Frauen sind an der Börse erfolgreicher: Sie investieren weniger riskant - und erzielten eine höhere Rendite. Dummerweise nutzen sie ihre Talente zu wenig.
Finanzplanung und Altersvorsorge sind nicht mehr überwiegend Männersache. Diese Trendwende belegen zwei neue Umfragen. Doch im Schnitt legen Frauen ihr Geld vorsichtiger an als Männer - und verschenken daher womöglich Rendite.
(© Foto: dpa)
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Wenn sie sich allerdings aktiv selbst um ihr Geld kümmern, dann oft richtig gut: Weibliche Kunden von Onlinebrokern sind im Schnitt erfolgreicher.
Dass Frauen in ihrem Beisein auf einmal ganz blass um die Nase werden, passiert Heide Härtel-Herrmann schon mal. Dann nämlich, wenn die unabhängige Beraterin vom Frauenfinanzdienst in Köln ihren Klientinnen vorrechnet, dass sie für ihre Altersvorsorge bislang viel zu wenig getan haben.
Bis dato kümmerten sich Frauen Umfragen zufolge seltener als Männer um ihre Geldangelegenheiten und waren darüber hinaus auch noch schlechter informiert.
Frauen nehmen Finanzplanung in die Hand
Doch es zeichnet sich eine Trendwende ab: Frauen nehmen Finanzplanung und Altersvorsorge vermehrt selbst in die Hand. 52 Prozent der Frauen und 49 Prozent der Männer beschäftigen sich nach eigenen Angaben mittlerweile mit diesen Themen.
Das sind die Ergebnisse einer neuen Studie, die das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag der britischen Lebensversicherung Standard Life erstellt hat.
Allerdings legen Frauen im Durchschnitt ihr Geld noch immer vorsichtiger an als Männer. Auch wenn die Geschlechterunterschiede nicht dramatisch sind, setzen Frauen der Tendenz nach häufiger auf niedrig verzinste, stärker sicherheitsorientierte Anlagen und investieren seltener in Investmentfonds oder andere Wertpapiere.
Das zeigt eine neue Auswertung der Investmentgesellschaft Fidelity International. "Frauen machen es sich durch ein defensives Anlageverhalten schwerer als nötig, ihren gewohnten Lebensstandard im Ruhestand zu halten'', so Klaus Mössle von Fidelity International.
Dabei dürfen Frauen ruhig mehr Vertrauen in ihre Anlagefähigkeiten haben. Denn wenn sie an der Börse aktiv werden und in Wertpapiere investieren, dann häufig sehr erfolgreich. Das belegen neue Daten großer deutscher Direktbanken, die das Anlegermagazin Börse online erhoben hat.
Anlageerfolg ist weiblich
Die Broker werteten die Performancedaten ihrer männlichen und weiblichen Kundschaft detailliert aus. Die Ergebnisse liegen mit früheren Studien auf einer Linie: Anlageerfolg ist und bleibt weiblich - und das auch noch bei weniger Risiko.
Ihr Anlagetalent bringen Frauen aber immer noch viel zu selten zur Anwendung: Der typische Onlinebroker-Kunde ist derzeit ein Mann. Doch die Zeiten ändern sich: Bei den Neukunden sind Frauen bei den befragten Brokern schwer im Kommen.
Der Nürnberger Onlinebroker Cortal Consors untersuchte das Abschneiden von männlichen und weiblichen Kunden in den Monaten Oktober 2006 bis Januar 2007. Dabei ergab sich, dass Frauendepots nicht nur stets wertstabiler waren und geringere Schwankungen aufwiesen.
Mehr noch: Die Performance war mit Ausnahme des Januars durchweg besser als die der Männer. "Beim Blick auf Performanceklassen fällt auf, dass Männer eher dazu neigen, eine sehr gute oder sehr schlechte Performance zu erzielen'', erzählt Jörg Neumann, Leiter Customer Intelligence bei Cortal Consors.
Doch im Schnitt liefern die Frauen die stetigeren Ergebnisse. "Das deckt sich auch mit unseren früheren Erfahrungen. In fallenden Märkten müssten Frauen sogar noch besser sein als in den Marktphasen, die wir jetzt untersucht haben'', vermutet Neumann.
