Trend im E-Commerce Ebay eröffnet ersten "Kaufraum" in Berlin

Der neue stationäre Ebay-Shop in Berlin

(Foto: dpa)

Online und offline sollen künftig verstärkt zusammenwachsen - zumindest bei Ebay. Das Unternehmen hat jetzt einen ersten stationären Laden in Berlin eröffnet.

Die Online-Handelsplattform Ebay will den mobilen Handel in Schwung bringen und hat gemeinsam mit der Tochter Paypal am Mittwoch in Berlin einen ersten stationären Kaufraum in Deutschland eröffnet. Mit ihrem Smartphone können Nutzer dort einkaufen, indem sie den jeweiligen QR-Code eines Artikels scannen - das ist eine Grafik mit verschlüsselten Informationen zu einer Internet-Adresse.

"Online oder offline - das ist nicht die richtige Art zu denken. Beide Bereiche werden künftig immer mehr verschmelzen", sagte Martin Tschopp, Geschäftsführer von Ebay in Deutschland. Der Handel sei insgesamt in einem radikalen Umbruch, sagte Tschopp. "Der Handel wird sich in den nächsten drei Jahren mehr verändern als in den vergangenen 10 bis 15 Jahren."

Mit seinem Kaufraum will das Unternehmen den Kunden das mobile Einkaufen näher bringen. In einer Weihnachtsboutique ist eine Auswahl von Produkten der Ebay-Kunden ausgestellt. Nach dem Einscannen gelangt der Käufer auf das entsprechende Angebot bei Ebay. In einem weiteren Bereich werden Innovationen der Tochter Paypal gezeigt, und schließlich demonstriert das Unternehmen vor Ort in Zukunftsszenarien, wie der Handel von Morgen aussehen könnte. "Wir wollen vorstellen, was es jetzt schon für Technologien gibt", sagte Tschopp. "Mobil ist der am schnellsten wachsende Handelskanal", sagte Tschopp.

Mobile Revolution

Ebay wolle mit einer Reihe von Veränderungen am Kernprodukt dieser Entwicklung Rechnung tragen. "Unsere Kinder werden das Internet künftig nicht mehr mit einem verkabelten Gerät zu Hause in Verbindung bringen", sagte Arnulf Keese, Geschäftsführer von Paypal Deutschland. "Die mobile Revolution findet heute statt - und wir schlagen die Brücke zwischen den Welten." Es werde in Zukunft beim Einkaufen keinen Unterschied mehr machen, wo man sich gerade befindet.

Ebay erhofft sich dabei auch, seine Kunden stärker an sich zu binden. "Diese Innovationsvielfalt kann einfach nicht jeder einzelne Händler mehr leisten", sagte Keese. 64 Prozent der Internet-Nutzer haben laut Keese in Deutschland heute schon ein Smartphone. Und jeder dritte Internet-Nutzer kauft bereits über sein Mobiltelefon ein. Tschopp erwartet, dass Ebay in diesem Jahr über mobile Geräte einen Umsatz von 10 Milliarden Dollar generieren wird. 2011 waren es noch 5 Milliarden Dollar. "Das Wachstum beschleunigt sich wieder, und der ganze mobile Handel ist die treibende Kraft."

Mit dem QR-Code hätten sich Paypal und Ebay auf die Technologie konzentriert, die am weitesten verbreitet sei, sagte Keese. Im Gegensatz etwa zur Nahfunk-Technik NFC, die nur von wenigen Geräten unterstützt werde, könne jedes Smartphone einen QR-Code scannen. Auch Kassensysteme für NFC seien noch nicht fertig. Dagegen könnten QR-Codes auch medial in Zeitschriften oder Plakaten abgebildet werden. Über erste Partner-Läden bietet Ebay ebenfalls seine neuen Bezahl-Services an, etwa beim Apple-Reseller mStore und bei dem Lebensmittelhändler Emmas Enkel.

Über sogenannte smobsh-Terminals mit Touch-Display sollen Kunden in verschiedenen stationären Läden künftig ebenfalls per Paypal mobil einkaufen. Der Kaufraum in Berlin ist bis zum 16. Dezember geöffnet, dort wird unter anderem Weihnachtsgeschenke angeboten. Danach soll in den Räumen demonstriert werden, wie Käufer und Anbieter die neuen Möglichkeiten der Handelsplattform nutzen können. In Deutschland zählt Ebay 18 Millionen aktive Nutzer.