Warum es nichts nutzt, das Internet noch einmal ganz neu aufzubauen und Programme immer Fehler haben werden.
Das Internet wurde als Weg zum Datenaustausch entwickelt, der vier US-Universitäten verbinden sollte - Rechenressourcen waren schließlich knapp in den sechziger Jahren. Als perfekte und sichere Plattform für Einkaufen, Flirten oder das Erledigen von Bankgeschäften war es nie gedacht.
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Das Internet wurde als Weg zum Datenaustausch entwickelt, der vier US-Universitäten verbinden sollte. (© Foto: iStock)
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Trotzdem ist das Netz heute Grundlage des Welthandels, und es ist an so gut wie jeder Art der Kommunikation beteiligt oder wickelt sie sogar ganz ab. Gleichzeitig vergeht kein Tag, an dem nicht Warnungen vor Sicherheitslücken verbreitet werden. Wäre es nicht an der Zeit, die zugrundeliegende Technik so umzumodeln, dass Cybergangster, Virenprogrammierer und Datendiebe chancenlos bleiben?
Abwehr digitaler Attacken
"Natürlich würden wir mit unserem heutigen Wissen ein komplett anderes, sichereres Internet bauen", sagt Scott Charney. Charney ist beim Software-Hersteller Microsoft verantwortlich für die Sicherheit aller Programme des Konzerns und ständig mit der Abwehr digitaler Attacken aller Art beschäftigt. "Ein für alle Zeiten sicheres Internet hätten wir dann aber trotzdem nicht. Die Kriminellen finden immer neue Wege, unsere Schutzmechanismen zu umgehen. Das Katz-und-Maus-Spiel wird im Netz genauso weitergehen wie in der wirklichen Welt", prophezeit Charney.
Charney hält zudem eine technische Revolution für unmöglich, die das Netz auf einen Schlag von allen heute bekannten Plagen befreien würde. Denn hierdurch ginge die für das Zusammenspiel der Abermillionen Internetkomponenten nötige Kompatibilität verloren. Der gleichen Ansicht wie der Microsoft-Manager ist der weltweit bekannte Hacker Dan Kaminsky, der 2008 eine gravierende Sicherheitslücke in einer entscheidenden Internetkomponente entdeckt hatte. "Natürlich hätten wir diesen Fehler ein für allemal beheben können.
Dann wären aber weite Teile des Internets über Nacht unbrauchbar geworden, weil die Systeme dann mangels gemeinsamer Standards nicht mehr zusammengespielt hätten", sagt Kaminsky. Also blieb - wieder einmal - nur eine notdürftige Reparatur des Schadens. Das ist symptomatisch für die Flickschusterei, die Anwendern bei IT-Sicherheitsproblemen ständig begegnet. Und Charneys Arbeitgeber ist das Paradebeispiel dafür: Einmal pro Monat veröffentlicht Microsoft Updates für seine Anwendungen und Betriebssysteme, um die zuvor aufgetauchten Lücken zu schließen.
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DFB-Pleite gegen die Schweiz
Es ist ja eine lange Leidensgeschichte, die wir uns anhoeren muessen. Das Problem ist natuerlich technisch und politisch und leider wird das oft vermischt.
Vor allem unsere lieben "Internetausdrucker" in der Politik verwechseln das sehr gerne. So wird zum Beispiel ein politisches Probelm (die Regierung will nicht genug fuer die Polizei zur Aufklaerung von Straftaten ausgeben) ein technisches gemacht ("dann zensieren wir das Internet eben und stellen uns vor, dass die Straftaaten nicht existieren").
Auf der anderen Seite werden technische Probleme gerne in politische umgemuenzt, wenn z.B. technische Standards in politischen Gremien besprochen werden (e.g. MS Office Format vs. Open Office format).
Letztlich bleibt die ernuechternde Feststellung, dass die groesste Sicherheitsluecke eine politische ist: So lange das Datenschutzgesetz der Lobby zum Opfer faellt, so lange unkundige Politiker versuchen das Internetzu zensieren und Abo-Fallen legal sind, so lange wird uns selbst die beste Technik nicht helfen.
Das Internet ist eine Kommunikationsstruktur, nicht mehr und nicht weniger. Es besteht aus vielen Diensten, auch wenn Leute mit dem technischen Horizont einer Familienministerin oft dem Irrtum erliegen, das WWW wäre auch "das Internet".
Sicher, das WWW ist mittlerweile ein Standard geworden, mit dem man ideal verteilte Anwendungen programmieren kann. Aber an diesen und an der verwendeten Technik liegt es, das Ganze sicher zu machen. Und natürlich werden dabei auch oft Fehler gemacht.
Programme können Schritt für Schritt von Fehlern befreit werden und dabei wurden über die letzten 10 Jahre schon sehr gute Fortschritte erreicht.
Was ein bleibendes Manko ist, ist die stoische Weigerung des Gesetzgebers, den Verbraucher mit Gesetzen auszustatten, die es ihm erlauben, wirkungsvoll gegen z. B. betrügerische Abo-Dienste vorzugehen. So lange es einfach ist und ungesühnt bleibt, hinterlistig an das Geld argloser Internet-Spaziergänger zu kommen, so lange wird es Diebe geben, die sich getarnt auf die Lauer legen und Leute abziehen.
Der Gesetzgeber scheint die Maxime zu haben: Wenn die Diebe ihre Steuern bezahlen, dürfen sie.
Verbraucherschutz und Kapitalismus sind inkompatibel. Wir müssten wieder eine soziale Marktwirtschaft haben, wenn wir Verbraucherschutz haben wollten. Europa und besonders der Europavertrag stehen aber für Kapitalismus und Wachstum pur.
Wachstum, bis dann wieder unverhofft jene Mauer auftaucht ...
es ist aberglaube, dass technische systeme fehlerfrei sein könnten. die systeme werden von menschen entworfen und gebaut, fehler sind systemimmanent. vielmehr ist es verblüffend, trotz der sich potenzierenden fehlerquellen (von der hardware übers betriebssystem bis zur anwendung), dass die systeme halbwegs zuverlässig laufen. weder die fehlerfreiheit noch die vollständigkeit eines technischen systems ist beweisbar. man kann durch umsichtige entwicklung und ausgiebiges testen die zahl der gravierenden fehler reduzieren, aber das wars dann schon, unabhängig, ob man ein ip-guru oder von m$ ist.
mag ja sein, dass die polizei für unsere sicherheit verantwortlich ist, aber auch die empfiehlt jedem büger, man solle die haustür zuschließen - und nicht selbstverteidigungskurse. ein gewisses mass an veranwortung für die eigene sicherheit ist jedem zuzumuten. statt private daten im netz durch komplexe systeme zu schützen, sollte man generell vermeiden, private/sensible daten von sich zu veröffentlichen. außer wenn für rechtsverbindlichkeit korrekte daten erfrderlich sind, solte man es vermeiden, im netz irgendwo echtdaten einzugeben; das stört zudem das erstellen von käufer-/bewegungs-/usw. profilen für tumbe marktforschungszwecke oder das gezielte bewerben durch google (ok, dazu muss man zusätzlich die ständige kommunikation vieler webseiten mit google unterbinden).
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