Keine Liquiditätsspritze für klamme Banken und begrenztes Schuldenmachen der Regierungen: Das moderne Finanzsystem ist am Ende - darum ist es Zeit für ein neues.
Wir befinden uns in der größten Krise seit Bestehen des modernen Geldsystems. Die Wall Street, bis vor kurzem wichtigstes Finanzzentrum der Welt, ist pleite. Zur Rettung des Bankwesens will der amerikanische Staat mehr Geld ausgeben als je zuvor in so kurzer Zeit. Es geht nicht anders, sonst gehe die Welt unter, rufen Notenbanker und Politiker all jenen zu, die Zweifel an dieser neuen Art des Sozialismus erkennen lassen.
Wie sähe ein Finanzsystem ohne Zentralbanken aus? Soweit denken US-Finanzminister Paulson (links) und Fed-Chef Bernanke sicherlich noch nicht - sie haben derzeit ganz andere Sorgen. (© Fotos: AP, ddp, istock/Montage: sueddeutsche.de)
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Vielleicht doch? Wie wäre es, das Finanzsystem als solches in Frage zu stellen? Anstatt nach Grenzen für die Prämien von Bankern zu rufen und nach einer strengeren Regel hier und einer härteren Regulierung da, ist es Zeit, über eine neue Finanzordnung nachzudenken. Es ist schließlich nicht das erste Mal, dass die Krisenbewältigung nach dem Platzen großer Marktblasen per Nothilfe von Zentralbank und Staat erfolgte. Nur die Größenordnung nahm im Laufe der Zeit zu. Bezahlen mussten am Ende die Bürger, in Form von Arbeitslosigkeit, höheren Steuern oder Inflation.
So senkte die Federal Reserve auch nach dem großen Börsenkrach 1929 die Leitzinsen und gab zusätzlich Geld aus, nur es reichte offenbar nicht, um die Folgen des damaligen Aktiencrashs mit anschließender Bankenkrise zu beseitigen. Die Lehre daraus war fatal, ist aber bis heute die herrschende Meinung: Krisen könne man nur bewältigen, indem man genügend Liquidität zur Verfügung stellt. Ein Freibrief für Zentralbanken, dies teils ungeachtet ihrer eigenen Richtlinien auch zu tun.
Was noch schlimmer ist: Es ist auch ein Freibrief für die großen Geschäftsbanken, stärker ins Risiko zu gehen in der Gewissheit, ihre Zentralbank werde schon helfen, wenn es eng wird, schon um Kettenreaktionen zu verhindern. Dass zu viel Geld oft gleich die nächste Blase am Kapitalmarkt provoziert, wird billigend in Kauf genommen. So folgte auf die Aktienblase der New Economy nach einer Politik des billigen Geldes prompt die Immobilienblase, deren Folgen nun die Welt in Atem halten.
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Proteste gegen ACTA
Die Pläne und Hintergründe des Zentralbankssystems und ihre Auswirkungen
sind fast nicht durchschaubar. Dass nun eine große Bank nach der anderen in die Krise geraten, war wohl nicht vermeidbar.
Ich empfehle allen, die sich hierzu informieren wollen folgende Filme:
http://www.the-insider.tv/index.php?rub_id=141&search_it=1&131=305&sort=138&desc=1&page=1&det_id=955
http://www.the-insider.tv/index.php?rub_id=158&search_it=1&162=1&sort=138&desc=1&page=1&det_id=936
Mir hat eine tiefere Recherche dazu die Augen geöffnet. Man erfährt Dinge, die man bislang nicht für möglich gehalten hatte.
Danke an die Süddeutsche, dass sie einen richtig guten Beitrag leistet um
die Öffentlichkeit zu informieren.
Mit Ihrer Aussage "Weil die Geldmenge idealerweise mit dem Marktwert aller angebotenen Waren (im Prinzip: BIP) korrelieren muß! " haben Sie theoretisch recht.
Leider wissen das aber nur die allerwenigsten Menschen. Denn es wird weder im Schulunterricht noch in den Massenmedien irgendwie thematisiert - und zwar ganz bewußt, wie man annehmen muss. Denn würde es zur Allgemeinbildung gehören, dann wüßten alle Bürger, was Politiker und Zentralbanken mit unserem Geld in Wirklichkeit treiben: Eine massive Inflation haben wir nämlich bereits - und zwar seit Jahrzehnten. Womit wir zu Ihrer zweiten Aussage kommen...
Ihre Aussage "Würde der Staat die Geldmenge einfach beliebig erhöhen, hätten wir eine Inflation" stimmt ebenfalls, nur leider ist sie bereits Tatsache!
