Der CSU-Generalsekretär Markus Söder verlangt eine Verringerung der Zusatzleistungen von Hartz IV. Gleichzeitig sprach er sich gegen die Einführung eines Mindestlohn aus.
CSU-Generalsekretär Markus Söder hat eine Reform der Hartz-IV-Regeln und eine Kürzung der Zusatzleistungen gefordert. SPD und Grüne kritisierten ihn dafür umgehend. Söder will den Abstand zwischen Empfängern von Arbeitslosengeld II (ALG II) und Berufstätigen vergrößern.
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"Der Regelsatz ist nicht das Problem, aber all die unüberschaubaren Zusatzleistungen müssen durchforstet werden", sagte Söder der "Wirtschaftswoche". Söder sagte: "Ich halte Zuschläge beim Übergang vom Arbeitslosengeld I zum Arbeitslosengeld II und viele andere Ausnahmen für überflüssig. An das ganze Paket müssen wir nochmals ran." Es müsse endlich wieder gelten, dass derjenige, der arbeite, mehr Geld habe, als der, der nicht arbeite.
SPD-Präsidiumsmitglied Ludwig Stiegler sagte: "Eine Leistungskürzung gegen Langzeitarbeitslose kommt für uns nicht in Frage." Bei rund einer Million offener Stellen richteten sich die Fragen nicht an die Langzeitarbeitslosen, sondern an die Arbeitsvermittlung und die Unternehmen. Es gehe vielmehr um eine bessere und passgenaue Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt.
"Vorkämpfer einer sozialen Eiszeit"
Grünen-Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke sagte: "Söder erweist sich als Vorkämpfer einer sozialen Eiszeit." Während die Union mit ihrem Kampf gegen Mindestlöhne weiter Hungerlöhne, die nicht zum Leben reichten, akzeptieren wolle, "soll jetzt auch noch denjenigen, die nichts haben und mit Arbeitslosigkeit kämpfen, etwas genommen werden".
Söder bekräftigte seinen Widerstand gegen die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn. Das sei ökonomischer Unsinn, sagte er. "Natürlich wollen auch wir keine sittenwidrigen Löhne, aber ein Mindestlohn à la DGB kommt einer Arbeitsplatzvernichtung gleich", erklärte er. "Es ist doch absurd, dass die Politik jetzt die Arbeit der Gewerkschaften erledigen soll." Es sei deren Aufgabe, Tariflöhne auszuhandeln. "Der Ruf nach Mindestlöhnen ist deshalb eine Bankrotterklärung des DGB".
Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann verlangte von der CDU, sich klarer als bislang für ein Mindestlohnniveau in Deutschland einzusetzen. "Ein Mensch, der normal ausgebildet ist und den ganzen Tag arbeitet, muss von den Früchten seiner Arbeit leben können", sagte der CDU-Politiker dem "Tagesspiegel".
Gegen Kritik aus den eigenen Reihen verteidigte er den Kurs von Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD), durch Allgemeinverbindlichkeitserklärungen von Tarifverträgen weitere branchenbezogene Mindestlöhne einzuführen. "Wichtig ist das immer nur für die unteren Tarifzonen", sagte Laumann.
In der kommenden Woche will die Koalitionsarbeitsgruppe ihre Vorschläge zur Neuordnung des Niedriglohnsektors vorlegen. Die SPD hat sich bereits mehrfach für generelle Mindestlöhne ausgesprochen.
(dpa/AP)
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Ehre wem Ehre gebührt : Für den Stoiberianer Markus Söder kann doch nur ein Spruch seines Herrn gut genug sein : "Sie sind nicht wichtig !"
Wer Mindestlöhne mit dem Argument ablehnt, dass dann ja Arbeitsplätze verloren gehen, kann auch gleich sagen, dass er es gut findet, wenn Firmen ihre Angestellten so schlecht bezahlen, dass sie davon nicht leben können.
In den meisten Ländern ist es verdammt schwierig bis unmöglich, mit dem Mindestlohn über die Runden zu kommen. Aber hier ist jemand der Meinung, dass Mindeslohnempfänger überbezahlt wären und es ihnen auf Kosten der bemitleidenswerten Firmen zu gut geht.
Wenn eine Firma ihr Geschäft damit macht, dass Menschen praktisch gratis für sie arbeiten, dann sollte der Staat das nicht noch mit Sozialzuschüssen fördern und auch keine Arbeitslosen dorthin (zwangs)vermitteln. Soll die Firma schauen, ob sie sich woanders gesundstossen kann aber nicht auf kosten unseres Sozialsystems. Und gleich noch wegen sittenwidriger Arbeitsvertragsbedingungen ein Bussgeld kassieren dass sich gewaschen hat. Damit es sich eher lohnt, die Angestellten ordentlich zu bezahlen.
Arbeitsplätze gehen damit wahrscheinlich nicht verloren, aber es wird das Argument kommen, dass natürlich alle Dienstleistungen 50% teurer werden müssen, in dem Maße wie die Löhne gestiegen sind. Das durchzusetzen könnte den Firmen eigentlich grad recht sein, denn, vorausgesetzt die Nicht-Personal-Kosten bleiben gleich, erhöht sich der Gewinn dann um weit mehr als 50%, und das ohne dass mehr produziert wird. Da kann man nur auf einen freien Wettbewerb hoffen, damit der Marktpreis solche Exzesse verhindert.
Hoffentlich nimmt Stoiber seinen Lustknaben mit, wenn er von der politischen Bühne abtritt.
Nicht zu ertragen, dieser Mensch.
Für so viel bewiesener Inkompetenz und volkswirtschaftlichem Leernutzen gebühren Söder und Konsorten der Mindestlohn !
Paging