Das klingt ganz gut, ermöglicht aber eine Menge Tricks. Ich kann die Zusammenstellung in meinem Warenkorb beispielsweise so ändern, dass ich von den Dingen, die teurer werden, einfach weniger in den Warenkorb lege und dafür mehr von jenen Dingen, deren Preise fallen. So wurde die Gewichtung von Lebensmitteln, deren Preise in den letzten Jahren dramatisch anzogen, von 13,1 Prozent im Jahr 1995 auf 10,4 Prozent im Jahre 2005 reduziert!
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Gleichzeitig wurde der Anteil von Freizeit und Kultur, zu dem auch die immer billiger werdenden Fernreisen zählen, von 10,4 auf 11,6 Prozent erhöht. Im Klartext heißt das: Man will der armen Rentnerin erklären, dass sie halt Pech hat, wenn ihr ganzes Geld, das sie nach den Ausgaben für Wohnen und Heizen noch übrig hat, für immer teurere Lebensmittel draufgeht. Würde sie weniger essen und stattdessen öfter nach Mauritius fliegen, hätte sie auch nicht so eine hohe persönliche Inflationsrate. Was für ein Zynismus!
Aber um dem ganzen die Krone aufzusetzen und weil dieser Trick alleine nicht den gewünschten Effekt erzielen kann (das ist ja schließlich schon eine Hausnummer, die Inflationsrate von 9,8 auf 2,2 Prozent zu "berichtigen"), wurde ein noch witzigeres Instrument geschaffen: die Hedonische Methode. Das klingt schon so, dass man sich gar nicht erst damit beschäftigen will. Soll es auch. Auf Deutsch klingt das schon viel interessanter: "Lustzugewinn".
"Ist halt zehn Prozent teurer geworden"
Da wird man doch hellhörig und schaut sich zur Erklärung ein Beispiel an: Sie benötigen einen neuen PC. Also gehen Sie in den Elektronikmarkt Ihres Vertrauens. Wie immer reicht für Ihre einfachen Word-Anwendungen das simpelste Modell aus. Sie stellen das Gerät an die Kasse und bezahlen 1100 Euro. Letztes Jahr haben Sie noch 1000 Euro bezahlt. "Na ja", denken Sie sich, "ist halt zehn Prozent teurer geworden." Aber am Ausgang steht ein Statistiker und rechnet Ihnen vor: "Nein, nein! Das sehen Sie völlig falsch! Letztes Jahr hatte der PC zwei GHz. Jetzt hat der Prozessor vier GHz. Da haben Sie ja einen Lustzugewinn von 100 Prozent!! Und das für nur zehn Prozent mehr Geld. In Wirklichkeit ist der PC also viel billiger geworden. Haben Sie sich schon überlegt, wofür Sie all das gesparte Geld jetzt ausgeben werden? Die Regierung rechnet fest damit, dass Sie damit die Konjunktur ankurbeln!"
Sie werden sich verwundert die Augen reiben, vorsichtig weitergehen und hoffen, dass der Irre nicht gefährlich ist ... Aber genau das passiert jeden Tag, an dem man Ihnen erzählen will, die Inflationsrate betrage nur 2,2 Prozent!
Der Text ist ein Auszug aus dem Buch "C(r)ashkurs - Weltwirtschaftskrise oder Jahrhundertchance? Wie Sie das Beste aus Ihrem Geld machen" von Dirk Müller, es ist kürzlich bei Droemer erschienen. Müller, besser bekannt als Mr. Dax, ist Deutschlands prominentester Kursmakler
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(sueddeutsche.de/mel)
Eurovision Song Contest
Ja, genau. Das habe ich mir auch schon so gedacht.
Vermutlich ist der "Standardwarenkorb" der Inflationsrechnung auch der Grund für die derzeitige Krise der Milchbauern.
Eigentlich wäre es ja egal, ob der Liter Milch jetzt 20 oder 40 Cent kostet. So viel Milch trinkt sowieso kaum einer, dass das auffällt. Es ist eh eine Schande, dass Milch billiger ist als Benzin.
Aber Milch ist sicher ein sehr wichtiger Bestandteil dieses Inflationswarenkorbs.
Wenn man den Preis der Milch drückt, kann man mit wenig Aufwand schön niedrige Inflationszahlen produzieren.
..so manch einmal dünkt mich der Verdacht, als ob hier Angestellte und deren Praktikanten von Staatssekretären und deren Lobbyisten unseres Wirstschaftministeriums hier schreiben ..
das liest sich dann schlussendlich übersetzt so !
ORiGINAL !
"Aber zum Glück kann das ja jeder die Inflation für sich selber bestimmen. Das statistische Bundesamt hat unter "Persönlicher Inflationsrechner" ein Tool auf der homepage bei dem jeder seine Gewichtung im Warenkorb selbst zusammenstellen kann"
ÜBERSETZUNG!
"Aber zum UnGlück kann ja keiner die Inflation für sich selber bestimmen. Das satirische Bundesamt hat unter "Persönlicher Inflationsgier " ein RechnerTool auf der Homepage bei dem jeder seine Wichtigkeit im Warenkorb Deutschland selbst zusammenstellen kann: .."
als Ergebnis kann man sich dann aus....lachen
". Also muss der Staat immer mehr Geld neu schaffen (Kredit aufnehmen), von dem ein immer größerer Teil nicht mehr zur Stimulierung der Wirtschaft, sondern zur Bedienung der Zinsen verwendet wird.
Diese Zinsen, die gezahlt werden, fördern aber nicht die Wirtschaft, sondern werden zu immer größeren Vermögen bei einigen wenigen gehortet. "...
.. also "bei einigen wenigen" das hab ich jetzt mitbekommen aber wer sind dennn diese Glaübiger der Staaten eigentlich ..
das ist mir allles ein wenig sehr paradox .. vielleicht kann mir mal jemand dabei helfen deis zu verstehen ??
Das Problem ist doch ganz einfach, daß die FED nur auf die US Wirtschaft kuckt und nicht auf die Weltwirtschaft. Aber was ist schon der Unterschied zwischen 9% Wirtschaftswachstum in China und 9% Wirtschaftswachstum in den US, wenn man einen globalen Markt hat? Jetzt haben wir Überkapazitäten, wie Ende der 20er, diesmal aber ohne jede Not herbeigeführt.
...und die deshalb angestrebte 0% Inflation, die den Geldumlauf immer wieder behindert und somit die eruptiven Schwankungen des Marktes (Krisen) verursacht!
Die Wahrheit ist, dass eine moderate und von den Zentralbanken angekündigte Inflation von ca. 4 - 5% allemal besser wäre als das andauernd drohende Damokles Schwert der Krise, da sich bei leichter Inflation eben der Geldumlauf stablisieren würde.
Eine stark deflationäre Marktsituation bevorzugt den Geldbesitzer (Nachfrager) und eine stark inflationäre Marktsituation bevorzugt den Warenbesitzer (Anbieter). Da Waren und Dienstleistungen nicht gehortet werden können, liegt das "Gleichgewicht" zwischen Deflation und Inflation eben eher bei 4% als bei 0% Inflation.
Aufgrund einer moderaten Inflation von 5% könnten die Anbieter sicher sein, dass die Nachfrager ihr Geld stetig zum Markt tragen. Die Zinsgewinnler wären wieder gezwungen, für ihren Lebensunterhalt arbeiten zu gehen!
Gruß Balldieb
Paging