Internet-Portal Silk Road Drogen per Mausklick

Die amerikanische Internetseite Silk Road ist ein Paradies für Drogenfans: Cannabis, Kokain, LSD oder Ecstasy lassen sich dort bequem online bestellen. Händler und Kunden fühlen sich bislang sicher - doch nun sagt die US-Drogenbehörde dem Rausch-Portal den Kampf an.

Von Moritz Koch

Es ist der "Fourth of July Super Sale", und die Kunden sind begeistert. "Tolle Verpackung, schnelle Lieferung, exzellentes Produkt", findet einer. Ein anderer lobt: "Einfach perfekt." Toyotaman, so nennt sich der Anbieter des Sonderangebots zum amerikanischen Nationalfeiertag, bekommt reihenweise Spitzennoten - fünf von fünf Sternen. Doch anders als sein Name vielleicht vermuten lässt, handelt Toyotaman nicht mit Ersatzteilen oder Spielzeugautos. Er verkauft Opiate.

Silk Road Internet-Portal Silk Road

Eigenanbau unnötig: Über den Online-Versand Silk Road handeln Nutzer auch mit Drogen.

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Willkommen bei Silk Road, dem Onlineversand für Süchtige, dem Amazon für Dealer. Es gibt viele düstere Orte in den Tiefen des Internets, doch nur wenige präsentieren sich so ungeniert wie Silk Road. Die Seite ist eine offene Drogenszene, zugänglich für jeden, der über rudimentäres Computerwissen verfügt. Wer hier einkauft, findet alles, was dröhnt.

Egal, ob Cannabis, Kokain, LSD oder Ecstasy, kein Drogenwunsch bleibt unerfüllt. Ist der Stoff bezahlt, wird er dem Kunden per Post an die Haustür zugeschickt, geschützt durch das Briefgeheimnis. Insbesondere die Zuverlässigkeit hebt Silk Road im Vergleich zu anderen illegalen Websites hervor. Das Bewertungssystem schreckt Betrüger ab. An den Sternen kann es jeder sehen: Auf Dealer wie Toyotaman ist Verlass.

Die Möglichkeit, Drogen per Mausklick zu kaufen, hat sich inzwischen bis nach Washington herumgesprochen. Senatoren wie Charles Schumer aus New York drängen die Drogenbehörde DEA zu einer Razzia auf der virtuellen Seidenstraße. Doch das ist gar nicht so leicht, wie es scheint.

Die bei Behörden beliebte Methode, die Spuren zurückzuverfolgen, die Internetnutzer auf Websites hinterlassen, greift bei Silk Road ins Leere. Denn die Seidenstraße ist gesichert.

Nur Bitcoins werden akzeptiert

Um an die Drogen zu gelangen, muss man zunächst das kostenlose Programm Tor herunterladen. Tor verwischt virtuelle Fingerabdrücke, technisch ausgedrückt: Es verbirgt die IP-Adresse. Damit schlagen die üblichen Ortungsversuche im virtuellen Raum fehl. Nützlich ist das für jeden, der im Netz kein gläserner Bürger sein will. Unverzichtbar ist Tor für alle, die illegale Geschäfte abwickeln wollen.

Auch durch eine Rückverfolgung von Finanzströmen oder eine Auswertung von Kreditkarten-Abrechnungen ist Silk Road nicht beizukommen. Nur wer über Bitcoins verfügt, kann auf dem Drogenmarkt zuschlagen. Bitcoins sind eine Online-Währung, die man auf bestimmten Devisenmärkten im Netz gegen echtes Geld erwerben kann. Senator Schumer schäumt: Bitcoins seien "die Online-Version von Geldwäsche".