Nix mit "Spielen verboten": Kinder dürfen wesentlich mehr, als manche Nachbarn annehmen.
Irrglaube Nr. 1: Kinder dürfen in den Anlagen, die zum Haus gehören, nur dann spielen, wenn es keinen stört.
Kinder toben sich auf einem Spielplatz aus. (© Foto: ddp)
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Dazu die Kinderbeauftragte der Stadt München: "Wenn das Spielen auf Grünflächen nicht ausdrücklich untersagt ist, gibt es für ein Spielverbot keine Rechtsgrundlage. Denn Kinder, auch ältere, haben das Recht, in der Nähe ihrer Wohnung zu spielen. Wenn die Außenflächen einer Wohnanlage (zum Beispiel Innenhof oder Innenbereich) vertragsgemäß zur Mietsache gehören, dann dürfen die Kinder dort auch spielen."
Dazu zählt auch das Fahren mit Einrädern, Fahrrädern und Bobbycars. So gefürchtet Letztere auch sein mögen: Die Praxis mancher Hausverwaltung, die Bobbycars im Hof zu verbieten, Autos aber zu erlauben, steht rechtlich auf schwachen Füßen.
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Diskussion um Leinenpflicht für Hunde
Es würde funktionieren, wenn die Eltern wirklich erziehen würden. Statt alles und zu jeder Tageszeit durchgehen lassen würden. Warum muss am Sonntag zwischen eins und drei mit invernalischer Lautstärke im Hof geschrieen werden (und die Eltern mitten drin statt nur dabei - keinerlei Einfluss oder mal ein Wort der Mahnung - nein, da wird ganz selbstverständlich lautstark mitgemacht - Vorbildfunktion!), das gleich nach 20:00 Uhr! Wo sind wir hier eigentlich?
Und jetzt bitte nicht wieder die Mähr von Kinderfeindlichkeit!
Meine Hoffnung: Das rächt sich eines Tages bitter! Wer nicht in jungen Jahren lernt -5jährige können das sehr wohl verstehen- dass es eine Gesellschaft gibt und dass man Teil der Gesellschsft ist, hat es sehr schwer in späteren Jahren. Kleine Egos werden dann ganz schnell zu großen Egos. Das ist der wahre Untergang!
Und noch was, weil es mir unglaublich auf den Zwackel geht:
Gerne und schnell werden im Kontext solcher Sommerlochdiskussionen reflexartig die angeblich so kinderhassenden Großstadtsingles angeprangert, deren Egoismus und Lebensfeindlichkeit anscheinend das gesamte Elend dieses Landes verursacht. Was dazu zu sagen wäre:
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Ich bin - so anekdotisch das nun klingen mag - Selbstständiger ohne Rentenansprüche. Das Argument, dass der kleine Kreischer auf dem Hof meine Zukunft sichert, trifft nicht zu. Er tut es nicht, und selbst wenn er's täte, wäre das kein Freibrief für ein Benehmen (= nämlich das seiner grinsend nicht-erziehenden Eltern), das *meine* Eltern mir vor dreißig Jahren auch nicht 24/7 durchgehen ließen; so viel Konservativismus darf sein.
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Von meinen ziemlich saftigen Krankenkassenbeiträgen habe ich, da glücklicherweise seit Jahr und Tag gesund, nichts - trage aber damit konkret finanziell all die "kostenlos mitversicherten" Familienangehörigen der Nachbarschaft durch ihre kleinen, behandlungswürdigen Malaisen. So funktioniert ja auch eine Solidargemeinschaft, nicht wahr?
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Und dasselbe gilt selbstverständlich für mein Steueraufkommen: Davon werden (hoffentlich) nicht nur Beamtenzimmer geheizt, sondern auch Kindertagesstätten, Schulplätze und wasweißichnoch finanziert. Gern geschehen, nicht der Rede wert. Aber kreidet mir nicht auch noch an, dass ich nicht einen weiteren Wonneproppen auf den Spielplatz des Gemeinwesens setze, sondern abends nach dem Geldverdienen, Steuerzahlen und Um-Hundehaufen-herumradeln ganz einfach und single-mäßig auf dem Balkon mal meine Ruhe haben will.
Das alles klingt zweifellos gallig, aber ich bin es satt, in Diskussionen wie diesen subito auf der Seite der schmarotzenden, ichsüchtigen Nihilisten zu landen. Andersrum wird ein Schuh draus.
Ich komme dabei nicht umhin, in diesen Momenten an die "tragedy of the commons" zu denken - das Prinzip, dass jene Güter, die *allen* nützen sollten (und darunter fallen eben auch öffentliche Flächen, das Wohlwollen einer Gemeinschaft etc.) im Zweifelsfall von denen kaputtgenutzt werden, die von nichts genug kriegen und sich grundsätzlich nicht vorstellen können, dass Dritte auch Bedürfnisse haben.