In Wirklichkeit erschaffen die Zentralbanken das Geld nämlich beliebig auf Knopfdruck (das ist keine Übertreibung und Sie können das auch nachlesen). Praktisches Beispiel: Was glauben Sie, wie man einfach mal eben einige hundert Milliarden in den Geldmarkt reinpumpem kann (wie es seit Ausbruch der Finanzmarktkrise schon mehrfach geschah)? Hatten die Zentralbanken das Geld irgendwo im Keller liegen? Wo holt die amerikanische Regierung mal eben 700Milliarden(!) Dollar her?
In Wirklichkeit beträgt die weltweite Geldmenge bereits ein ZIGFACHES aller existierenden Waren. Deshalb haben wir bereits seit Jahrzehnten eine faktische Geldentwertung - das heißt: Inflation. Trauen Sie bitte nicht den offiziellen Statistiken. Die Berechnungsmethoden werden ständig - und völlig willkürlich - angepaßt, damit unterm Strich immer Zahlen im Bereich von unter 4% rauskommen. Schauen Sie sich einfach an, was Sie früher in DM bezahlt haben und was Sie heute in Euro bezahlen. Das ist die wirkliche Inflationsrate!
Das sind übrigens alles keine Verschwörungstheorien sondern harte und nachprüfbare Tatsachen. Ich empfehle Ihnen die Seite www.goldseiten.de. Dort finden Sie alles Wissenswerte zu dem Thema (unter anderem sehr gute Buchempfehlungen).
"Warum druckt der Staat nicht das Geld, dass er braucht, ohne Zinsen selbst? Fehllte dann nur noch eine wirklich unabhängige Kontrollinstanz, die druckgeilen Politikern auf die Finger haut. "
Weil die Geldmenge idealerweise mit dem Marktwert aller angebotenen Waren (im Prinzip: BIP) korrelieren muß! Würde der Staat die Geldmenge einfach beliebig erhöhen, hätten wir eine Inflation! Die Preise würden entsprechend in die Höhe schiessen womit keinem gedient wäre :-((
Darüberhinaus steht der zweite Satz ihrer Anmerkung im Widerspruch zum ersten..
Gruß Balldieb
"Es gibt keine Liquiditätsspritze für klamme Banken, auch Regierungen können nur begrenzt Schulden machen. Wenn der Markt ihr nicht mehr Staatsanleihen abkauft, muss die Regierung sparen. Kreditwürdig ist dann nur, wer solide wirtschaftet."
WARUM MUSS DER STAAT SICH GELD LEIHEN? Der Staat leiht sich über Anleihen Geld von Notenbanken, Bürgern und Ausländern gegen Zinsen und bürdet die Rückzahlung der gegenwärtigen und folgenden Generation(en) auf. Warum?
Warum druckt der Staat nicht das Geld, dass er braucht, ohne Zinsen selbst? Fehllte dann nur noch eine wirklich unabhängige Kontrollinstanz, die druckgeilen Politikern auf die Finger haut. Damit könnten auch gleich alle Staatsschulden/Anleihen zurückgekauft und die zinsbehafteten Papiere anschließend vernichtet werden. Dadurch würde sich noch nicht einmal die bestehende Geldmenge erhöhen, da die Anleihen wie Bargeld gehandelt werden können. Dann das gesparte Zinsgeld über Steuersenkungen dem Bürger zurückgeben oder in PRODUKTIVE Investitionen stecken, die Arbeitslosigkeit senken.
Dazu müßte man aber den Geschäftsbanken ihr Mindestreserve-System nehmen, um diese Geldzauberer zu entmachten. Nur welcher Politiker hat so viel Mumm in der Hose?
Zentralbanken sollten unabhängig sein und über dem täglichen Geschäft stehen.
Sind sie aber nie gewesen,sie mussten immer den Spagat schaffen zwischen den Abhängigkeiten der Politik und den Banken in einer Volkswirtschaft.
Spätestens seit der Wiedervereinigung wurde sichtbar, wie abhängig unsere Zentralbank von der Politik war. Da wurde ungeniert die Notenpresse angeschmissen, wobei der Bundesbankpräsident nur schamhaft intervenierte.
Oder wie Sie schon erwähnten, die Zinsen wurden gesenkt, jedoch kam nie was beim normalen Kunden an. Hier sah man deutlich die Solidarität der Banker untereinander.
Oder das Einbringen der strukturierten Fonds in die Volkswirtschaft der BRD. Man musste sich schon durch rund 160 Seiten durchlesen um zu erkennen, das ist Schrott und gehört nicht in eine seriöse Volkswirtschaft. Sie wurden aber zugelassen, Ackermann mit seiner Deutschen Bank sei es gepriesen, der ja seine 25% Rendite haben wollte.
Die Zentralbanken haben klare Zielvorgaben und denen sollten sie sich verpflichtet fühlen, mehr nicht.
Paging