Ein Ex-Banker enthüllt: Banker und Broker in London feiern erfolgreiche Geschäfte gern auch mit Bordellbesuchen. Eine Regierungsinitiative könnte dem ein Ende bereiten.
Jeder weiß es. Aber trotzdem redet man in den feinen Büros der Londoner Bankenwelt nicht gerne darüber: Das Sex-Geschäft blüht. Nach Feierabend vergnügen sich Banker und Broker in einschlägigen Bars und Lokalen.
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Enthüllungsbuch über die Finanzwelt
Prostitution wird gerne mit dem Begriff "Escort Service" umschrieben. Für solche Dienstleistungen wird vor allem im Internet, aber auch in Stadtmagazinen geworben.
In seinem neuen Buch "Cityboy" gibt der britische Ex-Banker Geraint Anderson intime Einblicke in das muntere Treiben an der Themse. Ein erfolgreiches Geschäft wird abends gerne mal mit einem Besuch im Bordell oder auch mit einer Prise Kokain gefeiert.
Drehscheibe für Menschenhandel
Es ist allerdings auch eine Macho-Welt, in der Frauen als Freiwild betrachtet werden. London hat sich den zweifelhaften Ruf einer der europäischen Drehscheiben des skrupellosen Menschenhandels erworben.
Die vergleichsweise liberalen britischen Einwanderungsgesetze machen es für Verbrecher leicht, junge Frauen aus Osteuropa, aber auch aus Asien in die Metropole zu locken. Sie werden dann häufig zur Prostitution gezwungen.
Kein Zufall, dass die energische britische Ministerin für Gleichstellung und stellvertretende Labour-Partei-Vorsitzende, Harriet Harman, nun eine Initiative zum landesweiten Verbot gewerblicher Prostitution gestartet hat.
Bigotte Antworten
Einer von der Regierung organisierten Umfrage zufolge würde eine Mehrheit der Briten eine entsprechende gesetzliche Initiative unterstützen.
Harman beklagt aber einen "doppelten Standard" bei den Antworten: So hätten viele männliche Interviewte eingeräumt, dass sie nichts dagegen hätten, für Sex Geld zu bezahlen. Aber die gleichen Befragten würden es als Schande empfinden, wenn aus ihrem eigenen Familienkreis eine Frau als Prostituierte tätig wäre.
Die Umfrage macht zudem deutlich, dass jüngere Briten gewerbliche Prostitution kritischer sehen als ältere. Ob es auch Unterschiede zwischen verschiedenen Berufsgruppen gibt, wird nicht beantwortet.
Aber die Meinung Londoner Banker dürfte sich kaum vom Durchschnitt absetzen. Allerdings: Sie haben erheblich mehr Geld als der Durchschnittsbrite in der Tasche, um sich solche Eskapaden leisten zu können.
- Zwangsprostitution Freiern drohen drakonische Strafen 17.05.2008
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- Strafverfolgung Vom Schreibtisch in den Knast 03.09.2008
(SZ vom 05.09.2008/jkr)
Debatte über Urheberrecht
Häufig zur Prostitution gezwungen?
Worüber spricht der Schreiber hier eigentlich? Da werden doch Aepfel mit Birnen verglichen. Im oberen Segment des Escort-Geschäfts werden meines Wissens nur unabhängige und auch selbstsichere Damen engagiert. Dreisprachigkeit ist Mindestanforderung plus Allgemeinbildung, gepflegte Erscheinung und perfektes Benehmen in der Oeffentlichkeit.
Das sind keine billigen, hin und her geschubste Flittchen, sondern selbständige Unternehmerinnen, die auch mal nein sagen dürfen, wenn ihnen ein Auftrag zu suspekt erscheint.
Ja - die gibt es.
In der Politik!
Und wie muss ein westlicher Staat strukturiert sein, wenn Frauen immer noch zur Prostitution gezwungen werden können und Frauen bei gleicher Arbeit immer noch weniger verdienen? Bevor wir unsere Auffassung von Gleichberechtigung und Freiheit mit der Waffen in der Hand in moslemische Länder tragen, sollten wir erst einmal unsere eigenen Hausaufgaben lösen!
... auch wenn ich kein britischer Banker bin - so richtig überrascht hat mich die Aussage des Ex-Bankers nicht.