Nur fünf Prozent verschlüsseln ihre elektronische Post. Dabei ist es ganz einfach, E-Mails für Unbefugte unleserlich zu machen.
Einen Virenscanner besitzt jeder PC mit vorinstalliertem Betriebssystem. Und mittlerweile hat es sich auch herumgesprochen, dass es sinnvoll ist, eine Firewall einzusetzen, um Angriffe aus dem Internet abzublocken. Warum aber verschlüsselt kaum ein Anwender seine E-Mails?
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Nur rund fünf Prozent sind es, die ihre elektronische Post für Unbefugte nach Schätzung des IT-Experten Christopher Wolf von der Ruhr-Universität in Bochum (RUB) unleserlich machen. Offenbar eine Frage der Gewohnheit, so Wolf: "Wären E-Mails von Anfang an verschlüsselt gewesen, wäre das kein Thema." Nun ist es aber doch ein Thema - schon weil E-Mails wie Postkarten offen lesbar sind.
"Der Inhalt wird schließlich im Klartext übertragen", erklärt Wolf, der als wissenschaftlicher Koordinator am Horst-Görtz Institut für IT-Sicherheit der RUB arbeitet. Jeder aufgeweckte 14-Jährige könne mit entsprechender Software zum Beispiel über WLAN den E-Mail-Verkehr der Nachbarn mitlesen. Auch für Provider und Systemadministratoren sei dies kein Problem.
Standards für die Verschlüsselung
Dabei ist die Verschlüsselung von E-Mails mit Hilfe eines entsprechenden Programms einfach. Und manchmal bedarf es einer zusätzlichen Software auch gar nicht. "Es gibt zwei Standards für die Verschlüsselung von E-Mails: OpenPGP und S/MIME", erklärt Michael Krauß vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn. Sicher sind beide. Die Unterschiede liegen vor allem in der Handhabung durch den Anwender.
Auf OpenPGP basiert zum Beispiel das vom BSI entwickelte und kostenlos erhältliche Programm GPG4Win. Dieses muss der Anwender auf seinem PC installieren. Anschließend lässt er von der Software einen privaten Schlüssel sowie einen öffentlichen Schlüssel erzeugen. Damit der Anwender einer anderen Person verschlüsselte E-Mails zukommen lassen kann, benötigt er dessen öffentlichen Schlüssel. Die öffentlichen Schlüssel müssen also unter den Kommunikationspartnern einmalig ausgetauscht werden - das geht ohne Gefahr per E-Mail.
Das Decodieren der verschlüsselten Nachricht dagegen funktioniert nur mit dem geheimen Schlüssel des Empfängers. Das klingt kompliziert, funktioniert in der Praxis aber mit wenigen Mausklicks.
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Zitat: "Eigentlich koennte die SZ die Schluessel auch gleich auf der Website zur Verfuegung stellen. Per https passiert waere das auch hinreichend sicher."
Die Schlüssel können ohne Probleme der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden bzw. sollten es sogar. Dafür gibt es extra sgonannte Schlüsselserver. Kurze Erklärung:
Bei der Asynchronen Verschlüsselung (das ist die übliche vorgehensweise mit PGP) werden zwei Schlüssel gebraucht um eine Nachricht zwischen zwei Personen verschlüsselt zu senden. Der Ersteller der Nachricht muß den öffentlichen Schlüssel (public-key) haben, mit dem er die Nachricht verschlüsseln kann. Der Empfänger kann nun mit dem privaten Schlüssel (private-key) diese Nachricht wieder entschlüsseln. Normalerweise legt man den public-key auf einem key-server ab, so daß ihn dort jeder finden kann. Man verschlüsselt also mit dem public-key und entschlüsselt mit dem private-key.
Leider stellt man sich in Deutschland bereits unter Generalverdacht, wenn man eMails verschluesselt.
Nur so nebenbei:
Wenn man bei der Recherche die Seite http://www.gpg4win.org/ besucht, und einen dezenten Versionsabgleich mit GnuPG vornimmt, dann sieht man schnell, dass das Projekt leider seit September 2007 nicht mehr gepflegt wird.
Aktuell ist GnuPG 1.4.9. Bei http://home.arcor.de/rose-indorf/ gibt es die gut gepflegten GnuPG-Pack Basics, welche durchaus zu empfehlen sind.
Und wirklich, GnuPG und Enigmail mit SeaMonkey (oder auch Thunderbird) machen das Ent- und Verschlüsseln kinderleicht. Man muss nur rechtzeitig daran denken, eine gute Passphrase zu verwenden; also vergesst mal Namen von Hund, Katze, Maus und Napoleon dafür.
Irgendwie wuerde es mich ja schon reizen auszuprobieren, was wohl passiert, wenn ich bei einer der SZ Kontaktadressen nach einem GPG Schluessel fragen wuerde, um die eigentliche Kommunikation zu verschluesseln.
Eigentlich koennte die SZ die Schluessel auch gleich auf der Website zur Verfuegung stellen. Per https passiert waere das auch hinreichend sicher.
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