Handwerkliches Geschick kann auch für Mieter wichtig sein. Denn manchmal sollten sie zum Beispiel einen tropfenden Wasserhahn allein reparieren.
Und auch einen kaputten Stromschalter tauschen sie möglicherweise besser selbst aus.
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Der formal richtige Weg, den Vermieter auch in solchen Fällen die Handwerker schicken zu lassen, kann nämlich dauern. Rechtlich spricht laut dem Deutschen Mieterbund in Berlin nichts gegen solche Arbeiten in Eigenregie.
"Reparaturen in der Mietwohnung sind grundsätzlich Sache des Vermieters", erklärt Sprecher Ulrich Ropertz. "Es ist aber möglich, dass für kleinere Arbeiten eine Klausel im Mietvertrag bestimmt, dass der Mieter zahlen muss." Dann muss der Mieter zwar auch dem Vermieter Bescheid geben, damit dieser die Handwerker bestellt - zahlen muss bei kleinen Summen aber hinterher der Mieter.
"Ganz praktisch gesehen kann es wiederum natürlich sinnvoll sein, auch einen Stromschalter oder eine Steckdose selbst auszutauschen. Solche kleinen Arbeiten sind schnell erledigt - meist schneller, als wenn ich 20 Briefe hin und her schreibe."
Wasser schon, Stromleitung nicht!
Auf den Mieter übertragen werden dürfen sogenannte Kleinreparaturen und das Beseitigen von "Bagatellschäden". Was das ist, hängt vom Einzelfall ab.
Ebenso gibt es keinen einheitlichen zulässigen Höchstwert für die Ausgaben. "Wenn die Kleinreparaturklausel im Mietvertrag festschreibt, dass Mieter Schäden bis zu 90 Euro übernehmen müssen, kann das heute wirksam sein", sagt Ropertz - so sei die Rechtslage den aktuellen Urteilen des Bundesgerichtshofs nach einzuschätzen.
Voraussetzung ist auch, dass der Schaden an einem Gerät "im unmittelbaren Zugriff des Mieters" entstanden ist. Dazu gehören der Wasserhahn und der Lichtschalter - die Klingelanlage und die Stromleitungen dagegen nicht.
- Eigenmächtige Reparatur Kein Anspruch des Mieters 21.01.2008
- Steuerspartipps Aufs Finanzamt setzen 10.09.2007
- Kleinreparaturen Sache des Mieters 23.01.2003
(sueddeutsche.de/dpa/als)
Scheint so als ob hier nur Berufselektriker schreiben die um ihr Einkommen fürchten?
Ich repariere - wenn nötig - meine kleinen Lichtschalter u.ä. seit fünfzig Jahren natürlich selbst. Das macht doch eigentlich fast jeder. Jedenfalls jeder den ich kenne. Sogar jede. Natürlich darf man sich nicht total doof anstellen; dann sollte man doch besser den Berufselektriker holen. Aber auch über deren Arbeit (und über Handwerker im allgemeinen) ist einiges (ulkige bis traurige) zu sagen; wenn ich nur an die nagelneue Klingelanlage in unserem 7-Parteien-Haus denke, oh Graus...
@wetzer123: "Das sind sicherlich keine schwierigen Sachen, aber ist es nicht so, dass Arbeiten am Stromnetz nur von Elektrikern durchgeführt werden dürfen?"
Selbstmord bzw. Selbstmordversuche sind in Deutschland ja nicht strafbar.
Wenn durch eine Murksinstallation durch einen Laien z.B. die Bude abfackelt, dann freut sich seine Haftpflichtversicherung, weil sie dann nicht zahlen wird.
@kschneidt: "Im Schadensfall könnte das theoretisch wohl ein zivilrechtliches Verfahren nach sich ziehen."
Zivilrechtlich wird's bei Sachschäden (abgefackeltes Haus etc.)
Sobald aber einer tot umfällt, weil der sparsame Bastler z.B. den Schutzleiteranschluss mit der Phase verwechselt hat, dann schreitet die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung ein...
es ist sehr zu bezweifeln ob es "nur" bei zivilrechtlichen Folgen (die im Falle eines abgebrannten Hauses so klein ja uch nicht sind) bleibt wenn durch Fehlverkabelung z. B. auch bei ausgeschaltetem Licht der Gewindeteil des Leuchtmittels mit Phase verbunden bleibt und die Person die diesen Teil beim Lampenwechsel berührt einen Schlag mit entsprechenden Folgen bekommt.
MfG Lamprecht
Wer noch nie etwas von der VDE0100 gehört hat, sollte - aus reinem Selbsterhaltungstrieb heraus - Arbeiten am Starkstromnetz sein lassen.
Und wenn die meisten Lichtschalter tatsächlich vom Heimwerker-King gewechselt werden können, wissen auch alle was ein Kreuz- oder Wechselschalter ist? Oder was der Unterschied zum Taster ist? Und wozu überhaupt den Strom ausschalten - ist doch eh abgesichert... Es klingt banal - man steigt ja auch nicht auf Stühle etc. aber es muß ja einen Grund geben, warum im Haushalt die meisten Unfälle passieren. Daher sollte man mit Halbwissen nichts am Hausanschluß selbst machen - egal ob Kleinspannung oder 230V!
Paging