Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann will mit einer "Bad Bank" die Bücher der deutschen Banken säubern. Doch Angela Merkel ist dagegen.
Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, hat die Lösung der Bundeskanzlerin persönlich nahegelegt. Nur eine sogenannte Bad Bank könne die Geldhäuser der Republik retten. Eine solche "schlechte Bank" befreit die Institute von faulen Wertpapieren und wackeligen Krediten.
Eine Bad Bank käme für viele Institute einem Befreiungsschlag gleich. Doch der Bürger zahlt die Zeche. (© Foto: ddp)
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Es wäre ein Befreiungsschlag, denn immer deutlicher zeichnet sich ab: Das Geld, das der Staat bisher aufgewendet hat, um den Banken zu helfen, reicht nicht aus. Die problematischen Papiere verlieren weiter an Wert und reißen große Löcher in die Bilanzen.
In den USA und auch in Deutschland gewinnt die Idee einer Bad Bank, die den Finanzinstituten alle schlechten Wertpapiere abnehmen soll, deshalb an Bedeutung. Das Prinzip ist einfach: Der Staat kauft den Banken ihre Problem-Papiere ab und entsorgt sie in einer eigens dafür gegründeten Gesellschaft, der Bad Bank. Die Regierung finanziert das Geschäft aus dem Staatshaushalt, letztlich also auf Kosten des Steuerzahlers.
Der Staat nimmt den Banken risikoreiche Wertpapiere ab und steht für alle Verluste gerade. In den kommenden Jahren verwertet die Bad Bank die faulen Kredite nach allen Regeln der Kunst. Zweck der schlechten Bank ist es, die unsicheren Anlagen zu Geld zu machen. Sie kann die Papiere bis zur Fälligkeit halten oder verkaufen - in der Hoffnung, dass noch möglichst viel zu holen ist.
Plötzlich saubere Bücher
Die ökonomische Logik dabei: Lagern die Banken ihre Risiken in eine eigene Gesellschaft aus, werden ihre Bilanzen plötzlich sauber. Altlasten, die derzeit so schwer auf den Bilanzen lasten und potentielle Kreditgeber abschrecken, sind die Häuser auf einen Schlag los. Zurück bleibt nur der gesunde Teil des Geschäfts: die Good Bank. Statt schlechter Papiere hält die "gute Bank" nun frisches Kapital vom Staat in Händen. Sie sind von Sorgen und Sünden befreit, und so wird den Instituten auch wieder Vertrauen entgegengebracht. Sparer lassen ihre Einlagen dort - ohne zittern zu müssen -, Unternehmen bekommen wieder Kredite, und die Aktionäre sind bereit, bei Kapitalerhöhungen zu helfen.
Diese Rechnung für die Sanierung der Banken zahlen aber die Bürger. Es geht um viel Geld. Das Volumen hochriskanter Papiere bei den deutschen Banken wird auf 200 bis 300 Milliarden Euro geschätzt. Wie viel davon bei einer Verwertung durch die Bad Bank später eingespielt werden kann, ist heute nicht zu sagen, es könnten 70 Prozent der Summe sein oder nur zehn Prozent. Zudem stellt sich die Frage, zu welchem Preis der Staat die Giftpapiere erwirbt. Denn die Banken haben ein Interesse daran, möglichst viel Müll zu einem überhöhten Preis loszuwerden.
Wenn die Verantwortung bei der Bank bleibt
Aus diesem Grund stößt der Vorschlag einer Bad Bank in der großen Koalition bislang auf wenig Gegenliebe. Sie will mit aller Macht verhindern, dass die Verluste der Banken vollständig sozialisiert werden und bei der Rettung öffentliche Gelder versickern. Deshalb soll es statt einer großen staatlichen Bad Bank viele kleine private Ramschbanken geben. Jedes einzelne Institut könnte die Möglichkeit bekommen, Risikopapiere in einer eigenen "schlechten Bank" auszulagern. Die Verantwortung bliebe so bei der Bank. Weil in diesem Fall aber vom Staat kein Geld für den Kauf der Wertpapiere fließt, müssten die Institute sich Kapital vom staatlichen Hilfsfonds Soffin holen.
