Das bayerische Rauchverbot verspricht, was es in der Praxis nicht halten kann. Denn der angeblich strengste Nichtraucherschutz der Republik existiert nur auf dem Papier.
Wenn eine Flasche edlen Cognac verspricht, sich das Getränk dann in Wirklichkeit aber als billiger Rachenputzer entpuppt, spricht man im mildesten Fall von Etikettenschwindel. Der geprellte Kunde wird es drastischer empfinden - er wird sich schlicht betrogen fühlen.
Bild vergrößern
Regensburg hat den Raucherclubs den Kampf angesagt. (© Foto: ddp)
Anzeige
In diesem Sinne ist das bayerische Rauchverbot ein politischer Betrug: Es verspricht etwas, das es in der Praxis nicht halten kann. Denn der angeblich strengste Nichtraucherschutz der Republik existiert nur auf dem Papier. In Wirklichkeit kann er ohne jedes Problem unterlaufen werden, indem sich Lokale, die um ihre qualmende Kundschaft bangen, einfach zum Raucherclub erklären.
Und der Gesetzgeber zuckt mit den Schultern und erklärt das Ganze für ein Vollzugsproblem, für das die Kommunen zuständig seien. Zur Inkonsequenz gesellt sich also auch noch politische Feigheit.
Dass die Stadt Regensburg jetzt ihrerseits zu einem Verfahrenstrick greift, indem sie den grassierenden Raucherclubs mit einer Verkürzung der Sperrstunde das Wasser abzugraben trachtet, mutet fast wie ein Akt der Notwehr an.
Wer von der Politik derart im Stich gelassen wird, muss auch über unkonventionelle Lösungen nachdenken. Gegen vereinzelte Lokale, in denen per Ausnahmegenehmigung weiterhin geraucht werden darf, hätte sicherlich niemand etwas.
Aber flächendeckende Raucherclubs sind geradezu eine Verhöhnung des Nichtraucherschutzes. Denn sie stellen gegenüber dem alten Zustand sogar noch eine Verschlechterung dar. Der Mitgliedsausweis eines Raucherclubs ist wie eine Lizenz zum Rauchen. Auch der Nichtraucher muss sie erwerben, wenn er ein solches Lokal betritt. Um Rücksichtnahme seiner qualmenden Nachbarn braucht er dann nicht mehr zu bitten.
(SZ vom 28.8.2008/bica)
Sorgerechtsverfahren in der Kritik
Die neueste Antwort
Da offenbar bei einem Raucherclub der Qualm vor allem anderen steht, könnte man doch sicherlich die Auflagen machen, dass spezielle Lüftungs- und Filteranlagen eingerichtet werden müssen, die den Feinstaub beseitigen. Was man bei Diesel demnächst verlangt, kann doch hier nur angeraten sein! ;-)
Mein Respekt vor den Regensburgern und hoffentlich kommen sie damit auch letztlich durch! Denn wenn eine ganze Lobby auch den letzten Buchstaben eines Gesetzes noch ein bisschen feiner spaltet, um vernünftige Gesetze zu unterlaufen (die nie notwendig geworden wären, wäre ein bisschen Anstand und Höflichkeit in der Vergangenheit gezeigt worden), dann braucht man sich nicht zu beklagen, wenn einem in gleicher Münze zurückgezahlt wird! Geschlossene Gesellschaft = kein öffentliches Interesse = früher dichtmachen müssen! Ich finde das logisch, "fair" und nur konsequent.
Die Wirte die als Raucherclubs firmieren wollen müssen ja selbst wissen ob sie bald Pleite gehen wollen. In Neuhausen kenne ich eineEckkneipe mit sehr guter und preiswerte Küche, das Aeroplan. Seit es als Raucherclub firmiert gehe ich da nicht mehr hin. die Wirte sollten sich einmal wirklich erinnern woran sie den verdienen und nicht nur von ihren Verbänden gesteuertes Geplärre von sich geben. Erinnert mich sehr an den Aufstand bei der Einführung der Gurtpflich in Autos.
sie sind kein raucher.
Ich war einen Kaffe trinken, jetzt gehts wieder ;-)
Paging