Geier-Fonds Albtraum der Armen

Doch Sambia geriet später in Zahlungsverzug. Donegal verklagte dann im April dieses Jahres Sambia vor einem britischen Gericht auf Rückzahlung von 55 Millionen Dollar. Der Richter reduzierte dies zwar auf 15 Millionen Dollar.

Doch auch die Zahlung einer solchen Summe bedeutet für Sambia, wo die meisten der elf Millionen Einwohner mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssen, drastische Kürzungen bei der medizinischen Versorgung oder Schulausbildung.

Nach Angaben von IWF und Weltbank laufen derzeit Dutzende Klagen gegen arme Länder. Dabei geht es um eine Summe von insgesamt 1,8 Milliarden Dollar.

Im Visier der Geier-Fonds sind das mittelamerikanische Land Nicaragua ebenso wie die afrikanischen Staaten Kamerun und Äthiopien. Einer der finanzkräftigsten Geier-Fonds-Inhaber ist der amerikanische Geschäftsmann Paul Singer.

Der Milliardär erwies sich als großzügiger Wahlkampfspender für US-Präsident George W. Bush und gibt sein Geld jetzt dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Rudi Giuliani.

Ein Bush-Unterstützer verdient mit den Schulden des Kongo

Gegenüber Dritte-Welt-Staaten ist Singer allerdings weniger spendabel: Sein in New York ansässiger Fonds Elliott Asset Management kaufte Mitte der neunziger Jahre peruanische Schulden für zwölf Millionen Dollar. Später zwang Singer das südamerikanische Land zur Rückzahlung von 58 Millionen Dollar.

Ebenso verdiente der 63-jährige Milliardär an Schulden des zentralafrikanischen Staates Republik Kongo, die er zum Schnäppchenpreis von zehn Millionen Dollar erworben hatte. In einer Klage forderte der Spekulant 400 Millionen Dollar - am Ende gab es immerhin noch 127 Millionen. Das übersteigt die Finanzkraft eines Landes, in dem 70 Prozent der Bevölkerung in Armut leben und die Lebenserwartung gerade 53 Jahre beträgt.

Nach Meinung von Kritikern nutzen Geier-Fonds Lücken in den verschiedenen Bemühungen zur Entschuldung besonders armer Entwicklungsländer: So haben sich große Industrieländer wie Deutschland, Frankreich, die USA und Großbritannien im so genannten Pariser Club zusammen getan, um Umschuldungen und Schuldenerlasse zu regeln.

Doch Entscheidungen des Gremiums fühlen sich Außenstehende wie Rumänien nicht gebunden. Sie ziehen es häufig vor, die Schulden an Spekulanten zu verkaufen.