Mit dieser Lösung ist freilich wenig gewonnen, weil die gute Bank immer noch für Verluste der schlechten Bank haftet. Wenn die Bad Bank unter Obhut der Good Bank bleibt, muss sie ihre Risiken auch bilanzieren. Wollte der Staat wirklich die Stabilität der Institute durch private Bad Banks garantieren, müsste er zusagen, im Notfall einzuspringen. Das aber kostet Geld. Diskutiert wird daher auch ein Moratorium: Die Bilanzierungsvorschriften könnten aufgeweicht werden, damit die Banken nicht jedes Quartal neue Abschreibungen vornehmen müssen. Doch damit ist das Problem nur aufgeschoben. Was geschieht, wenn das Moratorium ausläuft und die Papiere noch immer unverkäuflich sind? Dann wäre wieder der Steuerzahler gefragt.
(SZ vom 31.01./01.02.32009/mel )
Rekord in Deutschland
Das BIP (Bruttoinlandprodukt) der Welt wurde Ende 2007 um das 67-fache vom Handel mit börslichen und nichtbörslichen Derivaten übertroffen [Quelle: Böckler-Stiftung, Böckler-Boxen]. Anders gesagt: Ende 2007 stand in den Bilanzen der Finanzwirtschaft das 67-fache des Wertes des gesamten industriellen Reichtums dieser Erde. Also der angebliche Reichtum der Finanzwirtschft bestand zu diesem Zeitpunkt zum 67-fachen der Substanz aus heißer Luft. Das Finanzsystem ist pleite und wird sich selbst durch "hedgen", "hebeln" und "leer verkaufen" weiter in die Rezession schrauben. Übernehmen die Staaten mit einer "Bad Bank", werden sie selbst pleite gehen, weil auch sie diese Verluste nicht mehr tragen können. Wir brauchen ein paar gute Banken, die den Finanzverkehr sichern, die Pfandbriefe und Spareinlagen und dann müssen alle Finanzinstitute ihre "restlichen 90% Verlust" oder was auch immer "abschreiben". Wie beim "Schneeballsystem" wurde so getan, als würde das System "immer weiter wachsen" - Das Schneeballspiel ist vorbei. Wer jetzt kein Geld hat, bekommt keins mehr!
Wer redet uns ständig ein, dass wir über ein gutes und variables Bankensystem mit unseren Sparkassen und Genossenschaftsbanken und Geschäftsbanken verfügen und will uns gleichzeitig weismachen, dass eine große Bank wie die HRE nicht pleite gehen darf? Sonst würde das ganze System zusammenbrechen! Warum können nicht Commerzbank und sonstige nach wirtschaftlichen Regeln handeln und behandelt werden?
Sicherlich würden sich die Aktionäre ärgern, wenn die Coba insolvent würde - und die Kreditnehmer müssten sich eine neue Bank suchen. Aber warum würde Deuschland dadurch "handlungsunfähig"?
Mit der Bad Bank sind wir als handlungsfähig - bis wir pleite sind, richtig pleite! Und wir ALLE, außer denen, die ihr Vermögen nach Liechtenstein oder die Caiman Islands gebracht haben.
Bad Bank ist keine echte Alternative - wenn das Geld, das sich unsere Regierung dafür leihen muss, mit Zins und Zinseszins an die "Anleger" zurückgezahlt werden muss.
200 Milliarden - dafür würden dann 2 Millionen öffentliche Arbeitnehmer entlassen, weil das Geld zu ihrer Bezahlung ja woanders gebraucht wird???
Wie krank müssen die Hirne sein, die ihre Verantwortung so abwälzen wollen?
Wie man überhaupt auf eine solche Idee "Bad Bank" kommen kann, kranke Bankergehirne.
Wenn man sowas als normaler nicht volltrunkener Mensch vor 6 Monaten in der Öffentlichkeit gesagt hätte, wären aber schnell die freundlichen Herren mit den weißen Kitteln gekommen.
Aber langsam freunde ich mich mit solchen Ideen an. Man könnte mit Bad Handy-Rechnung, Bad Spielschulden -Rechnung, Bad Kaffeefahrten-Rechnung, Bad Hypotheken-Rechnung viel Gutes tun.
Niemand kann und wird diese Schulden jemals zurückzahlen. Auch wenn das Märchen von der "nachfolgenden Generation" durch die Medien geistert, so ist doch jetzt schon der einzige Ausweg klar zu erkennen: Währungsreform. Daher: Sachwerte überleben, auf Papier gebaute Versprechen werden unter gehen!
Der Ackermann ... auf Knien , bei Schnee und Eis , nach Canossa rutschend ... zu Angela der Ersten , bittend um Rettung . Durch ... Selbstmord !!! Auf dass der Kapitalismus weiterlebe . Als Zombie !!!
Es darf gegruselt werden .
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