Die Europäische Union will Pleiten von großen Finanzinstituten verhindern. Die EU-Finanzminister werden "systemrelevante" Banken unterstützen - welche Bank systemrelevant sei, werde "von Fall zu Fall entschieden."
In der Finanzkrise will die EU Pleiten von großen Banken verhindern. "Wir haben beschlossen, systemrelevante Finanzinstitute zu unterstützen", heißt es laut Bundesfinanzstaatssekretär Jörg Asmussen in der Abschlusserklärung des Luxemburger Finanzministertreffens vom Dienstag.
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Zu der Frage, was systemrelevant bedeutet, sagte Asmussen, das werde von Fall zu Fall entschieden. Laut Diplomaten betrifft es Banken, die für das Funktionieren des europäischen Finanzsystems wichtig sind. Am Montagabend hatten bereits die 15 Euro-Länder eine entsprechende Erklärung abgegeben.
In den vergangenen Wochen hatten mehrere EU-Staaten wie Deutschland, Belgien, Niederlande oder Frankreich Bankenschieflagen mit Notmaßnahmen verhindert.
Kritik am deutschen Vorgehen
Die EU-Staaten haben sich zudem auf einen besseren Schutz von Sparern bei Bankenpleiten verständigt. Auch gegen überhöhte Gehälter und Abfindungen für Manager geht die EU vor. Kritik wurde am deutschen Vorgehen in der Bankenkrise laut.
Mit dem Soforthilfeplan will die EU angesichts der Talfahrt der Börsen das Vertrauen von Märkten und Verbrauchern wiedergewinnen. "Wir verpflichten uns, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Gesundheit und die Stabilität unseres Banksystems zu verbessern und die Einlagen von Sparern zu schützen", heißt es der zweiseitigen Abschlusserklärung der Finanzminister. Die Beschlüsse sind Grundlage für den EU-Gipfel zur Finanzkrise am Mittwoch und Donnerstag kommende Woche.
"Positive Botschaft an die Märkte"
Die EU zeige damit ihren Willen zu einem "koordinierten Vorgehen", sagte die französische Finanzministerin und amtierende EU-Vorsitzende Christine Lagarde. EU-Wirtschaftskommissar Joaquín Almunia zeigte sich überzeugt, dass die Erklärung eine "positive Botschaft an die Märkte" senden würde. Am Montagabend hatten sich bereits die 15 Euro-Länder zur Bankenrettung verpflichtet. Die Europäische Zentralbank (EZB) will dafür nach Angaben von EZB-Chef Jean-Claude Trichet "so lange wie nötig" Geld ins Finanzsystem pumpen. Für die Rettung der Banken bleiben aber die einzelnen EU-Länder zuständig. Ein europäischer Rettungsfonds ist wegen deutschen Widerstands weiter nicht vorgesehen.
Die EU-Finanzminister verständigten sich zudem auf einen besseren Schutz von Sparern bei Bankenpleiten. Die Mitgliedstaaten sollen für zunächst ein Jahr die gesetzliche Mindestsicherungssumme von derzeit 20.000 auf mindestens 50.000 Euro anheben. In Deutschland sind bisher nur 20.000 Euro gesetzlich abgesichert. Um die Verbraucher zu beruhigen, hatte die Bundesregierung am Wochenende eine Staatsgarantie für Spareinlagen in unbegrenzter Höhe angekündigt.
Empfehlung gegen überhöhte Banker-Gehälter
"Viele Mitgliedstaaten" seien sogar bereit, den pro Sparanlage gesicherten Betrag auf mindestens 100.000 Euro anzuheben, heißt es in der Erklärung der Finanzminister. Die EU-Kommission wollte zunächst europaweit mindestens 100.000 Euro durchsetzen. Die Finanzminister riefen die Kommission auf, "dringend" einen entsprechenden Gesetzesvorschlag vorzulegen.
Zudem verabschiedeten die EU-Finanzminister eine Empfehlung gegen überhöhte Gehälter und -abfindungen von Führungskräften. "Versagen" von Bankmanagern dürfe nicht vergoldet werden, sagte der niederländische Finanzminister Wouter Bos. Sanktionen müssen die Banken allerdings nicht fürchten. "Das kann man kritisieren", räumte Finanz-Staatssekretär Jörg Asmussen in Luxemburg ein. Asmussen vertrat Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD). Der Minister war wegen der für Dienstagnachmittag angekündigten Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Finanzkrise in Berlin geblieben.
