Noch ist Microsofts neue Suchmaschine Bing unfertig. Dennoch lässt sie Googles Such-Purismus gestrig aussehen.
Ein Stausee in der Abenddämmerung, irgendwo im Hochgebirge. Das ist die optische Hintergrundbespielung für den Eingabeschlitz der neuen Suchmaschine Bing, mit der Microsoft einmal mehr Google im Suchmaschinengeschäft herausfordern will. Einmal mehr deshalb, weil der Softwareriese aus Redmond mit Live.com bereits seit Jahren eine eigene Suchmaschine betreibt, die indes nicht auffällig reüssierte.
Wechselnde Hintergrundbilder und themenverwandte Suchfelder: "Bing" ist online. (© Foto: Reuters)
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Bing mit seinen wechselnden Hintergrundbildern ist jedoch nicht nur eine bloße Politur der Live-Seite, es ist eine Weiterentwicklung des Suchkonzepts im Web. Und davon sollte sich Gigant Google eine Scheibe abschneiden. Denn Googles Such-Purismus sieht neben Bing gestrig aus.
Um eine Vorstellung von Microsofts Ambitionen zu bekommen, ist es noch nötig, die US-Seite zu nutzen und nicht die hierzulande voreingestellte deutsche Version. Letztere ist am Pfingstmontag, zwei Tage vor dem annoncierten Termin, online gegangen. Doch nur die US-Seite zeigt bereits, wohin die Reise gehen könnte. Tatsächlich reichert Microsoft seine Suchergebnisse um themenverwandte Suchfelder an. Sie sind als Navigations-Punkte in einer linken Leiste zu finden. Die eigentlichen Treffer im Mittelfeld weisen rechts einen Hinweis darauf aus, was die gefundene Seite zu bieten hat. Hier klappt die Vorschau der Zielseite auf.
Noch befindet sich Bing im Beta-Stadium des unfertigen Produkts. Die Suche nach "Sex" etwa wird in den Standardeinstellungen mit dem Hinweis auf "explizites Material" komplett blockiert, obwohl man ja auch nach "biologischem Geschlecht" gefragt haben könnte - was nur erfolgreich ist, wenn man direkt danach sucht.
Einen Eindruck der Unterschiede zwischen Google und Bing verschafft diese Seite: http://www.blackdog.ie/google-bing/search.php. Hier kann man beide Seiten zugleich befragen und sieht sofort die Unterschiede in den Konzepten.
- Neue Suchmaschine von Microsoft Alles Bingo 29.05.2009
- Google Squared "Zehn Prozent fehlen" 13.05.2009
- Google: Street View Mein Haus, mein Geheimnis 29.04.2009
- Notebook mit Google-Android Neuer Windows-Konkurrent 27.04.2009
(sueddeutsche.de/beu)
Eurovision Song Contest
Es ist doch völlig unsinnig, die Standard-Suche von Google mit einer mehr oder weniger experimentellen Suche von Microsoft, die auf einem neuen Konzept basiert, zu vergleichen.
Google bietet in Google Labs mindestens genausogute Suchen an. Das ist doch ein seltsamer Vergleich. Außerdem finde ich den Beitrag wirklich etwas einseitig geschrieben, man könnte meinen der Beitrag stammt von Microsoft.
Nichtsdesto trotz würde ich mir wünschen, dass Google nicht weiter der übermächtige Platzhirsch bei Suchmaschinen bleibt. Ob Microsoft unbedingt der zweite Große werden sollte, ist eine andere Frage.
Also ich hab Bing einmal für mein Fragenspektrum ausprobiert: keinerlei bessere Ergebnisse im Vergleich zu Google, meistens schlechter. Aus optische hat MS schonimmer Wert gelegt; nach dem Motto "Mehr scheinen als Sein" Ich weis nicht wo dieser MS-Hype herkommt, vielleicht erfolgen aber Tests von MS-Produkten nach dem Szenario beim Test neuer Automobile.
Viermal Mit Bing gesucht 3Mal schreit Kaspersky Trojaner.Mit Finjan geprüft,gleiches Ergebnis.Welch eine Innovation.
Lobt Herr Graff hier nicht etwas viel? Es gibt eine neue Suchmaschine, dieses mal von Microsoft. Konkurenz ist gut fuer den Konsumenten, soweit so gut.
Zitat: "Bing mit seinen wechselnden Hintergrundbildern ist jedoch nicht nur eine bloße Politur der Live-Seite, es ist eine Weiterentwicklung des Suchkonzepts im Web."
Finden sie wirklich das "wechselnden Hintergrundbilder" eine Weiterentwicklung der Web-Suche ist?
Die zweite "großartige Neuerung", verwandte Suchen in einer Spalte angezeigt, gute Idee aber die Idee ist auch nicht neu. Verwandte Eingaben bekommt man bei Google, mit aktivierten Javascript, schon bei der Eingabe.
Ob "bing" nun eine gute Suchmaschine ist (wird?) werden wir wohl noch erleben. Die Vorschusslorbeeren der der Artikel verteilt halte ich für wenig Objektiv und auch etwas voreilig.
Rein optisch könnte man bing glatt mit Google verwechseln - vermutlich deshalb gibt's bei bing dieses schöne Hintergrundbild.
Den Zensurfilter kann man in der deutschen Version noch nicht deaktivieren - da bleib ich dann erstmal bei google. Überhaupt frage ich mich, warum der sexuelle Inhalte filtert, aber keine gewalttätigen. In meinem Leben (und wohl auch dem jedes normalen Menschen) hat die Sexualität einen nicht unerheblichen Stellenwert. Wieso sollen daher Suchergebnisse mit sexuellen Inhalten zensiert werden? Das nennt sich sich dann auch noch safeSearch (ich fühl mich auch schon viel sicherer - schon Woody Allen berichtete von gemeingefährlichen Riesenbrüsten), weil Kettensägenmassaker nicht gefiltert werden - der Gipfel der Lächerlichkeit.
Aber um nicht falsch verstanden zu werden - Zensur jeder Art ist für mich unakzeptabel. Wer seinen Nachwuchs vor "desorientierenden" Bildern schützen will, kann dafür passende Tools auf dem Rechner installieren.
Das Problem ist, das es nunmal nicht damit getan ist, die USA einzuzäunen und zu ignorieren - der kulturelle Einfluss der USA (Hollywood etc.) auf Europa ist leider gewaltig.
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