Die Forscher beschreiben acht verschiedene Migranten-Milieus mit jeweils ganz unterschiedlichen Lebensweisen und Wohnwünschen. Sie lassen sich grob unterteilen in die am wenigsten integrierten "traditionsverwurzelten Milieus", die im wesentlichen gut integrierten "Milieus im Prozess der Modernisierung" und die "postmodernen Milieus", die sich weder in der deutschen Kultur noch in der ihres Herkunftslands zu Hause fühlen.
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Viele Migranten gehören laut der Studie zu einer zahlungskräftigen Mittelschicht - und nur wenige von ihnen leben demnach aus eigenem Antrieb dauerhaft in ethnisch geprägten Wohnquartieren. Sie legen Wert darauf, in gemischten deutschen Wohnquartieren leben zu können und so die eigene Integrationsleistung zu dokumentieren. Wieder andere wollen dagegen ihre doppelte kulturelle Identität zur Schau stellen und bevorzugen ein multikulturelles Umfeld - allerdings stets mit gewisser Distanz zu stigmatisierten "Ausländerghettos".
Engagierte Migranten
Was die Wohnqualität angeht, besteht gerade bei Migranten mit höherem sozialem Status ein Missverhältnis zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Das fängt schon bei der Wohnungssuche an, wie die Soziologin Emsal Kilic in einer empirischen Studie am Beispiel Berlins herausgefunden hat. "Migranten sehen sich im Wohnbereich häufig Diskriminierungen ausgesetzt", sagt sie. Bei mehreren Bewerbern für eine Wohnung werde gerade in gehobeneren Vierteln meistens der deutsche Bewerber vorgezogen.
Nach Meinung des vhw wird beim Thema Integration zukünftig auch die Frage wichtig sein, inwieweit Migranten in die Mitgestaltung des Wohnviertels einbezogen werden. Denn auch das ist ein Ergebnis der Studie: Das Engagement von Migranten im Quartier ist zwar sehr viel größer als erwartet. Dennoch stecke hier noch sehr viel ungenutztes Potential.
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- Streiflicht Das Beet ist voll 07.03.2006
(SZ vom 17. 04. 2009/als)
Ägypten
Nun, das klingt ja wirklich nach arger Diskriminierung! Allerdings nur, wenn man sich nicht vergegenwärtigt, daß ja tatsächlich wohl immer noch die überwiegende Mehrheit der Bewerber Deutsche sind. Daher ist selbstverständlich die Wahrscheinlichkeit, daß "ein Deutscher" die Wohnung bekommt, höher. Solche Pauschalargumente taugen also garnix, um irgendwelche Diskrimnierungen nachzuweisen, da müßte man schon mit schlüssigem Zahlenwerk kommen. Daran fehlt es hier leider. Weder wird klargestellt, ob die Chancen für Migranten, in den Mittelstand aufzusteigen, tatsächlich schlechter als für den Durchschnittsbürger sind, noch wird erläutert, welche Rolle das Wohnumfeld dabei nun genau spielt. Ist dieser Beitrag einfach schlecht recherchiert, oder ist die Studie wirklich so ein Wischiwaschi? Der interessierte Leser kann darüber nur spekulieren. Schade.
Die Lebensweltanalyse wurde nicht für die Stadtsoziologie geschaffen. Sie dient eigentlich nur einer zielgruppengerechten Konsumentenwerbung. Mediaplaner mögen das ganz praktisch finden, ernsthafte Soziologen (hoffentlich) nicht.
Ich bezweifle, daß man die Realität in acht Milieus genau einordnen kann.