Ungelöst blieb der Streit um eine europäische Gruppenaufsicht für grenzüberschreitend tätige Versicherungen. Asmussen bedauerte dies. In der Finanzmarktkrise hätte eine Einigung ein "wichtiges Zeichen" sein können. Die EU muss nun bei der nächsten Sitzung am 2. November einen Durchbruch versuchen.
Kritik wurde am deutschen Vorgehen laut. Schweden kritisierte die Alleingänge von Ländern wie Deutschland und Irland, die für mögliche Ausfälle bürgen wollen. Österreich, Dänemark, Spanien und Portugal waren durch die deutschen Zusagen in Zugzwang geraten und kündigten eigene Staatsgarantien für Sparer an. Steinbrücks Sprecher Torsten Albig sagte dagegen in Berlin, er habe keine verärgerten Stimmen wahrgenommen.
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(sueddeutsche.de/dpa/AFP/jkr)
Ägypten
Ich denke, so ins Ungefähre,
mit meinem Laiensachverstand,
die Herren des großen Geldes,
wirtschaften immer in die eig'ne Hand,
zum Wohle ihrer Konten und
zum Schaden für unser Land.
Irren sie mal in ihrem Fach,
denken sie lang darüber nach,
wie werd' ich meine Schulden los,
bin ich nicht wichtig und sehr groß?,
Das sollen andere bezahlen,
denn das bereitet keine Qualen.
Wenn DIESE uns jetzt "retten" wollen,
auf eine viel zu teure Art,
uns mit ihren Schulden überrollen,
(vergeblich haben wir gespart).
Folgen wir DENEN auf dem Weg?
dann sollten wir uns vorher fragen,
Wo ist der Sumpf, wo ist der Steg?
Wenn alle Spekulanten wären Pleite,
was wäre daran verkehrt?
Ist das vielleicht das Gescheite?
Ist deren Los mehr als unsres wert?
Wo ist am End der Schaden grad'?,
bei Schulden für die ganze Welt,
oder wenn alle Spekulaten platt?
Die haben sich's doch selbst bestellt!
Ich bin mir nicht sicher, ob man bei der Regelung über " systemrelevante Banken" überhaupt von einem Kompromiss sprechen kann. Denn, Tatsache ist, dass diese sehr schnell ausgemacht sein werden. Daraus erfolgt fast unausweichlich eine Einladung an alle Spekulanten. Hinzu kommt, dass andere Banken stärker gefährdet sind, als bisher. Die Hilflosigkeit und Wurschtelei geht fröhlich weiter. Hinzu kommt, dass Deutschland kritisiert wurde, aber außer Kritik waren offenbar keine Vorschläge zu hören. So lange es keine klare Richtung in der EU gibt - einerseits die Marktwirtschaft nach britischem Muster und andererseits (soziale?) Marktwirtschaft kontinentaler Prägung lassen sich nicht auf einen Nenner bringen - wird es auch keine vernünftige Lösung und schon gar kein Konzept geben. Das ist das traurige Ergebnis!!!!!!!!!!
Wer ist denn der dicke Max mit der großen Geldbörse? Das sind doch wohl wir, Sie, Du ich, wir alle.
Mir ist unwohl bei dem zahlen für "systemrelevante" Banken. Denn es steht noch lange nicht fest, wer von uns Allen darüber seinen Arbeitsplatz verliert. Und wie hoch die Inflation in der zwangsläufig folgenden inflationären Phase sein wird.
Lieber würde ich, wenn überhaupt, für systemkonforme statt für systemrelevante Banken bürgen. Systemkonform, das heisst mit der sozialen Marktwirtschaft, den Staatsintressen und den Interesen der Bürger verträglich, sind diese Kandidaten alle nicht. Sie sind den großen Geldvermögen behilflich bei der Steuerhinterziehung, sie richten mit dem Segen der Politik Zweckgesellschaften ein, um die staatliche Finanzaufsicht zu umgehen, sie bemühen sich sehr erfolgreich, die soziale Komponete unserer "Sozialen Marktwirtschaft" abzuschaffen, sinniger Weise mit Hilfe einer "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft", kurz INSM, einer sozialstaat-feindlichen, neoliberalen Vereinigung.
