Seit drei Jahrzehnten existiert der PC, doch seine besten Zeiten hat der Heimcomputer hinter sich: Für die Entwicklung der digitalen Technik ist das Gerät fast bedeutungslos geworden. Ein Nachruf zum Geburtstag.
Der PC fing bescheiden an, konnte nur Zeile um Zeile mit der Eingabe von Textbefehlen in den 16 Kilobyte großen Arbeitsspeicher bedient werden. Aber am 12. August 1981 begann mit dem IBM 5150 eine tiefgreifende Umwälzung für die Zivilisation der Menschheit.
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Der erste IBM-PC trug die Modellnummer 5150 - heute spielen Desktop-Computer kaum eine Rolle mehr. (© dpa)
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Drei Jahrzehnte danach ist das Kapitel abgeschlossen: Der PC geht den gleichen Weg wie die Schreibmaschine, die Schallplatte oder die Glühbirne, wie IBM-Ingenieur Mark Dean in einem Firmenblog geschrieben hat. "Ich bin stolz darauf, dass ich einer von einem Dutzend IBM-Ingenieuren war, die die erste Maschine entwickelt haben", erklärte Dean, der heute bei IBM Technik-Chef für Afrika und den Nahen Osten ist.
Damals hätte er allerdings nicht gedacht, dass er lang genug leben würde, um auch noch beim Niedergang des PCs dabei zu sein. Als wichtigstes digitales Arbeitsgerät nutzt Dean jetzt einen Tablet-Computer. Aber der PC werde in seiner Funktion als Zentrum der digitalen Technik nicht von einer anderen Gerätekategorie abgelöst.
"Innovation blüht nicht auf Geräten am besten, sondern in den sozialen Räumen dazwischen, wo Menschen und Ideen zusammentreffen und interagieren." Das Herz der IT-Technik schlägt jetzt im Netz: Anwendungen werden zunehmend nicht mehr auf dem Datenträger der Geräte installiert, sondern von verteilten Rechenzentren im Netz bereitgestellt, aus der "Cloud", wie der Fachbegriff dafür heißt. Diese bietet nicht nur Software, sondern auch zentrale Hardware-Ressourcen wie Rechenkapazität und Datenspeicher - wann immer und in welchem Umfang diese benötigt werden.
Der IBM 5150 war da sehr viel überschaubarer: Sein Intel-Chip hatte eine Taktrate von 4,77 Megahertz. Statt einer Festplatte gab es ein oder zwei Laufwerke für 5,25-Zoll-Disketten mit einer Kapazität von jeweils 160 Kilobyte. Der Bildschirm zeigte 24 Zeilen mit jeweils bis zu 80 Textzeichen an. Das Betriebssystem, DOS 1.0, steuerte Microsoft bei.
Der PC als Rohstoff-Hölle
Die unförmige Kiste mit Monitor und Tastatur war nicht der erste transportierbare Computer als Alternative zu den Großcomputern in ihren eigenen Räumen. So gab es schon 1975 den ähnlich kompakten IBM 5100. Und 1977 kam der Apple II heraus, ein früher Vorläufer des Mac-Computers. Aber der IBM 5150 setzte einen Standard, die Basis für die Entwicklung der IBM-kompatiblen Computer.
Der einfache Aufbau mit Steckkarten für einzelne Bauteile unterstützte die Entwicklung von immer leistungsfähigeren Personal Computern. Und die Software dafür wurde weiterhin von Microsoft dominiert.
An zahllosen Arbeitsplätzen und auf privaten Schreibtischen leistet der PC als treuer Digitalknecht weiter seine Dienste. Für die Geburtshelfer von IBM aber gehört diese Technik längst zur "Commodity-Hölle", wie es Vorstandschef Sam Palmisano zur Hundertjahrfeier des Unternehmens im Juni formulierte. Der PC ist nur noch Commodity, bloßer Rohstoff. Aber ohne ihn wäre das Netz nicht zur treibenden Kraft von Technik, Wirtschaft und Gesellschaft
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(sueddeutsche.de/ Peter Zschunke, dpa/joku)
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das mit der Rohstoffhölle ist sicher richtig, ein Rechner ist heute eine Selbstverständlichkeit wie eine Waschmaschine und lädt nicht mehr um träumen ein. Die ganz Dummen übetragen die altem Technil-Träume vielleicht auf ihr neues Handy.
Einfache Frage: Welcher Privatanwender nutzt denn mehr Space und Rechenleistung in der Cloud als in eigenen Geräten? Wenn man jetzt nicht alte Hüte wie E-Mail, SMS oder E-Banking reinrechnet, um den tollen Trend zu schönen, ist die Anwort doch wohl klar.
Na bitte, jeder User heute hat eine 500 GB Platte in der Tasche oder 2 TB in der Schublade - die geballte Rechenleistung von Desktob, Notebook, Console und sonstiger Haushaltselektronik kann ein Mensch mit einem normalen DSL Zugang im Netz überhaupt nicht realisieren - es sei denn es sind extrem aufwändige Berechnungen. Aber wer einmal einen 1 GB Film in "die Cloud" verschoben hat, weiß erst, was er selbst an USB 2-0 hat ....
Realistischer wäre wohl eher die These, dass ein neuer 5er-BMW mehr Rechenleistung und Datentransfer abarbeitet als der Cloud-User mit seinem Gerät
Frage nur: Warum wird das Thema so penetrant hochgejazzt, es ist einfach ärgerlich so ein Werbe-Gejauchze zu lesen
„Ich glaube, dass es auf der Welt einen Bedarf von vielleicht fünf Computern geben wird.“
Thomas J. Watson, IBM Chef von 1946 - 1956
Ich glaube nicht, dass der PC tot ist, und das nicht nur, weil ich mir selber gerade erst einen neuen zugelegt habe. Natürlich gibt's jetzt auch I-Pad und andere Flachcomputer, aber für den Otto Normalverbraucher wie auch für die Firmen sind richtige PCs schon noch besser als die Flachmänner. Klar, dass die Firmen das Cloud Computing promoten, denn dann ist man, wie beim Ipad mit den Apps, abhängig von der jeweiligen Firma, was die Software anbelangt. Aber das wollen die meisten Leute gar nicht. Ich will mein Fotoarchiv nicht in die Cloud stellen, ebensowenig private Aufzeichnungen und ähnliches. Deswegen brauche ich meinen richitigen PC mit einer richtigen Festplatte. Nein, der PC ist nicht tot, der wird noch lange weiterleben, allen Unkenrufen und anderslautenden Firmenblogeinträgen zum Trotz. Der PC bleibt!