Die Staatsregierung plant ein eigenes Versammlungsgesetz, und die Kritiker laufen Sturm. Innenminister Joachim Herrmann fühlt sich missverstanden.
SZ: Herr Herrmann, wollen Sie Demonstrationen in Bayern abschaffen?
Innenminister Joachim Herrmann: "Wir werden dieses Gesetz sicher nicht auf die lange Bank schieben." (© Foto: dpa)
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Joachim Herrmann: Nein, wir wollen die Versammlungsfreiheit schützen, aber wir wollen keine rechts- oder linksradikalen Chaoten dulden.
SZ: Sie wollen rechte Aufmärsche verhindern und schränken dafür das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit ein?
Herrmann: Wir schränken nichts ein. Wir wollen den unerträglichen Umtrieben von Neonazis entgegentreten können, und dazu brauchen wir vernünftige Rechtsgrundlagen. Aber es muss kein Demokrat irgendeine Sorge haben, dass er weniger frei demonstrieren kann.
SZ: Aber nicht nur die Opposition, auch Gewerkschaften, Juristen, Umweltverbände und sogar die Bürgerinitiative in Gräfenberg, wo regelmäßig Neonazis aufmarschieren, sind gegen das Gesetz.
Herrmann: Ich glaube, dass es eine Reihe von Missverständnissen gibt. Nehmen wir den 1. Mai. In Nürnberg ist alles ohne gewalttätige Auseinandersetzungen abgelaufen, gleichzeitig hatten wir in Berlin und Hamburg riesige Krawalle. Da mache ich keinen Hehl draus: Solche Dinge wollen wir in Bayern verhindern.
SZ: Das Beispiel Gräfenberg: Mit dem Gebot der Rücksichtnahme wollen Sie die Einwohner schützen, aber dafür könnte auch jeder Ladenbesitzer eine Demonstration verhindern.
Herrmann: Die Demonstrationsfreiheit geht natürlich über das wirtschaftliche Interesse des Einzelhandels. Das ist seit jeher klare Linie. Wenn es notwendig ist, das noch deutlicher zu formulieren, werden wir das tun.
SZ: Die Gewerkschaften fürchten, dass Streiks wirkungslos werden, weil sie diese 72 Stunden vorher anmelden müssen.
Herrmann: Wir haben bisher einen Vorlauf von zwei Tagen und verlängern den auf drei Tage. Ein normaler Streik in einer Firma ist überhaupt keine Versammlung und muss gar nicht angezeigt werden. Das kann erst dann relevant sein, wenn die Gewerkschaft beispielsweise vor einem Werkstor demonstrieren will. Den Gewerkschaften geht es bei Warnstreiks, die mit Kundgebungen verbunden sind, ja teilweise um den Überraschungseffekt. In diesen Fällen wollen die das verständlicherweise natürlich nicht anmelden. Damit es da nicht zu Missverständnissen kommt, werde ich mit den Gewerkschaften nochmal reden. Klar ist aber auch, es hat in den letzten zehn Jahren keinen einzigen Rechtsstreit mit Gewerkschaften über das Versammlungsrecht gegeben, obwohl die Rechtslage bisher auch nicht anders war.
SZ: Oder das Uniformierungsverbot. Dürfen Gewerkschafter künftig keine roten Westen mehr tragen?
Herrmann: Dieser Kritikpunkt ist völlig unverständlich. Denn die Formulierung ist identisch mit dem, was bisher im Bundesversammlungsrecht steht. Wir wollen das Verbot sogar darauf beschränken, dass damit eine einschüchternde Wirkung verbunden sein muss. Wenn einer eine orangefarbene Plastikweste der Gewerkschaft anhat, ist das sicher nicht einschüchternd. Aber wir brauchen eine Handhabe, wenn Neonazis mit Bomberjacken und Springerstiefeln auftreten.
SZ: Kritiker fürchten einen Überwachungsstaat, wenn die Polizei jetzt jede Versammlung filmen und abhören darf.
Herrmann: Das ist überhaupt nicht der Fall. Neu ist nur, dass die Polizei Übersichtsaufnahmen zur Lenkung des Einsatzes machen kann. Das kann man nochmal klarer zum Ausdruck bringen.