Langer Rede kurzer Sinn: Viele, die Toleranz einfordern, tun dies auf der Grundlage eines Weltbildes, in dem alle anderen doch bitte mitzuspielen haben, wenn der Narziss und seine Stammhalter es schön haben wollen. Leider machen Eltern zwischen 25 und 35 - oft Produkte einer ultraliberalen bis nihilistischen Erziehung) hier oft die schlechteste Figur. Es genügt ihnen, ihren *eigenen* Glücksvorstellungen zu genügen.
Und ich erlaube mir diese Einschätzung auch, weil ich die Alternative kenne: Die Kinder meines Bruders (= selbe Altersgruppe, aber mit einer für Männer unglaublichen Portion Empathie ausgestattet), der diese Kinder bedingungslos liebt, unglaublich viel Zeit und Geld in ihr Glück investiert und ihnen Freiheiten lässt, wo es nur möglich ist - aber eben *nicht* auf Kosten Dritter. Diese Kinder sind glücklich, fantasievoll, bewegt und bewegend, aber sie halten es z.B. nicht für ihr Privileg, non-stop zu kreischen.
Die Familie in der Wohnung darüber sieht das anders und lässt ihre Jungs nach Herzenslust schreien, treten, lärmen, und im Kontrast zwischen beiden Familien sehe ich vor allem einen Unterschied: Hier das Bemühen um Erziehung, die Kinder zu frohen und dennoch *gesellschaftsfähigen* Menschen macht, dort ein laissez-faire, das mehr mit elterlicher Faulheit und Narzissmus als Erziehungsidealen zu tun hat.
@uschimuc + petpiamelie: Danke; kompetent zusammengefasst.
Nun. Ich höre viel von der Kinderfeindlichkeit in Deutschland; die wird es wohl geben, und es gibt zweifellos ökonomische (= Kinder als Armutsrisiko) wie psychische (= Stigmatisierung) Untiefen, die (potenziellen) Eltern das Leben schwer machen.
Aber als Großstadtsingle sehe ich davon sehr wenig.
Ich lebe in einer Ecke Deutschlands, in der man meint, Kinderkriegen sei ein hochsubventionierter Volkssport - richtig; am Prenzlauer Berg. Hunderte von Müttern schieben hier glücksbeseelt ihre oft doppelsitzigen Kinderwagen durch die Gegend; der neue Mann geht mit seinem Koala-mäßig aufgebundenen Nachwuchs Biogemüse einkaufen etc. Ist ja auch alles wunderbar.
Was ich in diesem Mega-Kindergarten jedoch immer deutlicher wahrnehme, ist diese sich selbst genügende und den Rest der Welt nach Kräften ignorierende, fast schon autistische Fröhlichkeit, in der absolut *alles* dadurch geheiligt ist, dass es der jungen Familie Freude macht: Lärm, Dreck, Beeinträchtigung Dritter. Wer entsprechende Bedenken anmeldet, ist ein halber Nazi.
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Ich sehe Mütter ihre Kinderwagen in unglaublich zackigem Tempo auf die Straße schieben; denn selbstverständlich hat der Rest des Verkehrs in die Eisen zu steigen, wenn das Familienglück kommt. Geht was schief, ist die junge Mutter ganz sicher nicht schuld gewesen.
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Ich sehe Väter, die beim zweiten Rioja ihren Kindern applaudieren, wenn die zwischen eng geparkten Autos niedliche Kinderfußbälle herumkicken. Dass das gefährlich für den Nachwuchs und die Fahrzeuge ist: Wer käme denn auf so spießige Ideen?
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Ich höre - wie andere es hier auch schon angemerkt haben -, dass Kinder Tag für Tag auf geschlossenen Grünflächen regelrecht geparkt werden, wo sie sich dann im Sinn der Selbstverwirklichung die Köpfe einschlagen oder mit Trillerpfeifen neue Dezibelrekorde einstellen können - das kehrt die an ihrem Magister/Drehbuch arbeitende Mutter im fünften Stock dann im Zweifelsfall wenig.
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Und ich vermute hinter all dem keineswegs Bösartigkeit. Aber es scheint ein immer populär werdendes Weltbild zu geben, in dem andere Menschen und deren Bedenken, Ängste und Wünsche einfach nicht existieren.
(Fortsetzung eins weiter oben/unten wg. Zeichenbeschränkung :)
Die Kinderbeauftragte der Stadt München sagt: "Wenn das Spielen auf Grünflächen nicht ausdrücklich untersagt ist, gibt es für ein Spielverbot keine Rechtsgrundlage."
Schilder aufstellen - spielen verboten - Fall erledigt?
Aber was gibt einem Vermieter das Recht, solche Schilder aufzustellen? Kann das jemand beantworten?
Ist z.B. das Schild "Fussballspielen verboten" (auf einer Rasenfläche, nicht in einem Blumenbeet) überhaupt zulässig? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
Paging