Auf einer Entwicklerkonferenz verkündete Steve Ballmer die neue Konzernstrategie. Microsoft will sich dem Trend nicht länger verschließen und springt auf den Cloud-Computing-Zug.
Für Microsoft ist es eine Art Revolution: Gut drei Jahrzehnte nach seiner Gründung vollzieht der heute weltgrößte Software-Konzern einen radikalen Kurswechsel. Im Zentrum soll weit weniger als bisher der einzelne PC auf dem Schreibtisch stehen, sondern das Internet als gigantischer Datenspeicher mit Zugang von überall - etwa via Handy. Bei einer mit Spannung erwarteten Entwicklerkonferenz in Los Angeles will Microsoft von diesem Montag an den Vorhang für die neue Strategie ein weiteres Stück lüften.
Steve Ballmer: "Wer auf Windows 7 warten will kann das tun." (© Foto: ddp)
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Mitsamt einer anderen Premiere: Erstmals gibt der Software-Riese einen Blick frei auf die nächste Generation seines Windows-Betriebssystems als Nachfolger von Vista. Mit seiner Strategiewende ist Microsoft keineswegs Vorreiter - eher im Gegenteil. Längst sagen Experten voraus, dass die Zukunft der Computerwelt in der "Wolke" ("Cloud") liegt. So nennen sie die Zusammenballung unzähliger Rechner via Internet. "Cloud Computing" nutzt das Web als riesigen Computer.
Unternehmen winken hier hohe Einsparungen, weil sie sich teure Rechenzentren sparen können. Doch auch die meisten Privatleute nutzen das Prinzip bereits: Wer etwa sein E-Mail-Postfach bei einem Online-Anbieter wie Yahoo!, AOL oder GMX hat, braucht weder eigens installierte Software wie Microsofts "Outlook" noch viel Speicher auf dem PC - ein Browser zum Internetsurfen genügt. Google bietet online auch Textverarbeitung und Tabellenprogramme an. Firmen wie Salesforce.com versorgen Konzerne mit Mietsoftware via Internet.
Für Microsoft ist das eine große Bedrohung. Der Konzern verdient seine Milliarden bislang vor allem mit dem Windows-Betriebssystem und den Office-Büroprogrammen. Der Kurswechsel nach ersten Testballons wie dem Service "Live Mesh" zum Datenspeichern im Web ist für den Riesen laut Experten ein Balance-Akt: Die neue Strategie darf heutige Umsätze nicht noch zusätzlich gefährden.
Zugleich muss bei einem Schwergewicht wie Microsoft aber ein überzeugender Wurf her: "Der Markt erwartet etwas Großes", sagt Technologie-Analyst Frank Gens von IDC. Bei solchen Strategiewechseln muss manche Tradition von Bord, weiß auch Microsoft-Chef Steve Ballmer: "Bevor uns andere überholen, machen wir das schon lieber selbst", sagte er kürzlich trotzig.
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Debatte über Urheberrecht
jaja.
Auch bei Drogendealern ist kein Umsatzeinbruch zu verzeichnen.
Schon komisch. Ich frage gleich einen Experten.
DW
Dieses Cloud-Computing ist nur wieder so eine Luftblase. Vor allem die angebliche Alternativlosigkeit mit der es verkauft wird find ich doch schon sehr fragwürdig.
Wieso soll ich meine Daten im Internet rumliegen lassen, wo ich nie genau weis wo die jetzt sind und wer Zugriff hat, das ganze bei Speicherpreisen von ~0,20 EUR/Gigabyte.
Wieso brauche ich Online-Office-Software wenn es doch alles kostenlos gibt? Linux Ubuntu bietet zum Beispiel bei der Basis Installation bereits das komplette Open-Office + Fotobearbeitung + Mailprogramm + Browser + ..... kurz gesagt alles was der Normal User als Software braucht.
Microsoft kann nur durch Marktmacht und Lobbyismus Konkurrenz an den Rand drängen, siehe zum Beispiel OpenGL vs. DirectX (der einzige Grund weshalb ich noch eine XP Partition brauche).
Dazu machen die Geld mit der Bequemlichkeit der Leute die einfach zu faul sind sich mit etwas neuem zu befassen.
Das Argument mit den eingesparten Rechenzentren ist auch bescheuert. Die Rechenzentren braucht man doch weiterhin, also muss irgendjemand auch dafür bezahlen. Firmen die sensible Daten an Drittanbieter auslagern erweisen sich also einen Bärendienst. Bezahlen muss man das ganze trotzdem irgendwie nur hat nun noch ein dritter Zugriff. Ich denke Porsche oder BMW werden nicht einmal im Traum daran denken z.B. die Entwicklungsabteilung über ein externes Rechenzentrum zu betreiben.
Ich habe keine Lust, daß meine Daten in einem unsicheren Internet kursieren und auf unsicheren Servern von unsicheren Firmen liegen?
Ich arbeite selber in der IT und ich kenne die an den Tag gelegten Sicherheitsmängel.
Mehr als eine Las Vegas-würdige Show, in der Ballmer springt und brühlt erwarte ich nicht.
So wie bei allen Windows-Versionen, zuletzt auch bei Vista, bleibt Microsoft regelmäßig hinter den Hochglanzversprechungen sollcher Propagandaveranstaltungen.
Microsoft spielt nur auf Zeit und will mit diesen Versprechungen möglicht viele Anwender davon abhalten sich für die bereits existierende Alternativen zu entscheiden.
Technologisch ist schon alles da, was Microsoft für windows7 verspricht.
Die Bremse sind nur die monopolistisch verankerte Office-SW und Office-Format und der fehlender Mut für Veränderung.
Cloud Computing ist dann wohl die nächste "Innovation", bei der die Nieten von Microsoft dem Wettbewerb hinterherlaufen. Wenn Microsoft tatsächlich mal selbst entwickelt, kommt so etwas wie Karl Klammer oder ein Tablet-PC heraus. Welch Glück für die Aktionäre, dass Gates und Balmer ihre Flops mit den gigantischen Monopolgewinnen aus Windows und Office quersubventionieren können
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