Sie verkaufen an staatliche und halbstaatliche Banken, z.B. an die IKB, Schrott-Wertpapiere ohne viel Wert und spekulieren dann im großen Stil auf deren Wertverfall, wie z.B. die Deutsche Bank, sehr erfolgreich, versteht sich.
Sie gründen Filialen und Niederlassungen in Steueroasen um unsere Steurgesetzgebung zu umgehen, sie beeinflussen Abgeordnete, Minister und Kanzler(innen), sicher nicht zum Gunsten der Allgemeinheit, - und wenn etwas schiefgeht, was schiefgehen musste (mit der Logik haben die Herren es nicht so), dann soll der von ihnen offen als unmündig bezeichnete Bürger ihre Verluste zahlen. Das machen Herr Steinmeier, Frau Merkel und der Rest unserer "geistigen Elite" doch gerne in unserem Namen, denn es ist nicht ihr Geld. In erzkapitalistischen Ländern (USA, GB, sogar in den NL) gehen dann wenigsten die Aktien der Pleite-Banken an den Staat. Nach dem Aufpäppeln derselben könnten die ja irgendwann wieder etwas Wert sein. Dazu sind unsere Kämpfer und Haudegen, die mit angewinkelten Armen coole Interviews geben, aber nicht in der Lage. Herr Ackermann von der Dt.Bank könnte böse die Stirn runzeln, wenn man so etwas ungehöriges verlangt. Man braucht dessen Verständnis, wenn man die vollkommen überzogenen und unerfüllbaren Forderungen der Finanzwirtschaft abwehren muss.
Weder Banker, noch deren Handpuppen, unsere Politiker sind lernfähig oder lernwillig.
mal wieder typisch.
Die großen, die versagt haben, kriegen Staatsgelder.
Die kleinen, die konservativ arbeiten und einfach nur durch das Mißtrauen der Banken
untereinander Probleme haben oder bekommen, sind die Dummen und werden allein gelassen. Von einer möglichen Wettbewerbsverzerrung mal ganz abgesehen.
Kann sich jemand an Holzmann erinnern? Die Politik schaltet sich ein, es gibt Kohle und das Ende?? Ist ja wohl bekannt. Auch diverse "Peanuts-Sprüche"...
Aber schuld sind wir alle ein bisschen. Geld kann nun mal kein Geld erwirtschaften, das machen immer noch ganz konservativ Maschinen und Menschen. Wenn man auf die Eingabetaste am PC drückt und das Geld einmal um die Welt schickt und es sich dann auf wundersame Weise vermehrt hat, sollte man sich vielleicht mal Gedanken machen, wie sowas funktionieren soll.
Würde ein normaler Mensch, der z.B. einen Kredit über drei Jahre für sein neues Auto aufgenommen hat, diesen kündigen, dafür einen Kredit über ein Jahr aufnehmen, weil er vielleicht ein Prozent billiger ist um dann am Ende diesen Jahres verzweifelt wieder einen Kredit zu suchen, um das Auto weiter zu bezahlen, ohne zu wissen, ob und zu welchen Konditionen er einen kriegt??? Das ist pure Zockerei, für die jetzt die Allgemeinheit mal wieder herhalten muss, sonst nichts.
Wir sind schon so dumm und zahlen dass. Wird eben wieder eine "Reform" von irgendwas gemacht, die wie üblich darauf hinausläuft, uns noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen.
Erstmal sollte man bei diesen "Managern" privat holen, was zu holen ist. Villa??? 2 Zimmer Altbau reicht auch, ist warm und regnet nicht rein. Dickes Auto? Es gibt den ÖPNV, oder nicht?
Wer als Manager gut für die Firma arbeitet, soll Millionen verdienen, hab ich kein Problem damit. Es sollte allerdings etwas nachhaltig sein, nicht nur Quartalsdenken.
Wer allerdings MIst baut muss auch dafür haften. Wenn ich meine Kredite nicht mehr bedienen kann, vielleicht auch noch, weil mir solche Deppen das eingebrockt haben, kommt der GV und weg ist mein Auto und mein Haus.