SZ: Da predigt die Staatsregierung immer den Bürokratieabbau und jetzt so ein Gesetz: Namentliche Anmeldung der Ordner, längere Bescheide...
Herrmann: Auch künftig muss der Veranstalter die Ordner nicht namentlich anmelden. Etwas anderes gilt, wenn Zweifel bestehen, dass die Ordner die Friedlichkeit der Versammlung gewährleisten. Wir brauchen etwa eine Handhabe, wenn die NPD vorbestrafte Skinheads als Ordner einsetzen will. Auch das kann man noch klarer herausarbeiten.
SZ: Werden Sie also doch an verschiedenen Stellen nachjustieren?
Herrmann: Wir machen ein ganz neues bayerisches Gesetz, und dass das intensiv diskutiert wird, ist aus meiner Sicht überhaupt nicht überraschend. Ich stelle mich dieser Diskussion. Aber wir werden dieses Gesetz sicher nicht auf die lange Bank schieben. Es wird im Juli im Landtag beschlossen werden.
SZ: Sind Sie sicher, dass Ihr Gesetz rechtlich standhalten wird?
Herrmann: Ja
(SZ vom 17.05.2008/bica)
OB-Kandidatin Nallinger
Die neueste Antwort
Na Herr Herrmann wollen wir das ganze verharmlosen??
1.Mai in Nürnberg war sicher auch ganz gewaltfrei...
auf diesem Video ist ganz klar das zu gewaltsame Vorgehen der Polizei zu sehen(http://de.youtube.com/watch?v=VY229brdw5I).Nur durch ein martialisches Polizeiaufgebot und unnötige Gewalt konnte wieder einmal der NPD-Aufmarsch durchgesetzt werden.Dazu kam noch, dass die Polizei die Demonstration vor ihrem offiziellen Ende ILLEGAL stoppte.Aber das ganze wurde dann durchbrochen.
Kommen wir zum Militanzverbot.
Ich glaube nicht, dass ein Herr Herrmann oder ein(e) sonstige(r) PolitkerIn dort sein wird und dann entscheided, ob nun die Kleidungsstücke "einschüchternd" wirken.Außerdem wirkt die Polizei durch ihr elitäres Auftreten genauso einschüchternd.
Kameraaufnahmen.
Die einzige Kamera zum koordinieren von den Einsätzen ist die Hubschrauberkamera.Die restlichen Kameras werden zur Datenspeicherung und Auswertung benutzt.
Der Gesetzsestext ist heir zufinden(http://versammlung.blogsport.de/gesetz/) und wer keine Lust hat zu lesen kann sich das ganze auch in einem Video mit Erklärung anschauen(http://www.youtube.com/watch?v=-XNN-cztnjA&eurl=http://versammlung.blogsport.de/demo/)
Die Politker merken langsam, dass sich die politische Gegenbewegung vergrößert und kriegen ANGST!!!DIe Repression wird größer und die Polizeieinsätze immer gewaltreicher!!!!!
Für die soziale Revolution
Inzwischen sind Strafanträge gegen Schäuble und Herrmann, wegen Verstoßes gegen den Datenschutz und Verletzung des Grundgesetzes nicht mehr vom Tisch zu wischen.
Diese Kläger werden mit Sicherheit wieder vor dem Bundesverfassungsgericht ihr Recht erhalten.
Schäuble reicht Gewerkschafterdaten mittels eines Abkommens, das bereits am 11. März 2008 unterzeichnet wurde, an den US-Geheimdienst weiter und ordnet durch diese Maßnahme Gewerkschafter in die Terroristenszene ein.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3228
Zudem wurde der Armutsbericht lange zurückgehalten.
Hier wird offensichtlich, dass die mittleren Einkommen gesunken sind:
Als arm galt vor 3 Jahren, wer 938 Netto zum Leben hatte.
Heute gilt als arm, wer 781 Netto zum Leben hat.
Da für diese Berechnung 60 % des mittleren Einkommens herangezogen wird, zeigt dies eindeutig, daß die mittleren Einkommen massiv gesunken sind.