Die Commerzbank-Tochter Comdirect wertete ihren Depotbestand gleich über drei Zeiträume aus. Für den Drei-Jahres-Zeitraum Juli 2003 bis Ende Juni 2006, für das gesamte Jahr 2005 und für den Zeitraum Juli 2005 bis Ende Juni 2006.
"In allen drei Zeiträumen erzielten Gewinner-Frauen die besseren Umsatzrenditen auf ihr eingesetztes Kapital'', erklärt ein Comdirect-Sprecher. Umsatzrendite definierten die Banker hier als Gewinn pro eingesetztes Volumen pro Kunde.
Der Wert erklärt, wie viel Geld die jeweiligen Kunden bewegt und wie viel sie damit gewonnen haben. Ferner unterschieden sie unter allen Anlegern Gewinner und Verlierer: Verglichen wurden also Kunden, die mit ihrem investierten Geld überhaupt Gewinne erzielt hatten und solche, die Verluste eingefahren hatten.
"Beharrlich bei der Sache"
Doch damit nicht genug: Auch bei der Performance in verschiedenen Produktgattungen gab es geschlechtsspezifische Unterschiede: Sämtliche Frauen schnitten über den Drei-Jahres-Zeitraum bei Aktien, Zertifikaten und Anleihen besser ab, Männer lagen dagegen bei Optionsscheinen und Fonds vorne.
Die Ergebnisse decken sich mit neuen Untersuchungen des Centre for Financial Research der Uni Köln: Auch weibliche Fondsmanager gehen weniger Risiken ein und erzielen nachhaltigere Ergebnisse.
Die gute Performance der Damen kommt nicht von ungefähr: Wie Depotstrukturdaten aller genannten Broker ergeben, haben Frauen ihr Geld typischerweise häufiger als Männer in Fonds und Rentenpapieren angelegt und weniger oft in Aktien oder Optionsscheinen.
Sie scheinen ihr Depot besser zu diversifizieren - und sind sicherheitsorientierter. "Hin- und Hertraden ist das, was Frauen gerade nicht wollen. Wenn sie sich einmal für eine Anlage entschieden haben, bleiben sie beharrlicher bei der Sache'', sagt Constanze Hintze von der Münchner Frauenfinanzberatung Svea Kuschel und Kolleginnen.
Betrachtet man die Größe der Depots, liegen die Frauen bei allen befragten Brokern klar hinter den Männern. Das ist auch kein Wunder. Denn wegen Familienpause, Teilzeitjobs oder gar Austritten aus dem Erwerbsleben wegen der Kinder haben Frauen in Deutschland weniger Chancen auf ein höheres Einkommen oder gar Vermögen als Männer.
Und wenn sie arbeiten, verdienen sie auf gleicher Position im Schnitt noch immer etwa 20 Prozent weniger als Männer. "Das führt dazu, dass Frauen es schwerer haben, sich selbst ein Vermögen aufzubauen - und auch deutlich niedrigere Ansprüche an die gesetzliche Rentenversicherung haben'', sagt Finanzberaterin Härtel-Herrmann.
Verschärfung der Vorsorgesituation
Die jüngst beschlossene Rente mit 67 (Anlegerlexikon) wird nach Meinung der "Finanzfachfrauen'', einem bundesweiten Zusammenschluss von Finanzdienstleisterinnen, die Vorsorgesituation für Frauen nochmals dramatisch verschärfen.
Gerade die Ausnahmeregelung für langjährig Versicherte benachteilige Frauen massiv und sei sozialpolitisch zutiefst ungerecht. Möchten sich Frauen früher als mit 67 in den Ruhestand verabschieden, müssen sie Abschläge in Kauf nehmen - von einer ohnehin schon vergleichsweise niedrigen Rente.
Für Frauen ist es daher besonders wichtig, ihr vorhandenes Anlagetalent zu nutzen und so früh wie möglich mit dem Vermögensaufbau anzufangen. Dann nämlich lässt sich schon mit geringen Sparraten auf lange Sicht ein ansehnlicher Kapitalstock aufbauen.
"Das ist der Charme des Zinseszinses'', so Härtel-Herrmann. Mit ihren Ersparnissen müssen Frauen im Alter auch länger auskommen, denn sie leben im Schnitt länger. "Frauen haben meist weniger Geld als Männer - und daher auch mehr zu verlieren. Vielleicht wirtschaften sie deshalb nachhaltiger'', glaubt Härtel-Herrmann.
