Die Konjunktur zieht an, aber nicht alle können mitziehen. Es fehlt an Ingenieuren, IT-Experten und Dienstleistern - noch bevor mit den herannahenden geburtenschwachen Jahrgängen der Kampf um die Elite vollends entbrennen wird.
Fachkräftemangel ist für viele Unternehmen in Bayern mittlerweile mehr als ein abstrakter Begriff. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) fordert daher vehement erleichterte Zuzugsregeln für ausländische Fachkräfte. Zugleich versuchen immer mehr Unternehmen, sich ihre Experten selbst heranzuziehen.
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"Allein im Dienstleistungsgewerbe klagt jedes zweite Unternehmen über einen Mangel an Fachkräften, das sind doppelt so viele wie im Vorjahr", sagt Robert Obermeier, Chef-Volkswirt der IHK München und Oberbayern. Die Konsequenz: "Viele können die Aufträge nicht mehr erfüllen." Obermeier sieht die Engpässe vor allem in exportorientierten Unternehmen und bei unternehmensbezogenen Dienstleistungen. Aber nicht nur dort: "87 Prozent der Zeitarbeitsfirmen fehlen bereits Spezialisten, 2006 waren es nur 38 Prozent."
Es müssten nun neue Zuzugs- und Bleiberegelungen für ausländische Spezialisten geschaffen werden. "Wenn einer in Deutschland studiert hat, muss er auch hier arbeiten dürfen", fordert Obermeier. Der bisherige Schwellenwert von 85.000 Euro Jahresverdienst sei für die meisten mittelständischen Unternehmen als Einstiegsgehalt illusorisch. Die Unternehmen seien gut beraten, jetzt verstärkt auszubilden, denn "es kommen vielleicht nur noch zwei gute Jahrgänge".
Von Fachkräftemangel mag man bei der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg nicht sprechen, stattdessen ist im Jahresbericht 2006 von "überdurchschnittlich langen Vakanzzeiten" von Stellen die Rede, doch es gebe "durchaus einige Berufe mit Engpässen".
"Der Fachkräftemangel bremst das Wachstum"
Laut Ilona Mirtschin von der Bundesagentur für Arbeit bleiben die Stellen vor allem in Metall- und Elektroberufen, bei Ingenieuren, in Bauberufen sowie im Dienstleistungssektor relativ lange unbesetzt. "Der Fachkräftemangel bremst das Wachstum der Unternehmen", sagt Willi Berchtold, Präsident des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom).
In den Ingenieursberufen steigt der Bedarf, allein der Maschinen- und Anlagenbau benötigt bis 2010 jährlich 5000 Ingenieure. "Ingenieure bewerben sich hauptsächlich bei großen erfolgreichen Unternehmen, bei uns herrscht daher kein akuter Mangel im Absolventenbereich", teilt Antje Bauer, Sprecherin der Audi AG, mit. Allerdings nehme tendenziell die Zahl der Studienanfänger in "schwierigen" Studiengängen wie Elektrotechnik oder Maschinenbau/Verfahrenstechnik ab.
Bei jungen Berufstätigen sei die Lage "jetzt schon angespannt", der "War for talents", ein "Krieg um Talente", tobe hier bereits. Während Audi seine Stellen noch gut besetzen könne, hätten kleinere und mittlere Unternehmen aus der Zulieferindustrie bereits Schwierigkeiten, qualifizierten Nachwuchs zu bekommen.
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Kürzere Kündigungsfristen bei Stromverträgen
Die neueste Antwort
Warum haben zumindest die kleineren Betriebe zu Zeiten der gesamtwirtschaftichen Stagnation die Leute entlassen? Etwa weil sie volle Auftragsbücher hatten wie die Großbetriebe, die wegen der Aufträge aus dem Ausland Gewinne einfuhren oder weil die kleinen Betriebe zu wenig Aufträge hatten, um die Fachkräfte zu bezahlen? Denn was nützt es, die Fachkräfte zu halten, wenn der Betrieb deshalb in Konkurs geht?
gibt es tatsächlich so wenig Ingenieure?
ich weiß es nicht, was ich weiß ist aber, dass genug zuhause sitzen weil sie von den firmen ausgemustert wurden....jetzt rächt sich der jugendwahn!
ich stelle mir sowieso die frage, wann deutschland endgültig ausblutet?
denn eins ist sicher, wer in deutschland sich auf den weg macht etwas zu erreichen darf mit eine sache sicher rechnen, dass man ihm auf schritt und tritt steine in den weg legen wird....um am ende zu sagen, welch geniale idee man hatte...
siehe kapitel:jürgen klinsmann!
Wann werden die Unternehmen (auch der Mittelstand und das kleinere Gewerbe) begreifen, dass sich nur eine längerfristig und an der demographischen Entwicklung orientierte Personalpolitik auszahlt. Aber lieber schmeissen die Firmen heute Teile ihres Personals mit Abfindungen raus, um morgen "händeringend" wieder nach geeigneten Kräften zu suchen. Vielleicht gehörten zur Abwechslung mal in manchen Unternehmen unfähige Personalmanager gefeuert.