Streit um Strauß Hamm-Brücher lobt Haderthauer

Die Liberale Hamm-Brücher nimmt die gerüffelte CSU-Politikerin Haderthauer in Schutz - und fällt ihr eigenes Urteil über Franz Josef Strauß.

Die frühere FDP-Spitzenpolitikerin Hildegard Hamm-Brücher lobt die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) für deren kritische Haltung zu Franz Josef Strauß.

Hamm-Brücher dpa

Auch für sie ist Strauß kein Vorbild: Hildegard Hamm-Brücher. Diese Aufnahme enstand im Jahre 2001

(Foto: Foto: dpa)

Wenn Haderthauer dem früheren Ministerpräsidenten und CSU-Chef einen Vorbildcharakter abspreche, dann teile sie dies "hundertprozentig", sagte Hamm-Brücher in München.

Sie betonte: "Er hat doch so viele Skandale hinter sich gebracht. Kein anderer Politiker hätte je so viele schreckliche Skandale überstanden wie Franz Josef Strauß."

Er sei immer ein "sehr erfolgreicher, sehr großartiger Politstar" gewesen, "aber nie ein Vorbild".

Haderthauer hatte Strauß vergangene Woche in einem Radiointerview den Vorbildcharakter abgesprochen. Sie sagte: "Da gab's ja dann doch viele Dinge, die ich jetzt vielleicht anderen nicht zur Nachahmung empfehlen würde."

Rüffel an Haderthauer "schrecklich"

Als Vorbildpolitiker hob die Sozialministerin dabei neben zwei CDU-Männern insbesondere Hamm-Brücher hervor: "Die fand ich immer stark."

Hamm-Brücher selbst zeigte sich über diese Aussage der CSU-Politikerin erfreut: "Ich finde das sehr zivilcouragiert und freue mich darüber."

Den Rüffel aus der CSU-Spitze für Haderthauer kritisierte die frühere Außen-Staatsministerin als "schrecklich": "Eine Frau, die ein bisschen freimütig ihre Meinung sagt, wird ausgegrenzt. Ich finde das unglaublich, und das zeigt den inneren Zustand dieser CSU."

Hamm-Brücher fügte hinzu: "Frauen hatten es in der CSU immer schwer, wenn sie ein bisschen eigenständig waren."