(SZ vom 28.04.2007)
Bruce Springsteen in Frankfurt
Dem Zeitgeist bei der routiniert abgespulten Absonderung von Binsenweisheiten und dem Deklarieren politisch korrekter Halbwahrheiten zuzuschauen, kann ein recht amüsanter Zeitvertreib sein. Frau Watermanns Artikel erfüllt die Erwartungen in dieser Hinsicht komplett.
Beim Lesen ihrer Ausführungen fragt man sich unwillkürlich, zu welchen intellektuellen Höchstleistungen das beliebte "Frauen sind die besseren..."-Spielchen sich noch steigern lässt. Nachdem wir nun wissen, dass Frauen die besseren Chefs, Autofahrer, Anleger, Angler und Winzer sind, warten wir gespannt auf die nächste Steigerung und harren gespannt der Meldung, dass sie uns auch in punkto Schädlingsbekämpfung, Wertstofftrennung und Besucherausweise laminieren haushoch überlegen sind. Dass indes jemand von Frau Watermanns Kollegen über den langen Schatten des Zeitgeistes springt und uns mit Meldungen à la "Frauen sind die schlechteren ..." oder gar "Männer sind die besseren ..." überrascht, davon sollte man besser nicht ausgehen.
Wo wir grade bei ausgebliebenen überraschungen sind: "Und wenn sie arbeiten, verdienen sie auf gleicher Position im Schnitt noch immer etwa 20 Prozent weniger als Männer," weiß Frau Watermann. So sind wirs gewohnt nach vielen Jahren der antipatriarchalischen Umerziehung: Frauen sind nicht nur viel besser als Männer, sondern was das Ganze erst mit einer bitter-tragischen Note versieht gleichzeitig auch noch viel diskriminierter.
Dass sich die angeblichen 20 Prozent Minderentlohnung auf gleicher Position recht schnell auf einen unbedeutenden Rest hin verflüchtigen, sobald man Kriterien in die Betrachtung mit einfließen lässt, die die Tätigkeiten überhaupt erst vergleichbar machen, wird dem geneigten Leser zu Recht vorenthalten. Er könnte von dieser Information schließlich unangemessen verwirrt werden.
Und dass die Betriebe bei der Besetzung aller nur denkbaren Stellen eigentlich zuhauf Frauen einstellen müssten, wo die Arbeitgeber doch damit bei gleicher Qualifikation des Arbeitnehmers mal eben 20 Prozent Lohnkosten einsparen könnten, liegt förmlich auf der Hand.
Alleine: Sie tuns nicht. Und das Erstaunlichste: Das macht die Journalisten nicht einmal stutzig. So verbreiten sie das Märchen von der armen, diskriminierten, unterbezahlten Frau wahrscheinlich bis zum St.-Nimmerleinstag.
dass wir wieder mal gendern.
Und wieder die übliche Verlogenheit.
Deshalb für Brigitte Watermann und ihre Schwesterinnen:
Es stimmt nicht, dass Frauen es im Berufsleben schwerer haben als Männer.
Wenn Frauen weniger beruflich weniger erfolgreich sind, liegt das einzig und allein daran, dass die zum arbeiten erstens zu dumm und zweitens zu faul sind.
Keine Müllfrau verdient weniger als ihre männliche Kollegin, wenn sie genauso viele Tonnen leert. Keine Dachdeckerin verdient weniger als ihre männliche Kollegin, wenn sie genausoviele Pfannen auf die Latten legt. Keine Unternehmerin verdient weniger als ihre männliche Konkurrentin, wenn sie genauso viel unternimmt. Keine ...
Und es nicht die Schuld der bösen Männer, dass das Familienrecht den Frauen Privilegien und Ende zuschustert. Frauen müssen sich nicht um die Kinder kümmern. Sie können sich dieser unerträglichen Qualen ganz einfach entledigen, wenn sie im Sorgerechtsprozess die Kinder ganz einfach dem Mann überlassen.
Aber macht nichts Frau Watermann. Die Wahrheit stand im Wertesystem der Gender"wissenschaft" schon immer an letzter Stelle. Wäre ein Wunder gewesen, wenn dieser Artikel nicht vor feministischer Verlogenheit strotzen würde.