Ein Anti-Links-Wahlkampf soll das bürgerliche Lager mobilisieren. SPD-Kandidat Maget nimmt es mit Humor.
CSU-Chef Erwin Huber hat den Höllen-Wahlkampf ausgerufen, prompt meldete sich am Dienstag der Hausherr zu Wort. Franz Maget, der sich als Ministerpräsidenten-Kandidat der SPD bezeichnet, ließ ins Internet ein Foto von sich stellen, wie er 2006 als freundlich lachender Teufel zur Franken-Fastnacht in Veitshöchheim erschien.
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Franz Maget als Teufel bei der Franken-Fastnacht im Jahr 2006 (© Screenshot: sueddeutsche.de)
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Seht her, in der Hölle ist es gar nicht so schlimm, sollte das wohl heißen. Er sei "höllisch gespannt, welche teuflischen Ratschläge dem nervösen CSU-Chef in den nächsten Wochen noch einfallen werden", ließ Maget verbreiten.
Die Wortspiele haben einen ernsten Hintergrund. Denn knapp sechs Wochen vor der Landtagswahl setzt die CSU verstärkt darauf, mit heftigen Attacken gegen die SPD und die Linke ihre Anhänger zu mobilisieren. Bisher stand im Vordergrund, eigene Erfolge in der Landespolitik anzupreisen mitsamt den CSU-Konzepten als alleiniger Garantie für deren Fortsetzung.
Das reicht offenbar nicht. Nun knüpft sich die CSU die gesamte SPD vor - immerhin Koalitionspartner in Berlin - und ihren Versuch, in Hessen mit Hilfe der Linken an die Macht zu kommen. Zugleich unterstellt die CSU Maget, im Zweifelsfall Ähnliches für Bayern zu wollen - was dieser weit von sich weist. Von der Hölle predigen, damit die Leute sich gut verhalten und in den Himmel kommen - diese Strategie der Kirche will Huber erklärtermaßen nun im Wahlkampf verfolgen.
Vorrang für Landespolitik
Doch ob sie aufgeht, steht auf einem anderen Blatt. Die Linke sei in der Bevölkerung heute nicht mehr solch ein Feindbild wie noch 1994 beispielsweise, sagt Andrea Wolf von der Forschungsgruppe Wahlen. Damals führte die Union einen als "Rote-Socken-Kampagne" bekanntgewordenen Bundestagswahlkampf. "So abschreckend ist das nicht mehr", analysiert Wolf - wenn auch in den westlichen Bundesländern nach wie vor eine Mehrheit der Bürger eine Beteiligung der Linken an Länderregierungen ablehnten.
Interessant ist aber auch, dass nach der jüngsten Umfrage der Forschungsgruppe zwei Drittel der Bayern für ihre Wahlentscheidung am 28. September landespolitische Themen als vorrangig bezeichnen, nur 30 Prozent nennen die Bundespolitik. Bei den Anhängern der CSU sind es sogar noch deutlich weniger. So lasse sich derzeit kaum einschätzen, ob die Strategie der CSU "mehr Chancen oder mehr Risiken birgt", sagt Wolf.
Auch bei den CSU-Wahlkämpfern sind die Ansichten geteilt: Huber setzt voll darauf, dass ein Anti-Links-Wahlkampf das "bürgerliche Lager" mobilisieren könne, der CSU Stimmen zu geben. Anders sei es für die CSU schwer "zu emotionalisieren", sagt auch der frühere Justizminister Alfred Sauter, der in Günzburg wiedergewählt werden will. Denn: "Was woanders Traumthemen wären" - die guten Wirtschafts- und Arbeitsmarktzahlen etwa -, "ist bei uns so selbstverständlich, dass wir uns schwer tun, da Bewegung reinzubringen."
Auch der Münchner CSU-Abgeordnete Ludwig Spaenle berichtet, die Lage in Hessen "bewegt die Leute wirklich". Weniger weil es um "Kommunistenfresserei" gehe, sondern weil es ein generelles Unbehagen vor der Linken gebe.
Andere Abgeordnete indes sind skeptisch, ob die Bayern wirklich Angst vor einer Linksparteien-Mehrheit hätten. Von ihnen wird eher die FDP als Hauptkonkurrentin ausgemacht, die jene bürgerlichen Wähler gewinnen könne, die der CSU einen Dämpfer verpassen, vielleicht sogar einen Koalitionspartner an die Seite stellen wollen. Dagegen hülfen Attacken auf die Linke wenig.
(SZ vom 21.08.2008/ssc)
Die neueste Antwort
Ich habe Ihenen sehr sachlich geantwortet, wie Sie mir und habe Ihnen einen grüne Punkt gegeben, aber siehe Titel?
@dietel40: Sie wollten doch Zahlen und Fakten haben:
Todesopfer an der Berliner Mauer und Innerdeutschen Grenze bis zu Wende:
Grenze zu Berlin West 252 Tote
Innerdeutsche Grenze 520 Tote
Ostee 185 Tote
DDR Grenztruppen 85 Tote
Nach erfolgreicher Flucht in der BRD ermordet 1 Toter
sonstige Fluchtversuche 7 Tote
Insgesamt hat das SED-Regime an der innerdeutschen Grenze als 1050 Todesopfer auf dem Gewissen! 1050 Tote, die nichts anderes wollten, als in Freiheit zu leben und die von der eigenen Regierung ermordet wurden.
Dazu kommen noch Unzählige, die in den DDR-Gefänissen Jahre und Jahrzehnte eingesperrt waren, nur weil Sie eine Meinung geäußert hatten, die den SED-Bonzen nicht in ihren kommunistischen, menschenverachtenden Kram paßte.
Sie schreiben: "Diese Zeit sollte man aber auch aus dem Blickwinkel der damalig herrschenden Zeit betrachten." Soll das etwa heißen, dass man diese ganzen unschuldigen Opfer einfach billigend in Kauf nehmen muß, weil damals halt ein kommunistisches Regime in der DDR herrschte??? Das kann doch wohl nicht Ihr Ernst sein.
Wenn heutzutage 3 Nazis irgendwo aufmaschieren, dann wird gleich (zu Recht) gefordert "wehret den Anfängen". Warum verschließen soviele in Deutschland die Augen davor, wenn sich jetzt die Linken formieren und politische Macht in Deutschland erringen wollen, obwohl sie genauso extremistisch und gefährlich sind wie die Rechtsradikalen ???
Gut möglich, wobai andere munkeln, Maget wäre derjenige, der es schafft, einerseits Ypsilantis roten Kuschelkurs noch schnell vor der BY Wahl zu verdammen, während er sich gleichzeitig vor einer klaren Absage an die BY Linken windet, wie der Teufel vor dem Weihwasserbecken.
Sei es, wie es sei, richtig zu Gesicht bekommen hat ihn in Bayern noch keiner, und einige behaupten, er wäre nur eine Legende müder Wanderer, die zu lange in dünner (Münchner) Höhenluft unterwegs waren. Vermutlich wird Reinhold Messner irgendwann ein Buch schreiben, um dieses Phänomen näher zu durchleuchren.
mfg nh100
Der Herr Maget?
Ist das der, der für den Transrapid war und ein Loblied auf dieses Verkehrsmittel gesungen hat?
Oder verwechsele ich den mit Herrn Ude?
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