfte mit Partnern in sogenannten Steueroasen tätigt, soll nachweisen müssen, dass diese Geschäfte nicht der Steuerflucht dienen. Verweigert der Betroffene die Zusammenarbeit mit den deutschen Finanzbehörden, kann er bestimmte Kosten nicht mehr als Betriebsausgabe von der Steuer absetzen.
Die Union hatte moniert, dass die Regierung damit praktisch alle international tätigen Unternehmen unter den Generalverdacht der Steuerhinterziehung stelle und die Beweislast umkehre. Das Finanzministerium hatte dagegen von "völlig normalen Mitwirkungspflichten" der Steuerzahler gesprochen.
Wenn beide sich durchsetzen
Dem Vernehmen nach verständigten sich Steinbrück und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) nun offenbar auf einen Kompromiss, von dem beide behaupten können, sie hätten sich gegen den jeweils anderen durchgesetzt. So kann Steinbrück darauf verweisen, dass es generell bei der Beweispflicht von Firmen und Bürgern bleibt. Zudem dürfen die Finanzämter bei Top-Verdienern im Inland mit einem Jahreseinkommen von mehr als 500.000 Euro verdachtsunabhängige Steuerprüfungen vornehmen. Guttenberg wiederum kann sich zugutehalten, dass in dem Gesetz die einzelnen Länder, die der Bund als Steueroasen betrachtet, nicht namentlich genannt werden.
Dies soll erst in Rechtsverordnungen nachgeholt werden, die nach Angaben aus Unionskreisen aber wohl nicht mehr vor der Bundestagswahl Ende September diesen Jahres erlassen werden können. Im Falle eines Wahlsiegs könnten CDU und CSU somit völlig auf sie verzichten.
Die Angst der Kanzlerin
Dass Guttenberg dem Kompromiss zustimmte, ist der Angst von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) davor geschuldet, dass die SPD die vermeintlich laxe Haltung der Union gegenüber Steuersündern zum Wahlkampfthema machen könnte. Führende Sozialdemokraten hatten bereits damit gedroht. Merkel hatte sich zudem vorhalten lassen müssen, dass sie auf internationaler Ebene für Maßnahmen plädiere, denen sie daheim die Zustimmung verweigere.
Mit der jetzigen Vereinbarung zwischen Union und SPD erhalten Staaten wie etwa die Schweiz mehr Zeit, die international vereinbarten Standards zur Bekämpfung der Steuerflucht umzusetzen, auf die Steinbrück pocht. Die Regierung in Bern hatte dies jüngst zugesagt.
Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums in Berlin räumte allerdings am Montag ein, dass die Regierungen beider Länder noch keinerlei Anstalten unternommen hätten, das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz neu zu verhandeln.
(SZ vom 21.04.2009/mel)
Christopher Lee zum 90.
Warum eine Steuerreform auf den Weg bringen, welche die unzähligen zum Teil sogar widersprüchlichen Ausnahmeregelungen beseitigt und somit einen Großteil der bejammerten Löcher verstopft, wenn sich mit dem Thema alle vier Jahre vernunftfrei Wahljkampf machen lässt?
Vermutlich nur, damit sich das aufgeblähte Heer an Steuerbeamten und Steuerberatern keine Ängste ausstehen muss und populistische Wichtigtuer in der Politik immer neue Kokaplantagen anlegen können
Auf das es dem einfältigen Wähler wohl bekomme.
Das liet daran, dass es sich zum allergrößten Teil nicht um Ländereinnahmen handelt, die Länder aber die Kosten für die Steuereintreiber übernehmen müssen. Zudem brüsten sich die CDU CSU Länder gerne intern damit, möglichst keinerlei Verfolgungsdruck aufzubauen. Es kursieren in einschlägigen Kreisen schon lange Listen, in denen die "steuerfreundlichsten" Landkreise aufgezeigt werden. Müßig zu erwähnen, dass sich dabei vor allem Bayern, Baden Württemberg und Hessen in der Spitzengruppe befinden.
Herr Hulverscheidt. Mir ist schon des längeren Sinn und Zweck der "Kommentarabsichten" (Sie nennen Ihre Texte ja Kommentar - oder Meinung) nicht mehr nachvollziehbar, daher unternehme ich erst gar nicht den Versuch. Es sei mir aber erlaubt, zu verbessern:
1. Es werden allein durch die Schweiz zur jeweiligen Laufzeitfälligkeit um die 70 DBA neu verhandelt werden. Nicht einmal die Bundesregierung hat Probleme damit, diesen Zeitlauf zu verstehen.
2. Die DBA werden, im Gegensatz zu Ihrem schönen Deutschland, nicht nur durch das Schweizer Parlament entschieden. Die DBA fallen unter das sog. Fakultative Referendum - die Volksabstimmung wird also ebenfalls zu beachten sein.
3. Was Sie hier anführen: ohnehin eine Farce, DENN: in DE gilt ohnehin seit Jahrzehnten das Prinzip der Beweisumkehr im Auslandsverkehr. Mithin ist Deutschland gar nicht auf die Schweizer Amtshilfe (die DE erstaunlicherweise seit Bestehen des DBA mit der Schweiz aus 2002 NOCH NIE angefordert hat...) angewiesen.
Mir scheint, Herr Hulverscheidt: Sie haben noch gar nicht gemerkt, dass mit dem albernen Gewese um das Schweizer Bankgeheimnis vor allem Sie als Deutscher, Bürger der Genasführte, ein weiteres Mal um Privatsphäre gebrachter Bürger, ein vom principal agent am Nasenring geführter, Stimm-Bürger? wurden. Ein deutscher Kleinkünstler, Herr Pispers erwähnte einmal "vox populi, vox Ri.nd.vie.h".... da liegt die wirkliche Tragik, aber solange man in Deutschland eins unübertroffen gut kann, Sündenböcke konzipieren, werden Sie in der Sache wohl eher nicht vorankommen. Mich wunderts trotzdem, wie der Unfug alltagweis Blüte um Blüte treibt ...
... an höheren Steuereinnahmen ?
... das Angstferkel quiekt - ist ein Witz am Dienstag, denn wer sich mit der Mafia verbündet hat keine Angst, sondern .... vielleicht Hunger nach noch mehr Geld !!!
Armes Deutschland - die Abzoger & Aussauger sind am Werk ....
Paging