Was User im Internet preisgeben, lässt nicht nur bei Datenschützern die Alarmglocken schrillen. Längst müssen sich Polizei und Gerichte mit den Folgen des Daten-Striptease beschäftigen.
Gleich zweimal innerhalb weniger Wochen haben Unbekannte ihre Daten benutzt und eine Kopie ihrer virtuellen Identität in dem beliebten Online-Netzwerk erstellt. In ihrem Namen haben die Unbekannten dann unter anderem ein Foto von Adolf Hitler hochgeladen, so dass in der gesamten Netzgemeinde der Eindruck entstehen konnte, sie sympathisiere mit rechtsextremen Einstellungen.
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Eine Profilseite des Online-Netzwerks SchülerVZ (© Foto: SchülerVZ)
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"Es hat mir die Tränen in die Augen getrieben", beschrieb die 16-jährige Schülerin am Mittwoch auf einem Symposium zum Thema Datensicherheit in sozialen Netzwerken in Mainz ihre Stimmung nach dem virtuellen Identitätsdiebstahl. Vier lange Tage habe es gedauert, bis der Betreiber der Plattform das gefälschte Profil aus dem Netz genommen habe. Als die Täter sie dann auch noch bedroht hätten, sei sie zur Polizei gegangen, berichtete Chantal weiter.
Die Anzeige sei allerdings ohne Ergebnis eingestellt worden. Ob mit der Löschung aber auch sämtliche Spuren der gefälschten Identität ein für allemal aus der virtuellen Öffentlichkeit verschwunden sind, bezweifelten die meisten Experten der Veranstaltung im ZDF-Sendezentrum. Rund 300 Datenschützer, Medienexperten, Wissenschaftler, Lehrer und Schüler diskutierten am Europäischen Datenschutztag auf Einladung der Daten- und Jugendschutzbeauftragten des ZDF sowie des Landesbeauftragten für den Datenschutz in Rheinland-Pfalz über das "Daten-Outing" von Heranwachsenden in Netz-Communities.
Zu groß, zu unübersichtlich sei das World Wide Web mit all seinen Verästelungen, um einmal veröffentlichte Daten zuverlässig wieder entfernen zu können. Wer einmal persönliche Daten ins Netz gestellt hat, wird sie ohne professionelle Hilfe den Blicken der Netzgemeinde nicht wieder entziehen können, lautete die einhellige Meinung der Referenten.
Was die User in Foren, Blogs und neuerdings sogenannten sozialen Netzwerken freiwillig von sich geben, lässt nicht nur bei Datenschützern die Alarmglocken schrillen.
Längst müssen sich auch Polizei und Gerichte mit den Folgen von leichtfertigem Daten-Strip und ihrer kriminellen Nutzung beschäftigen. Penetrante Werbepost und gefälschte E-Mails mit der Aufforderung, Kontoverbindung samt PIN- und TAN-Nummern der Hausbank als vermeintlichem Absender mitzuteilen, finden sich beinahe täglich im virtuellen Posteingang vieler Internetnutzer.
Den freizügigen Umgang mit persönlichen Angaben haben die Betreiber der Kontakt-Plattformen zum Geschäftsprinzip erhoben: Um Mitglied zu werden, sollen die Nutzer neben Namen und Geburtsdatum auch ihr Hobby, ihre politische Orientierung und Religion angeben.
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- StudiVZ "100 Prozent datenschutzkonform" 18.02.2008
- Jugendliche und Internet Entblößung 2.0 29.08.2008
Wirbel um Obama-Biographie
... der hat auch nichts zu befürchten -- wie oft haben wir nicht diesen Spruch gehört, wenn es mal wieder um die Rechtfertigung (staatlicher) Datensammelwut ging. Ach ja...
stellen sie auch einen Bezug zwischen ihrem globalen Ausverkaufs-Szenario auf dem Sklavenmarkt und dem Artikel an sich her oder wollten sie einfach nur mal ein paar Verschwoerungstheorien loswerden und dieser Artikel war dazu so gut wie jeder andere auch?
Besonders witzig fand ich uebrigens den Ausverkauf ohne "soziale Absicherung". Egal was passiert, sozial abgesichert musss es sein - und wenn es der Verkauf ganzer Gesellschaften als globale Sklaven ist...man wuerde meinen es sei der (angebliche) Verkauf selbst der zu beanstanden ist, aber nein, es ist die fehlende "soziale Absicherung".
Als ob es nur Kinder wären, die persönliches über sich im Netz preisgeben. Und Aufklärung durch die Eltern? Selten eine weltfremdere Forderung gehört. Die Eltern sind doch meist froh, überhaupt den Netzschalter zu finden. Aber den Computer versiert benutzen, können die wenigsten Erwachsenen. Mehr als die Hälfte der deutschen Haushalte besitzt einen PC mit Internetanschluss, aber oft ist es doch nur das Kind in dem jeweiligen Haushalt, das den PC auch entsprechend nutzt.
So muss es auch nicht verwundern, dass die ganzen Überwachungsgesetze kaum jemanden hinter dem Ofen hervorlocken. Die Deutschen haben doch keine Angst, dass ihnen jemand heimlich zuhört. Die Deutschen haben Angst, dass ihnen niemand zuhört.
Das Internet ist ein schönes Beispiel für die Dummheit der Politiker als sie die Bürger ohne soziale Absicherung an den globalen Markt verkauft haben. Konstitutionelle Demokratien wie die unsere die schon längst von Börsen Oligarchen und Kapital Instituten gelenkt werden haben keine Chance sich zu wehren.
Wir sind längst zur Ware geworden und werden wie Sklaven illegal, aber zumeist ganz legal gehandelt. Welche Politiker stellt sich schon gegen das Kapital? Es gibt kein Gesetz in eine Markt der Milliarden schwer ist.
Die "kindliche Selbstentblößung" ist sicher auch auf den Umgang bzw. die Art und Weise, wie dieses Medium vermittelt wird, aufgebaut. Nicht selten unterschätzen Eltern die Gefahren des Internets. Eine Aufklärung seitens der Eltern - aber vielmehr auch innerhalb der Schulen - ist hier m.E. durchwegs erforderlich um die Gefahren des Internets der jungen Generation - ggf. auch spielerisch - näher zu bringen.
"Nimm nichts Süßes von Fremden" sagten meine Eltern zu mir. Vielleicht ist es an der Zeit das ganze ein wenig anzupassen und auf die "Neuen Medien" zu übertragen.
Paging