Google, Microsoft und Yahoo verpflichten sich erstmals zu Ethikstandards. Sie sollen ihre Nutzer besser vor staatlicher Zensur autoritärer Regime schützen.
Bei den Olympischen Spielen in Peking war es offensichtlich, wie sich die Sportfunktionäre den chinesischen Machthabern andienten: Sie ließen keine freie Berichterstattung zu und verwehrten chinesischen Demonstranten den Zugang zum Olympia-Gelände. Das Internationale Olympische Kommittee folgte damit zwar nur dem Beispiel vieler ausländischer Firmen. Sie arbeiten allerdings mit ihren Zensurmaßnahmen häufig geräuschloser mit dem kommunistischen Regime zusammen.
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Google tritt jetzt für freie Meinungsäußerung in China ein. (© Foto: AP)
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So zensiert Google seit dem Jahr 2006 sein eigenes Angebot in China, Microsoft verhinderte die Veröffentlichung eines regimekritischen Blogs und Yahoo gab 2006 die E-Mail-Daten eines Dissidenten an die chinesischen Behörden weiter. Er wurde daraufhin zu zehn Jahren Haft verurteilt.
Diese unrühmliche Zusammenarbeit soll nun der Vergangenheit angehören: Die drei großen IT-Unternehmen Microsoft, Google und Yahoo haben nach zweijährigen Verhandlungen jetzt erstmals Ethikstandards vereinbart - unter dem Namen "The Global Network Initiative". Sie soll die freie Meinungsäußerung im Internet garantieren und ihre Nutzer besser vor staatlicher Zensur schützen.
"Grundlage der Menschenwürde"
Wie die BBC berichtet, sollen die Richtlinien auch festlegen, welche Daten an die Behörden weitergeben werden sollen. Im Grundsatzpapier heißt es, der Schutz der Privatsphäre "ist ein Menschenrecht und Grundlage der Menschenwürde".
"Das ist ein wichtiger erster Schritt," sagt Mike Posner von der Menschenrechtsorganisation Human Rights First. "Wir brauchen eine gemeinsame, globale Verantwortung für dieses wachsende Problem. Unternehmen müssen sich stärker dem unberechtigen Einfluss von Regierungen widersetzen."
Yahoo-Chef Jerry Yang freut sich ebenfalls über die neuen Richtlinien. "Sie sind eine wertvolle Hilfe für Unternehmen, die in Märkten arbeiten, in denen die Meinungsfreiheit und der Schutz der Privatsphäre begrenzt werden.
Unabhängige Beobachter sollen künftig prüfen, ob die Firmen die aufgestellten Richtlinien tatsächlich einhalten. Die Initiative hofft, dass weitere Unternehmen ihr beitreten. Die europäischen Telekom-Konzerne Vodafone und France Télécom haben bereits signalisiert, sich anschließen zu wollen.
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights USA kritisiert die Vereinbarung als zahnlosen Papiertiger: "Es gibt keine konkreten Mechanismen, die greifen sollen, wenn sich die Partner nicht an die Richtlinien halten."
(sueddeutsche.de/bön)
OB-Kandidatin Nallinger
ich bestimmte Sachen bei Google suche,steht unter der Suche "Es können gewisse Suchergebnisse nicht angezeigt werden".Hat das nichts mit Zensur zu tun.
Verbrecher machen Regeln und stellen das Wort Ethik davor.
noch'ne Religion,
Also missachten diese Unternehmen jetzt die gesetzlichen Regelungen der jeweiligen Staaten und berufen sich auf ihre eigenen Ethikstandards?
Lange nicht mehr so gut gelacht...
Ethikstandards z.B. Chinas und die der oben genannten Unternehmen dürften eh ziemlich ähnlich aussehen.
Ausgerechnet solch ein Artikel in der SZ.
Jeder Eingriff in die Meinungsfreiheit, um die Veröffentlichung zu verhindern, ist Zensur. Auch bei Schmähkritik und falscher Darstellung geschichtlicher Zusammenhänge, aber auch bei nonkonformen Darstellung von Meinungen zur Geschichte oder Ereignissen.
Kommt selbstverständlich in den Medien des freiesten Verfassungsstaates nicht vor. Wenigstens nicht Tag für Tag. Wenigstens nicht immer. Aber immer öfter.
Was war und was wahr ist, entscheiden alleine die Gremien, die von den Herrschern der öffentlichen Meinung dazu bestimmt werden. So ist die eigentliche Verfassung. Wäre ja noch schöner, wenn jeder seine Meinung sagen könnte, schließlich sind wir ein freier Staat. Ein Staat der freien Unterdrückung mißliebiger Meinungen. Nicht nur zwischen 19:00 und 8:00 Uhr.
die beiden erstgenannten sind doch selbst Systeme wie diejenigen, gegen die sie angeblich ihre Nutzer schützen wollen. Machen hier etwa Marketingexperten den Bock zum Gärtner? Ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt.