Filesharing-Dienst Rapidshare gibt endgültig auf

  • Der Daten-Tauschdienst Rapidshare hat angekündigt, seinen aktiven Dienst Ende März einzustellen.
  • Rapidshare war jahrelang einer der wichtigsten Filesharing- und Hosting-Dienste in Deutschland - und Mittelpunkt zahlreicher Gerichtsverfahren, weil auch urheberrechtlich geschützte Daten über den Dienst weitergegeben werden konnten.
  • Aufgrund aktuter Finanzierungsprobleme hatte der Anbieter in den vergangenen Monaten bereits die meisten Arbeitsplätze abgebaut.
Von Achim Sawall, Golem.de

Der Sharehoster Rapidshare ist am Ende. Wie das Unternehmen auf seiner Homepage mitteilt, wird der Betreiber Rapidshare AG zum 31. März 2015 den aktiven Dienst einstellen. Alle Kunden werden gebeten, ihre Daten zu sichern. Nach der Schließung werde "kein Zugang mehr möglich sein und alle Konten werden automatisch gelöscht."

Laut einem unbestätigten Bericht hatte Rapidshare nur noch einen Beschäftigten. Die Unternehmensführung soll 23 der 24 Beschäftigten vor die Wahl gestellt haben, freiwillig zu kündigen oder entlassen zu werden. "Mindestens 20 hätten dann selber gekündigt", sagte ein Insider.

Der einzelne Supportmitarbeiter habe den Betrieb aufrechterhalten, Anrufe angenommen und Kundenaccounts betreut. Das Entwicklerteam hatte die Firma verlassen.

Noch bis zu 10 000 Terabyte Daten auf den Servern

Die Eigentümer um Gründer Christian Schmid hatten versucht, neue Investoren zu finden. Bereits im Mai 2013 erklärte das Unternehmen auf Nachfrage von Golem.de, ein "Zuschuss von frischem Kapital" sei nötig.

Der Deutsche Christian Schmid gründete Rapidshare im Jahr 2004 als wohl ersten One-Click-Hoster. Er besitzt eine Multi-Millionen-Villa in Vitznau am Vierwaldstättersee. Im Jahr 2006 verlegte Schmid den Firmensitz mit 60 Mitarbeitern nach Baar. Bis zu 10 000 TByte Daten sollen nach Angaben vom Februar 2014 noch auf den Servern liegen.

Im November 2012 führte Rapidshare eine Traffic-Limitierung für über Links öffentlich angebotene Dateien ein. Kostenlose Accounts durften damit pro Tag nicht mehr als 1 GByte Daten übertragen.

Im März 2013 wurden nichtzahlende Rapidshare-Nutzer aufgefordert, ihre Daten zu entfernen, die über die neue Volumenbegrenzung von 5 GByte hinausgingen. Andernfalls würden sie gelöscht.