Jacky Lange verdient mit dem Computerspiel Counter-Strike ihr Geld. Ein Gespräch über Gewalt, Vorurteile und das Leben als weibliche Zockerin.
Bereits 1,5 Millionen Computer-Spieler sind Mitglied im Deutschen E-Sport-Bund, Tendenz stark steigend. sueddeutsche.de sprach mit Jacky Lange. Sie ist eine der wenigen weiblichen Profis in Deutschland und tritt in Wettkämpfen mit dem als besonders brutal geltendem Ego-Shooter Counter-Strike an.
Jacky Lange ist eine der wenigen weiblichen Profis in der Computerspielszene. Die 22-Jährige kommt aus Darmstadt und ist Mitglied einer rein weiblichen Counter-Strike-Mannschaft im Kölner E-Sport-Verein n!faculty. (© Foto: oH)
Anzeige
sueddeutsche.de: Sie sind E-Sportlerin und verdienen mit einem Ego-Shooter Ihr Geld. Für Außenstehende ist es schwer zu verstehen, warum Computerspielen eine Sportart wieTennis und Fußball sein soll. Was ist das Sportliche am Computerspielen?
Jacky Lange: Beim E-Sport ist es wichtig, die Spieltechnik zu beherrschen und taktisch vorzugehen - wie bei jeder anderen Sportart auch. Computerspiele trainieren besonders die Hand-Augen-Koordination und die Reaktionsschnelligkeit. Ich spiele auch Volleyball und ich bin meist die, die Bälle vom Gegner annimmt und für meine Teamkollegen Spielzüge vorbereitet. Im E-Sport ist das genauso: Ich schicke meine Spielfigur voran und lenke den Gegner ab.
sueddeutsche.de: In Ihren Wettkämpfen werden die Spiele Counter-Strike und War Craft III gespielt - Spiele, die wegen Ihrer Brutalität stark kritisiert werden. Die Bundesregierung will diese sogenannten Killerspiele laut Koalitionsvertrag sogar abschaffen.
Lange: Ich finde, diese Spiele sind absolut nicht realistisch. Ich hatte schon einmal eine echte Waffe in der Hand - ich war Biathletin. Es ist gedanklich etwas ganz anderes, eine reale schussbereite Waffe in der Hand zu haben oder online auf etwas zu ballern. Ich schieße in der Realität doch nicht auf Menschen! Ich könnte nicht einmal mit einer echten, ungeladenen Waffe auf eine Tonne zielen.
Es wird kritisiert, dass diese Spiele brutal wären. Ja, es gehört zum Spiel, andere Figuren auch mit einem Kopfschuss niederzustrecken. Aber diese Spielwelt und die reale Welt sind zwei Welten, die ein Spieler klar unterscheiden kann. Ich verstehe nicht, wie bei Menschen, die noch nie einen Ego-Shooter gespielt haben, der Eindruck entstehen kann, dieses Spiel mache aggressiv.
sueddeutsche.de: In der Diskussion steht auch die Frage, ob häufiges Spielen am Computer bei Jugendlichen zu schlechten Zensuren führt. Macht Daddeln doof?
Lange: Gegenfrage: Macht Lesen blöd? Wenn man sich nur auf eine Tätigkeit konzentriert, macht das sicher blöd, weil man den Blick für alles andere verliert. Ein Beispiel: Wenn ich den ganzen Tag nur in der Küche stehe und mir nur Gedanken über neue Rezepte mache, kann ich mich außerhalb der Küche nicht über andere Themen unterhalten. Ich denke, genauso ist es im PC-Bereich.
sueddeutsche.de: Stimmt das Klischee, dass Computerspieler den lieben langen Tag vor dem PC sitzen?
Lange: Ich spiele wie gesagt auch Volleyball, ich gehe auch gerne und oft aus und ich habe Freunde, die ich nicht im Internet treffe. Aber es gibt tatsächlich viele Spieler, die nur noch ihren PC kennen. Aber diese Spieler sind auch ohne PC oder Fernsehen nicht aus dem Haus zu bekommen, sie wollen alleine bleiben und sind wenig aktiv. Diese Eigenbrödler werden leider auf alle Computerspieler übertragen. Das ist aber nicht richtig. Sie sind für mich auch keine E-Sportler. Wir gehen auf Events und wir wollen sportlich etwas erreichen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum männliche E-Sportler sich ungern von den wenigen Frauen in der Computerspielszene besiegen lassen.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Computerspielen eSport in Deutschland 22.10.2007
- Computerspiele Ein Sport wie jeder andere? 09.10.2007
- PC-Games "Computerspiele sind angewandte Wissenschaft" 03.03.2008
Bruce Springsteen in Frankfurt
Genau das ist eben nicht egal, denn von gutem Journalismus erwarte ich, dass gerade solche Details richtig sind. PC und Konsole sind ein Unterschied und GTA IV als PC-Spiel zu bezeichnen ist einfach falsch. Fertig aus. Das hat so in keiner Zeitung zu stehen.
Genau solche Sachen wie: CS mit Joystick usw. Alles schon gelesen.
"Aber gut, noch letzte Woche war in einer anderen Zeitung vom PC-Spiel GTA IV die Rede. Wenn jmd. weiß wo ich das kaufen kann, bitte melden! Hab nämlich keine Konsole... "
Wenn man jetzt Konsolenspiel schriebe, würde das natürlich super viel an der Grundaussage ändern.
