Wenn die E-Mail massenhaft auftritt, wird sie schnell zur Plage. Dabei hat sich in der Online-Kommunikation inzwischen einiges gebessert.
Die E-Mail hat nicht den besten Ruf. Oft wird ihr vorgeworfen, in Massen aufzutreten und zur Plage zu werden. Und auch sonst muss sie sich einiges vorhalten lassen. Dabei hat sich manches im E-Mail-Verkehr, was Etikette-Wächter bemängeln, inzwischen gebessert. Es bleibt aber noch viel zu tun.
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"Heute werden Regeln beim E-Mail-Verkehr durch die Bank stärker beachtet", sagt Prof. Jürgen Plate. "Am Anfang vor 25 Jahren war der Kreis der E-Mail-Nutzer noch sehr überschaubar", erzählt der Wissenschaftler von der Hochschule München. "Da kannte man sich, alle haben sich geduzt." Inzwischen sei die E-Mail dagegen Standard-Kommunikationsmittel, und mit dem Duzen sei es vorbei.
Längst nicht mehr üblich, außer vielleicht unter Jugendlichen, ist der geballte Einsatz von Abkürzungen: Kryptische Kürzel im Geschäftsverkehr seien auch extrem unhöflich, gibt Michael Klein, Business-Etikette-Trainer aus Essen, zu bedenken. "Viele Rechtschreibprogramme bügeln das inzwischen automatisch aus." Aus "mfg" wird dann im Text sofort "mit freundlichen Grüßen".
Auch andere Phänomene aus der Frühzeit des Mail-Verkehrs sind weniger geworden: "Der überhöhte Gebrauch von Emoticons wirkt inzwischen peinlich", sagt Prof. Plate. Die Mail sei so zu behandeln wie Fax oder Brief - im beruflichen Umfeld fallen lustige Zeichenkombination einfach aus dem Rahmen. "Der Stil im E-Mail-Verkehr ist allerdings tendenziell immer noch etwas weniger formell." Auf die Anrede zu verzichten, sei aber ein Etikette-Verstoß - auch über der Mail sollte "Lieber Herr Müller" stehen.
Sich kurz zu fassen, ist dagegen sowohl höflich als auch pragmatisch: "Angesichts der vielen Mails, die man bekommt, ist es immer besser, knapp zu formulieren", sagt Prof. Plate. Unverzichtbar sei, der Mail eine Struktur zu geben: "Das Wichtige gehört nach oben." Grob unhöflich ist dagegen, komplette Mailwechsel mit etlichen Einzelmails zu verschicken, die unten dranhängen.
Problematisch ist auch, die Nachricht ausschließlich in die Betreffzeile zu packen. Das sei im privaten Mail-Verkehr in Ordnung, wenn sich Absender und Empfänger kennen, sagt Martina Dressel, Expertin für E-Mail-Etikette aus Freital (Sachsen). "Das geht nicht in offizieller Geschäftskorrespondenz." In jedem Fall sollte auch erkennbar sein, dass im eigentlichen Textfenster nichts mehr folgt. "Am besten man schreibt "- Ende -" am Schluss seiner Mitteilung", empfiehlt Dressel.
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Entspannter Vierbeiner
Der wahrscheinliche wichtigste Punkt kommt leider viel zu kurz, nämlich das korrekte Zitat. Viele Menschen beherrschen es einfach nicht, bei der Erstellung der Antwortpassagen diese unter die relevanten Stellen der Ursprungsmail zu platzieren und irrelevante Abschnitte zu löschen. Das erleichtert die Lesbarkeit deutlich und war lange Jahre die Norm, bis E-Mail in die breite Bevölkerungsmasse und vor allem die Unternehmen einzog, die dieses Stilmittel völlig ignorierten.
Als einzige Ausnahme lasse ich gelten, wenn sehr viele verschiedene Personen den Gesamtkontext einer Mail immer wieder neu erfassen müssen, z.B. bei mehreren Anfrage-Antwort-Runden an manch großen Kunden-Support.
Hier in Australien ist das auch etwas entspannter, aber das trifft eigentlich nur auf die Anrede zu. Das laeuft natuerlich immer per Vornamen.
Allerdings denke ich dass die anderen Regeln sehr wohl allgemeingueltig sind, auch in Australien.
Immer diese Etikette. Sich stundenlang überlegen zu müssen, wie man einen anredet (und den Namen schreibt, und ist der jetzt Dipl. Ing, Dr. oder Prof oder nix,sondern einfach ein sehr wertvoller Kollege ohne Titel?), fällt zum Glück in Finnland weg.
Die Signatur anhängen, obwohl man sich bereits kennt, ist auch mehr störend als nützlich.
Aber das Hauptärgernis ist meines Erachtens im Artikel ein wenig zu kurz gekommen: die unsitte alles klein zu schreiben in der hektikk vieletippppfehler zu produzieren und ohne punkt und komma zu schreiben sodas ess mühsam ssein kan denn inhalt zu erfassen
Zum Thema Signatur hätte man vielleicht auch die gesetzliche Vorschrift für E-Mails im "kaufmännischen Schriftverkehr" erwähnen können, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Signatur_(E-Mails_im_Geschäftsverkehr)#Inhalt_der_Signatur
Dann merkt man auch schnell: Ort und Straße mit Hausnummer in der gleichen Zeile, "das geht garnicht".