Nach Zwangsräumungen von Mietshäusern landen in Amerika immer mehr Menschen auf der Straße.

In der Immobilienkrise haben die Notunterkünfte quer durch die USA Hochkonjunktur. In den ärmeren Vierteln der Innenstädte mehren sich geräumte, mit Brettern vernagelte Mietshäuser. Immer mehr Mieter, deren Hauswirte mit den Hypotheken nicht mehr nachkamen, werden nach Zwangsvollstreckungen auf die Straße gesetzt. Darunter sind viele Familien, meist alleinerziehende Mütter mit mehreren Kindern.

Vor hundertsechzig Jahren, zur Zeit des kalifornischen Goldrauschs, bestand Sacramento vorwiegend aus Zelten. Jetzt gibt es sie dort wieder - als Notunterkünfte für gekündigte und nun obdachlose Mieter. (© Foto: AFP)

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"Die Leute rennen uns mit diesem Problem die Türen ein", sagt Mercedes Marquez vom Wohnungsamt Los Angeles. "Und die Welle kommt erst noch." Es hat derartige Ausmaße angenommen, dass Los Angeles kürzlich alle Zwangsräumungen gestoppt und beschlossen hat, leerstehende Gebäude anzukaufen und darin bezahlbaren Wohnraum anzubieten.

Sheriff stoppt Räumungen

Erschöpft und enttäuscht von einem weiteren ergebnislosen Tag auf Wohnungssuche, kommt Janice Johnson abends in die Notunterkunft, Schlafanzüge für ihre drei Jüngsten in der Hand. Die Midnight Mission ist ihre letzte Zuflucht. Die Mietwohnung im Süden von Los Angeles, in der sie jahrelang lebte, musste sie räumen, als eine Bank das Haus übernahm. "Ich will nicht auf der Straße leben", sagt die alleinerziehende Mutter, die Sozialhilfe bezieht. "Ich versuche alles, damit die Kinder weiter zur Schule gehen. So obdachlos, wie wir jetzt leben, kriege ich immer Anrufe, dass mein Achtjähriger im Unterricht einschläft."

Überall in den USA ringen die Städte mit demselben Problem. In Chicago hat sich die Zahl der Räumungen nach Zwangsvollstreckungen in den vergangenen beiden Jahren verdreifacht, auf mehr als 4500 im vorigen Jahr. Der Sheriff von Cook County, Thomas Dart, verlangt jetzt von den Banken eine viermonatige Kündigungsfrist. Voriges Jahr stoppte er Zwangsräumungen, als er sah, wie Mieter umstandslos vor die Tür gesetzt wurden.

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