Zudem sind die Zahlen der Armen höher, da ein großer Teil der Arbeitslosen in dieser Statistik fehlt. Es fehlen die über 55 und unter 25 Jährigen, die 1--Jobber, die geringfügig Beschäftigten, die Kranken, die an einer Maßnahme Teilnehmenden usw.
Warum werden die Versammlungsgesetze verschärft?
Doch nicht wegen einer NPD!
Warum werden Gewerkschafter als Terroristen eingestuft?
Sondern aus Angst vor einem mündigen Bürger, der sich bald gegen diese Bereicherung der Reichen und die sinkenden Real-Einkommen der Mittelschicht wehren wird!
Haben wir bereits schon wieder ein 1933?
Günther Beckstein, der ihn zum bayerischen Innenminister gemacht hat, täuschte ganz ähnlich den Hardliner und Bürgerbeschützer vor. Beckstein, der noch nie eine website hatte und des Dilettierens in der Steinzeit des Internets überführt wurde, forderte sogar intensiv Online-Durchsuchungen - natürlich fordert dies auch Herrmann, der sogar noch einen Schritt weitergehen will und ein eigenes Online-Durchsuchungsgesetz für Bayern haben will. Wie Beckstein auch, hat Herrmann bei seinem Amtsantritte zuerst einmal auf Schönwetter gemacht und das Gehalt seiner Beamtentruppe einschließlich Polizei etwas erhöht, um alle hinter sich zu scharen.
Bezüglich der von der CSU vorgetäuschten Wiedereinführung des Buß- und Bettags ist Herrmann vor Monaten mit der Begründung "noch Gespräche führen" abgetaucht und seither nicht mehr aufgetaucht. Die CSU, allen voran Günther Beckstein wurde dabei der Schaumschlägerei überführt. Plan von Beckstein & Co war es ganz offensichtlich, den Buß- und Bettag überhaupt nicht wieder einzuführen, sondern nur so zu tun, um den Widerstand der Oppositionsparteien herauszufordern und diese dann als Behinderer bzw. Verhinderer darzustellen. Als Maget von der SPD dann aber schlitzohrig zustimmte, gingen die CSUler einschließlich Joachim Herrmann für immer auf Tauchstation, um dort die Blamage auszusitzen.
In Bayern ist es üblich, dass neben einigen wenigen Chaoten vor allem viele friedliche Demonstranten, z.B. so geschehen gegen die Nato-Sicherheitskonferenz im Jahre 2002, in der Terrordatei bzw. "Staatsschutzdatei Bayern" gespeichert werden. Somit ist auch gegen unbescholtene Bürger die totale Überwachung möglich.
Das ist einfach nur pervers !
Nachdem in Sachen Überwachungsstaat die Politik sich auch nicht vom zeitweiligen Wegnehmen der Munition durch das BVG vom Dauerfeuer auf das GG abhalten ließ (natürlich nicht großkalibrig, was mglw. ZU VIEL des Staubes aufgewirbelt hätte!), scheint mit etwaigen Plänen über eine Abhörzentrale die notwendigste Arbeit an der "Hard-Ware" abgeschlossen zu sein!
Nun ist die Software dran. Mal gespannt, wer in naher bis nicht zu ferner Zukunft hier noch so alles "kriminalisiert" wird. Was- nach Verabschiedung entsprechender Gesetze - mit Aberkennung von Bürgerrechten bestraft werden kann - etwa mit dem auf Versammlungsfreiheit. Der Schritt der CSU ist zwar nur einer auf diesem Weg, doch mitnichten ein kleiner!
Die Ergebnisse über die Akzeptanz der Öffentlichkeit beim Abspalten von "Minderheiten" (hier: zunäxt die Raucher, die Übergewichtigen scheinen als näxtes reif für den Pranger zu sein!) war ja in dieser Hinsicht recht ermutigend für die Fanatiker, denen "Sicherheit" über alles geht. Wobei ein Sicherheitsaspekt nach wie vor tabu zu sein scheint und nicht einmal in den tabulosen Wahlkampfzeiten angesprochen wird: die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung (oder: der bestehenden Verhältnisse) - falls der verrutschende soziale Friede massive Proteste nach sich zieht.
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