Mit der Spieledebatte ist es genau das gleiche, wie mit der Filesharing-Debatte. Ständig verlieren sich die vermeintlich angegriffenen in Scheindebatten.
Um in der Sache voran zu kommen ist es völlig unerheblich, ob es ein Konsolen- oder PC-Spiel. Genauso unerheblich, ob nun WCIII brutal ist oder Hitman. Ebenso wie in der anderen Debatte, ob man Raubkopierer sagt oder "Illegalkopierer". Man Leute, wieso lasst ihr euch auf die Scheingefechte ein bzw. scheut die Auseinandersetzung, nur weil jemand absichtlich Blösinn erzählt?!? Über das Thema "Killerspiele" müssen sich Leute eine Meinung bilden, die Linux für ein neues japanisches Auto halten. Als würden die einen Unterschied zwischen WCIII und CS erkennen oder verstehen...
Bei der Aussage, Warcraft III würde wegen seiner Brutalität kritisiert, habe ich aufgehört zu lesen. Mag vllt. nicht direkt die Assauge der SZ sein, aber so einen Schmaarn kann ich echt nicht mehr hören...
Aber gut, noch letzte Woche war in einer anderen Zeitung vom PC-Spiel GTA IV die Rede. Wenn jmd. weiß wo ich das kaufen kann, bitte melden! Hab nämlich keine Konsole...
Da deine Antwort überraschend vernünftig ausfällt (verglichen mit meinen sonstigen Forumserfahrungen), obwohl ziemlich pissig reagiert habe, muss ich einfach noch einen Anschluss-Senf abgeben...
Ich selbst spiele seit gut 16 Jahren sog. Killerspiele (mal abgesehen von Gassenhauern wie TeacherBuster - komisch, zu der Zeit gab es noch keine Amokläufe). Ergebnis: Keine Einträge im Strafregister, Sozialprognose: optimal.
Eigentlich nervt mich das Thema ungemein. Es ist völlig abwegig, zu glauben, Computerspiele hätten irgendeinen Einfluss darauf, wie Jugendliche mit Gewalt umgehen. Sicher, Spiele können einen Auslöser darstellen. Aber es gibt genug studien, dass sich junge Amokläufer viel häufiger mit gewalthaltigen Texten befassen, als mit Computerspielen. Wie überall bei "sozialem Fehlverhalten" sind die wesentlichen Ursachen: Erziehung, Bildung (wobei die Korrelation hier schon geringer ist), ggf. Krankheiten (Psychosen etc.) sowie soziale und emotionale Entwicklung.
Ganz klar ist: Die Politik will beim nächsten Amoklauf nicht sagen müssen, dass sie nichts unternommen hätte und deshalb aktionistisch jene Spiele verbieten, die sie nicht verstehen. Mal unabhängig davon, ob ein solches Verbot überhaupt durchsetzbar wäre.
Mich regt das immer auf, weil es nichts an den Ursachen ändert. Denn so werden jugendliche Gewaltausbrüche immer häufiger vorkommen (schließlich gibt es auch noch rechte Gewalt, von der gesellschaft Ausgestoßene etc...und die Ursachen sind die gleichen)
Dass ich denke, dass kein Politiker zu bekehren ist (auch nicht, wenn sie selbst spielen oder sich Spiele ansehen), liegt daran, dass sie das Thema nicht verstehen und nicht verstehen wollen. Und selbst dann ist das Ziel der Politik ein ganz anderes, als das Thema zu verstehen.
Unabhängig davon empfinde ich konformierende (gehirnwaschende?) Spiele, wie Die Sims, gesellschaftlich als viel bedrohlicher, als eine nette Runde UT2004 mit InstaGib im Team 4 gegen 4 (ich glaube, heute Abend muss es mal wieder so weit sein). Übrigens kann man bei Die Sims seine Sims auch verhungern lassen (brutal!) - aber das nur am Rande.
Liebe SZ,
sagt mal habt ihr recherchiert vor dem Interview oder wolltet ihr nur mal schnell nen Artikel haben?! CS als "besonders" Brutal einzustufen lässt 2 Schlüsse zu:
a) Ihr habt nicht recherchiert und kennt Spiele wie Doom3, Unreal etc. einfach nicht.
b) Ihr wolltet lieber was nehmen was alle als "brutal" kennen und habt voellig unreflektiert CS genommen...
Bitte bitte bitte, wenn ihr nochmal ein "Killerspieleverbots" kritisches Interview machen wollt, lasst euch vom befragten helfen, der hat sicher mehr Ahnung als Ihr.
Danke!
@morcar: Die elf Negativbewertungen sprechen schon Bände, aber ich will auch noch meinen Senf zu deinem mehr als miesen Beitrag geben. Die Dame ist sicher ein wenig besser informiert als du und meinte mit Tonne sicherlich die Dummies auf die die BW und Polizei schiessen lernt. Die haben nämlich Menschenform. (Es ist eigentlich verboten auf Menschendarstelungen oder ähnlichen zu schiessen in Dtl. diese "Tonnen" sind da eine nette Gesetzeslücke.)
Paging